
Verteilungswirkung der Vorarlberger Wohnbauförderung
Ausgangspunkt der Studie ist die deutliche Diskrepanz zwischen der Mietpreisentwicklung (+61%) und dem Einkommenswachstum der Haushalte (+39%) bei gleichzeitig stagnierenden Wohnbauförderausgaben.
Auf Basis eines statistischen Matchings von Mikrozensus- und EU-SILC-Daten werden drei Instrumente untersucht: Wohnbeihilfe, Eigentumsförderung und sozialer Wohnbau. Dabei erweist sich die Wohnbeihilfe als sozial treffsicher: 81% der Empfängerhaushalte gehören dem untersten Einkommensdrittel an, und Vorarlberg zahlt mit 4,5 € bis 4,8 € pro m² deutlich mehr als der österreichische Durchschnitt. Die Eigentumsförderung wirkt hingegen regressiv: 46% des Darlehensvolumens fließen in das oberste Einkommensdrittel und die Zahl der geförderten Haushalte ist seit 2011 um 60% zurückgegangen. Der soziale Wohnbau entfällt, ähnlich wie die Wohnbeihilfe, stark auf die unteren Einkommensschichten (60% befinden sich im untersten Einkommensdrittel) und weist mit einem Mietvorteil von zuletzt 2,9 € pro m² eine substanzielle Entlastungswirkung für die Haushalte auf.
Die Studie empfiehlt, den Ausbau des gemeinnützigen Wohnbaus zu forcieren, um die Wohnkostenbelastung insgesamt zu adressieren. Dazu gehört auch eine Umleitung der Mittel von der zuletzt stark gestiegenen Wohnbeihilfe, da diese Gefahr läuft, den Preisdruck auf dem Mietmarkt weiter anzuheizen.
"Die Daten belegen, dass die Wohnbauförderung in Vorarlberg ihre einstige Funktion als breitenwirksames Instrument für die Mittelschicht weitgehend verloren hat. Wir sehen heute eine starke Konzentration der Mittel an den Rändern der Einkommensverteilung, während der Zugang zu leistbarem Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten mittlerweile massiv erschwert ist", so Michael Klien.
