Wettbewerbsfähigkeit

Unter Wettbewerbsfähigkeit versteht das WIFO die Fähigkeit eines Wirtschaftssystems, unter sich ständig ändernden und neu zu gestaltenden Rahmenbedingungen dauerhaft hohe Realeinkommen zu erwirtschaften sowie die sozialen und ökologischen Lebensbedingungen zu verbessern. Empirische Befunde über Stärken und Schwächen von Regionen und Standorten sind wichtige Indikatoren für den Erfolg von Wirtschaftspolitik und verweisen zugleich auf Reformbedarf.

Die WIFO-Wirtschaftsgespräche 2026 standen im Zeichen der Wettbewerbsfähigkeit, der neuen europäischen Industriepolitik sowie der österreichischen Industriestrategie 2035.

Dimensionen der Wettbewerbsfähigkeit

Zwischen den verschiedenen Dimensionen der Wettbewerbsfähigkeit bestehen sowohl Synergien als auch Zielkonflikte. Damit langfristige Ziele nicht zugunsten kurzfristiger Aspekte vernachlässigt werden, erfordert Wettbewerbsfähigkeit die Berücksichtigung unterschiedlicher Zeithorizonte:

  • Kurzfristig steht die Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Rahmenbedingungen im Vordergrund. Ungleichgewichte sollen vermieden und die makroökonomische Stabilität gewahrt werden. Typische Indikatoren sind z. B. der reale effektive Wechselkurs, die Lohnstückkosten, die Inflation oder die Leistungsbilanz. Zu den wichtigsten makroökonomischen Steuerungsfaktoren gehören die Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik.
  • Mittelfristig geht es um die Dynamik des Wirtschaftssystems, die sich sowohl im Produktivitätswachstum als auch in den Zielen der Vollbeschäftigung, hoher Marktanteile im Export oder einerVerbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz ausdrückt. Zu den wichtigsten Determinanten zählen Innovation und Investitionen, Internationalisierung sowie Wettbewerb und Regulierung.
  • Langfristig steht die Lebensqualität im Mittelpunkt. Vorrangige Ziele sind nachhaltig hohe Realeinkommen, Inklusion und soziale Teilhabe sowie die Verbesserung der natürlichen Umwelt, wobei vor allem wettbewerbsrelevante Aspekte im Vordergrund stehen (z. B. Ressourceneffizienz oder das Sozialsystem als Produktivfaktor).

Eine besondere Herausforderung besteht darin, die Umsetzung dieser Ziele trotz unterschiedlicher Zeithorizonte gleichzeitig voranzutreiben.

Schlüsselpublikationen zum Thema "Wettbewerbsfähigkeit"

Einen umfassenden Überblick über die Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Entwicklung Österreichs im internationalen Vergleich liefert ein im Verlag Springer erschienenes Buch der WIFO-Ökonom:innen Michael Peneder, Benjamin Bittschi, Anna Burton, Angela Köppl und Thomas Url.
Studie
22.09.2026
Die österreichische Außenwirtschaft
Fertigstellung: Mai 2026
Projektpartner: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Wirtschaftsuniversität Wien, Wiener Institut für internationale Wirtschaftsvergleiche, Universität Wien, Johannes Kepler Universität Linz, Institut für Höhere Studien, Universität Innsbruck, Institut für Ökologie
Projektauftraggeber:in: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Publikationsreihe: FIW – Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft
Projekt
Laufendes Projekt seit: 29.09.2026
Projektauftraggeber:in: Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung
Projekt
Laufendes Projekt seit: 20.08.2026
Projektauftraggeber:in: Wirtschaftskammer Österreich, Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie, Wirtschaftskammer Österreich, Fachverband Metalltechnische Industrie
Projekt
Projektlaufzeit: 25.03.2026 bis 15.06.2026
Projektauftraggeber:in: Österreichischer Raiffeisenverband
Projekt
Laufendes Projekt seit: 19.03.2026
Projektauftraggeber:in: Salzburg Convention Bureau
Ageing
Digitale Transformation
Europäische Integration und globale Governance
Grüne Transformation und Energiesysteme
Konjunktur und Prognosen
Lieferketten
Verteilung