28.04.2026

Wöchentlicher WIFO-Wirtschaftsindex

WWWI: 10. bis 16. Kalenderwoche 2026
Die (unbereinigte) wirtschaftliche Aktivität auf Basis des wöchentlichen Indikators für das reale BIP (WWWI) lag im März (Kalenderwochen 10 bis 13) um 1% über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes.

WWWI für das BIP und seine Teilkomponenten

Auf Basis des wöchentlichen Indikators für das BIP (WWWI) war die heimische Wirtschaftsleistung im März (Kalenderwochen 10 bis 13, 2. bis 29. März) um 1% und in den ersten drei Aprilwochen (Kalenderwochen 14 bis 16, 30. März bis 19. April) um ½% höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (Februar +¾%, revidiert)1).

Das inflationsbereinigte Volumen der bargeldlosen Transaktionen als Indikator für die Konsumausgaben der privaten Haushalte deutet im Vorjahresvergleich im März für die Nachfrage nach Gütern (Einzelhandelsumsätze) und Dienstleistungen auf eine Zunahme hin. Der private Konsum ist gegenüber dem Vorjahr im März um 1¼% gestiegen und dürfte in den ersten drei Aprilwochen um ½% abgenommen haben (Februar +1%).

Die Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen wird von der Wirtschaftsleistung (Industrieproduktion) und der Stimmung im produzierenden Bereich gemäß WIFO-Konjunkturtest bestimmt. Im Vergleich zum Vorjahr dürften die Investitionen im März um 3¼% und in den ersten drei Aprilwochen um 2½% zugenommen haben (Februar +2¼%).

Aus der Entwicklung der Industrieproduktion und des Tourismus sowie der großen Nachfragekomponenten und den daraus resultierenden Wirkungen auf den Außenhandel ergibt sich für die Nettoexporte i. w. S. im Februar und März ein negativer Wachstumsbeitrag zum BIP von jeweils 1¾ Prozentpunkten und in den ersten drei Aprilwochen von 1 Prozentpunkt.

Die Lkw-Fahrleistung auf Österreichs Autobahnen nahm im März gegenüber dem Vorjahr zu, wohingegen der Gütertransport auf der Schiene sowie das Fluggast- und Luftfrachtaufkommen auf dem Flughafen Wien sanken. Das Flugaufkommen dürfte infolge des Iran-Krieges einen Dämpfer erlitten haben. Die Unternehmen im Verkehrsbereich schätzen die aktuelle Lage gemäß WIFO-Konjunkturtest weiterhin mehrheitlich negativ ein. Im April dürfte sich die Unternehmensstimmung signifikant verschlechtert haben. Ausgehend von dieser Indikatorenlage wird für den Bereich Verkehr (ÖNACE 2008, Abschnitt H) ein Wertschöpfungsrückgang gegenüber dem Vorjahr von 1¼% im März und 2¼% in den ersten drei Aprilwochen geschätzt (Februar –1½%).

Der Industrieproduktionsindex stieg im Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahr deutlich an, lag im Jänner 2026 (revidiert) aber unter dem Vorjahresniveau. Im Februar 2026 (vorläufiger Wert) zeigt sich wieder ein Zuwachs. Die Beschäftigung im güterproduzierenden Bereich (ÖNACE 2008, Abschnitte A bis E) sank weiter (Februar und März jeweils –1% gegenüber dem Vorjahr). Die Zahl der arbeitssuchenden Personen in diesem Sektor nahm nach einer kurzen Entspannung zum Jahreswechsel 2025/26 in den Folgemonaten wieder leicht zu. Die Stimmung der Sachgütererzeuger hat sich gemäß WIFO-Konjunkturtest bis zum Jahresbeginn 2026 verbessert, per Saldo blieben die Einschätzungen aber weiterhin im negativen Bereich. Zuletzt haben sich die Einschätzungen wieder (deutlich) verschlechtert. Das WIFO schätzt die Wirtschaftsleistung im güterproduzierenden Bereich im Februar und März um jeweils 1¼% und in den ersten drei Aprilwochen um ½% höher als im Vorjahr.

Der Bauproduktionsindex lag im Jänner witterungsbedingt um knapp 11% (unbereinigt, revidiert) unter dem Vorjahresniveau und stagnierte im Februar. Die Beschäftigung im Bauwesen sank weiter. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr im März, nach einem Anstieg im Jänner und Februar. Die Stimmung unter den Bauunternehmen bleibt skeptisch. Während die Lageeinschätzungen noch im negativen Bereich und deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt liegen, signalisieren die Erwartungen zuletzt jedoch eine Stimmungsaufhellung. Die Wertschöpfung in der Bauwirtschaft (ÖNACE 2008, Abschnitt F) dürfte im März um 1% und in den ersten drei Aprilwochen um 1¼% niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres ausgefallen sein (Februar –2¾%).

Basierend auf bargeldlosen Transaktionen im Bereich Restaurants und Hotels und Stimmungsindikatoren aus dem WIFO-Konjunkturtest dürfte die Wertschöpfung im Tourismus (Beherbergung und Gastronomie, ÖNACE 2008, Abschnitt I) gegenüber dem Vorjahr im März um ½% zurückgegangen und in den ersten drei Aprilwochen um ¾% gestiegen sein (Februar +1¼%). Im Handel (ÖNACE 2008, Abschnitt G) wird gegenüber dem Vorjahr für den März eine Zunahme der Wertschöpfung um 1¾% und für die ersten drei Aprilwochen ein Rückgang um ½% erwartet (Februar –¼%).

Die aktuelle Beschäftigungssituation in den übrigen Marktdienstleistungen sowie Stimmungsindikatoren aus dem WIFO-Konjunkturtest deuten auf eine weiterhin insgesamt positive Entwicklung dieses Sektors hin. Für die übrigen Marktdienstleistungen (ÖNACE 2008, Abschnitte J bis N) wird im März und in den ersten drei Aprilwochen ein Wertschöpfungszuwachs gegenüber dem Vorjahr von 1% bzw. ¾% erwartet (Februar +1%). In den sonstigen persönlichen Dienstleistungen (ÖNACE 2008, Abschnitte R bis T) dürfte die Wertschöpfung auf der Grundlage der Beschäftigungsentwicklung und der Unternehmenserwartungen laut WIFO-Konjunkturtest im Februar und März um jeweils 2% und in den ersten drei Aprilwochen um 2½% gewachsen sein.


1)  Die Berücksichtigung neu veröffentlichter und revidierter Monatsdaten, die bei der Schätzung des WWWI erfüllt werden müssen, führte zu einer Revision des WWWI für das BIP. Zu nennenswerten entstehungsseitigen WWWI-Revisionen kam es insbesondere in den Bereichen Güterproduktion (ÖNACE 2008, Abschnitte A bis E), Bauwesen (Abschnitt F), Beherbergung und Gastronomie (Abschnitt I), Handel (Abschnitt G) und übrige Marktdienstleistungen (Abschnitte J bis N).

Der Wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) schätzt die realwirtschaftliche Aktivität der österreichischen Volkswirtschaft auf wöchentlicher und monatlicher Basis. Er verwendet wöchentliche, monatliche und vierteljährliche Zeitreihen, um wöchentliche und monatliche Indikatoren für das reale BIP und 18 BIP-Teilaggregate (Verwendungsseite 8, Produktionsseite 10) der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu schätzen.

Mit der Veröffentlichung für den Juni 2022 wurden die ökonometrischen Modelle für die historischen Zerlegungen und für das "Nowcasting" auf saisonal unbereinigte Zeitreihen umgestellt. Zudem werden nun für die Schätzung der Modelle die Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahr verwendet.

Die WWWI-Berechnungen werden (derzeit) monatlich aktualisiert und auf der Website des WIFO veröffentlicht.