© pixabay.com
16.06.2018
Schratzenstaller: "Beim EU-Budget noch stärker auf den europäischen Mehrwert setzen"
Der Entwurf der EU-Kommission sei nicht weitreichend genug, schreibt die WIFO-Budgetexpertin im aktuellen "Wirtschaftsdienst".
Flüchtlingsbewegungen, Klimawandel, anhaltende regionale Unterschiede: Europa steht vor großen europäischen Herausforderungen. Daran müssten sich auch die Ausgaben der EU orientieren, sagt WIFO-Budgetexpertin Margit Schratzenstaller. Sie plädiert für die Einführung steuerbasierter Eigenmittel.
Anfang Mai hat die EU-Kommission ihren Vorschlag für das nächste EU-Budget für die Periode 2021 2027 vorgelegt. Zwar sei eine stärkere Orientierung der Ausgaben am europäischen Mehrwert erkennbar, so WIFO-Referentin Margit Schratzenstaller in einem aktuellen Beitrag für das "Zeitgespräch" im "Wirtschaftsdienst". Doch sei angesichts der großen europäischen Herausforderungen - Flüchtlingsbewegungen und Migration, Klimawandel, anhaltende regionale Ungleichheiten, digitaler Wandel - der Entwurf der EU-Kommission nicht weitreichend genug.
Ein zentraler Hebel für eine grundlegende Reform des EU-Budgets könnte die Einführung steuerbasierter Eigenmittel sein: also etwa Steuern auf Flugtickets, Finanztransaktionen und Treibstoff oder Einnahmen aus einem Grenzausgleich für das europäische Emissionshandelssystem. Diese sollten einen Teil der gegenwärtigen nationalen Beiträge ersetzen und so Spielraum für die Mitgliedsländer schaffen, ihre Steuern - und insbesondere die (zu) hohen Abgaben auf die Arbeit - zu senken.
Südekum: "Akzentverschiebungen zu zaghaft"
Auch Jens Südekum, Professor am Düsseldorf Institute for Competition Economics und Mitglied des internationalen Wissenschaftlichen Beirates des WIFO, beklagt in seinem Beitrag für das "Wirtschaftsdienst-Zeitgespräch" zu zaghafte Akzentverschiebungen in den Ausgaben der EU: Ein zukunftsweisender Entwurf für den gemeinsamen Haushalt hätte die europäischen öffentlichen Güter und die Elemente der zentralen Stabilisierungspolitik noch stärker betont, so Südekum.
Eine Kurzfassung der Beiträge zum Zeitgespräch des "Wirtschaftsdienst" ist nachzulesen im "Herdentrieb-Blog" der ZEIT. Die Beiträge in vollem Umfang finden sich hier.
Ein zentraler Hebel für eine grundlegende Reform des EU-Budgets könnte die Einführung steuerbasierter Eigenmittel sein: also etwa Steuern auf Flugtickets, Finanztransaktionen und Treibstoff oder Einnahmen aus einem Grenzausgleich für das europäische Emissionshandelssystem. Diese sollten einen Teil der gegenwärtigen nationalen Beiträge ersetzen und so Spielraum für die Mitgliedsländer schaffen, ihre Steuern - und insbesondere die (zu) hohen Abgaben auf die Arbeit - zu senken.
Südekum: "Akzentverschiebungen zu zaghaft"
Auch Jens Südekum, Professor am Düsseldorf Institute for Competition Economics und Mitglied des internationalen Wissenschaftlichen Beirates des WIFO, beklagt in seinem Beitrag für das "Wirtschaftsdienst-Zeitgespräch" zu zaghafte Akzentverschiebungen in den Ausgaben der EU: Ein zukunftsweisender Entwurf für den gemeinsamen Haushalt hätte die europäischen öffentlichen Güter und die Elemente der zentralen Stabilisierungspolitik noch stärker betont, so Südekum.
Eine Kurzfassung der Beiträge zum Zeitgespräch des "Wirtschaftsdienst" ist nachzulesen im "Herdentrieb-Blog" der ZEIT. Die Beiträge in vollem Umfang finden sich hier.
Rückfragen an
Makroökonomie und öffentliche Finanzen
Weitere News
WIFO-Wirtschaftsgespräche 2026
16.06.2026
Aviso: Pressekonferenz am 25. Juni 2026
12.06.2026
WIFO-Konjunkturbericht vom Juni 2026
11.06.2026
Einladung zur Veranstaltung am 8. Juli 2026 um 18:00 Uhr in der OeNB: ASCII Strategischer Expertendialog und Podiumsdiskussion
01.06.2026
Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests vom Mai 2026
28.05.2026
Jetzt anmelden: "Neue Regeln. Neuer Wettbewerb. Kann Österreich mithalten?"
28.05.2026
WIFO-Studie im Auftrag der Landesfinanzreferenten-Konferenz präsentiert
27.05.2026
WWWI: 14. bis 20. Kalenderwoche 2026
26.05.2026
FIW veröffentlicht sein 7. Jahresgutachten
19.05.2026
Video: Research Seminar mit Veronika Püschel
15.05.2026
WIFO-Konjunkturbericht vom Mai 2026
12.05.2026
Video: Research Seminar mit Karim-Fabian Osman
08.05.2026
WIFO-Ökonom verantwortet als Vizepremier die Verwaltung von EU-Mitteln
08.05.2026
WIFO Research Brief: Kurzfristig moderate, aber eindeutig negative Auswirkungen - langfristige Anpassungen würden die Verluste abmildern, aber nicht vollständig beseitigen
08.05.2026
Konjunkturreport Einzelhandel im Auftrag des Handelsverbandes
07.05.2026
Studie im Auftrag der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien – Pressekonferenz und Podiumsdiskussion
06.05.2026
WIFO und Korea Institute of Public Finance entwickeln ein detailliertes Modell für öffentliche Finanzen
04.05.2026
Schnellschätzung des WIFO
30.04.2026
Mittelfristige Gewinne für die EU betragen rund 7 Mrd. € pro Jahr – für Österreich etwa 150 Mio. €
29.04.2026
Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests vom April 2026
29.04.2026
WWWI: 10. bis 16. Kalenderwoche 2026
28.04.2026
Einladung zur Veranstaltung am 28. April 2026 – The Benefits of Global Economic Cooperation and Rules-based Trade
28.04.2026
Video: Einblick in die Wirtschaftsforschung
27.04.2026
Austausch von ibw, IHS, L&R, öibf und WIFO
22.04.2026