20.05.2020

Die Auswirkungen der COVID-19-Krise auf europäische Unternehmen

Befragungsergebnisse zu Umsatzverlusten und Insolvenzrisiken für Deutschland, Spanien und Österreich
Die Auswirkungen der COVID-19-Krise betreffen Unternehmen in ganz Europa. Anhand von Befragungsergebnissen zu Umsatzverlusten und Insolvenzrisiken beleuchtete WIFO-Ökonom Werner Hölzl als Teil eines internationalen Forschungsteams die Unternehmenserwartungen für Deutschland, Spanien und Österreich.

"Wenn die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie nicht gelockert oder durch Unterstützungsmaßnahmen wirksam bekämpft werden, drohe laut den Studienautoren eine massive Insolvenzwelle in allen drei Ländern", so die Studienautoren in einem EconPol Policy Brief.

Im April 2020 wurden zwei Fragen zu den Auswirkungen der COVID-19-Krise in das gemeinsame harmonisierte EU-Programm für Konjunkturumfragen der Europäischen Kommission aufgenommen. Der vorliegende Policy Brief präsentiert die Ergebnisse für Deutschland, Österreich und Spanien. Die Ergebnisse veranschaulichen die weitreichenden Auswirkungen der Krise auf den Umsatz der Unternehmen und liefern alarmierende Zahlen über eine mögliche Insolvenz- bzw. Konkurswelle.

Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen erwartet negative Auswirkungen der COVID-19-Krise auf den Jahresumsatz (in Deutschland und Österreich 20%, in Spanien 25% bis 44%). Die am stärksten betroffenen Teilsektoren sind die Herstellung von Gebrauchs- und Investitionsgütern, Dienstleistungen im Bereich Tourismus und Gastronomie sowie der Nicht-Lebensmittelhandel.

"Wenn die Beschränkungsmaßnahmen nicht gelockert oder durch entsprechende politische Unterstützung entgegnet werden, würde der Lockown bis Ende Juli zu Insolvenzen oder Konkursen von 30% bis 50% aller Unternehmen führen, die bis Oktober auf 50% bis 80% ansteigen können", so das Autorenteam bestehend aus Raquel García (SIMPLE LÓGICA, Madrid), Christian Gayer (Europäische Kommission, GD ECFIN), Werner Hölzl (WIFO – Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Wien), Sergio Payo (Ministerio de Industria, Comercio y Turismo), Andreas Reuter (Europäische Kommission, DG ECFIN) und Klaus Wohlrabe (EconPol Europe, ifo Institut, CESifo).

Den gesamten Policy Brief finden Sie bitte hier.

Dr. Werner Hölzl
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