
Iran-Krieg dämpft Stimmung im Einzelhandel und bei Konsument:innen
Die heimische Konjunktur verlief zu Jahresbeginn leicht positiv. Gemäß der WIFO-Schnellschätzung nahm das BIP im I. Quartal 2026 real um 0,2% zu (zum Vorquartal; saison- und kalenderbereinigt). Die Konsumnachfrage der privaten Haushalte trug positiv zum Wachstum bei. In der monatlichen Entwicklung (laut Wöchentlichem WIFO-Wirtschaftsindex – WWWI) zeigte sich nach dem positiven Jahresauftakt wieder eine leichte Eintrübung in den ersten drei Aprilwochen.
Die Inflation stieg gemäß der Schnellschätzung von Statistik Austria im April 2026 erneut an (3,3%; März 3,2%). Infolge des Iran-Krieges stiegen die Energiepreise deutlich an (+10,7% gegenüber dem Vorjahr).
Die Umsatzentwicklung im heimischen Einzelhandel (ohne Kfz) fiel nach vorläufigen Daten kalenderbereinigt im März 2026 moderat aus (nominell +1,9%, real 0,0% gegenüber dem Vorjahr, vorläufige Werte). Unbereinigt fällt das Ergebnis im März etwas kräftiger aus, da einige Tage der Karwoche in den März fielen.
Der Anstieg der Unsicherheiten infolge des Iran-Krieges zeigte sich zeitnah in den Befragungsdaten. Die unmittelbare Stimmungseintrübung war jedoch schwächer ausgeprägt als beim Ausbruch des Ukraine-Krieges im Februar 2022.
Das Stimmungsbild der heimischen Händler:innen hat sich von Februar bis April abgekühlt. Vorrangig aufgrund einer Verschlechterung bei den Erwartungen für die kommenden Monate. Die aktuelle Lageeinschätzung zeigt noch eine Balance zwischen optimistischen und pessimistischen Antworten.
Deutlich kräftiger haben die heimischen Konsument:innen in deren Einschätzungen reagiert. Besonders stark belastet zeigt sich der wirtschaftliche Ausblick auf die kommenden Monate, die eigene finanzielle Situation, die Verkaufspreiserwartung sowie das Arbeitsplatzrisiko.
Für 2026 wird mit einer moderaten Konsumdynamik gerechnet. Sowohl von der Verteuerung fossiler Energieträger als auch von der Budgetkonsolidierung der Bundesregierung gehen dämpfende Effekte aus. Die Sparquote dürfte weiter zurückgehen.
Auf dem Arbeitsmarkt setzte sich der Rückgang im Bestand an unbesetzten Stellen fort. Im Einzelhandel sanken diese im April abermals im zweistelligen Bereich gegenüber dem Vorjahr. In der Gesamtwirtschaft hat die negative Dynamik etwas nachgelassen und die offenen Stellen sind im April um rund 6% gesunken. Im April 2026 konnten im Einzelhandel (einschließlich Kfz, laut ÖNACE 2025) 8.453 offene Stellen nicht zeitnah besetzt werden, in der Gesamtwirtschaft waren es 77.157.
Bei der Beschäftigung gab es im März hingegen erstmals seit Februar 2023 im Einzelhandel (einschließlich Kfz, laut ÖNACE 2025) einen Anstieg. Auch in der Gesamtwirtschaft wurde ein leichter Zuwachs beobachtet.
Die Zahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzen zeigen weiterhin ein hohes Niveau, auch wenn diese das zweite Mal seit dem II. Quartal 2023 zurückgegangen sind. Im I. Quartal 2026 wurden insgesamt 1.045 Insolvenzen eröffnet, das waren um 7,8% weniger als im Jahr zuvor.

