Überdurchschnittlich gut bei Forschung und Entwicklung: Im Bereich der Innovation belegt Österreich den 15. Platz. – © pixabay.com
17.10.2018
Standort-Ranking: Österreich landet auf Platz 22
Das World Economic Forum ermittelt alljährlich die wettbewerbsfähigsten Standorte. Die USA führen vor Singapur und Deutschland.
Das Standort-Ranking des World Economic Forum (WEF) wurde umfassend erneuert. Österreich punktet mit makroökonomischer Stabilität und traditioneller Infrastruktur, während der Rückstand in der Digitalisierung die Platzierung drückt. Das WIFO ist Partner des WEF und erklärt, wie sich die Änderungen auf die Bewertung des Standorts Österreich auswirken.
In der Rangliste der wettbewerbsfähigsten Standorte liegt Österreich von 140 Ländern auf dem 22. Platz. An der Spitze befinden sich die USA vor Singapur, Deutschland, Schweiz und Japan. Zu diesem Ergebnis kommt der heute veröffentlichte Global Competitiveness Report 2018 des World Economic Forum (WEF) in Genf.
Die besten Werte erzielt Österreich mit der makroökonomischen Stabilität, insbesondere der günstigen Budgetdynamik, sowie mit traditionellen Stärken ‑ etwa der öffentlichen Infrastruktur für Straßen und Eisenbahnen und der Wasserversorgung, hohem Sozialkapital, der öffentlichen Sicherheit oder dem Schutz geistiger und anderer Eigentumsrechte.
Im Bildungsbereich wird das Lehrlingswesen sehr gut bewertet, ebenso das Lehrer-Schüler-Verhältnis in den Grundschulen oder die Berufstauglichkeit der Absolventinnen und Absolventen. Schlechte Werte zur durchschnittlichen Dauer der Bildungskarriere, zur Förderung von kreativem und kritischem Denken im Schulunterricht, oder bei der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte allgemein sowie digitaler Fertigkeiten im Besonderen drücken aber die Platzierung.
Am schlechtesten bei der Digitalisierung
Die Digitalisierung ist mit dem 46. Rang die Dimension mit der schlechtesten Bewertung für Österreich. Das ist vor allem auf die unterdurchschnittliche Nutzung von leistungsfähigen Netzen der Breitbandkommunikation zurückzuführen. Im Gegensatz dazu schneidet Österreich bei der Innovation mit dem 15. Rang gut ab. Neben den hohen F&E-Ausgaben sowie der Nutzung von Patenten und Markenschutzrechten fallen dabei vor allem die große Anzahl von internationalen Forschungskooperationen positiv ins Gewicht. Bei der Diversität der Arbeitskräfte liegt Österreich jedoch zurück.
Die Bewertung der Arbeitsmärkte fällt gemischt aus. Während z. B. die lohnabhängigen Steuern und Abgaben, die Mobilität der Arbeitskräfte, die Möglichkeit ausländische Arbeitskräfte einzustellen oder die Flexibilität der Lohnfindung negativ beurteilt werden, kann Österreich mit Bestwerten zu den Arbeitnehmer- und Arbeitnehmerinnenrechten oder der aktiven Arbeitsmarktpolitik das Ranking verbessern.
Unterdurchschnittlich sind zahlreiche Indikatoren zum Finanzsystem, wo z. B. die Börsenkapitalisierung oder die Verfügbarkeit von Risikokapital negativ bewertet werden. Das gilt auch für die Bereitschaft zu unternehmerischen Risiko oder die Dauer der Gründung eines neuen Unternehmens.
Methode wurde modernisiert
Das diesjährige Ergebnis ist mit denen der Vorjahre nicht vergleichbar. Denn das WEF hat sein Ranking methodisch umfassend modernisiert. So wurde die Anzahl der Indikatoren von 114 auf 98 reduziert, wovon 64 neu sind. "Harte" statistische Daten sind nun für 70 Prozent der Gesamtbewertung verantwortlich. 30 Prozent beruhen auf den Einschätzungen von mehr als 12.000 Führungskräften weltweit. 128 davon haben an der vom WIFO durchgeführten Befragung in Österreich teilgenommen.
Wenn man die neue Methode rückrechnet, um die Ergebnisse vergleichbar zu machen, dann verliert Österreich gegenüber dem Vorjahr einen Platz, liegt aber in einem sehr dichten Feld. WIFO-Industrieökonom Michael Peneder gibt dazu ein Beispiel: Auf einer Skala von 0 bis 100 würden bloß 4 Zehntelpunkte mehr dafür ausreichen, dass Österreich um drei Plätze vorrückt. Diesen 19. Rang hatte Österreich im vorjährigen Bericht eingenommen, allerdings berechnet nach der nicht mehr vergleichbaren alten Methode.
Technische Anmerkungen
Das World Economic Forum in Genf erstellt seit dem Jahr 2004 den Global Competitiveness Index (www.weforum.org/gcr). Dieser beruht sowohl auf statistischen Quellen internationaler Organisationen als auch einer umfassenden Manager-Befragung (Executive Opinion Survey). Wettbewerbsfähigkeit wird dabei als die Gesamtheit der Institutionen, Politiken und Determinanten definiert, welche das Produktivitätsniveau eines Landes bestimmen. Wegen der häufig großen Leistungsdichte können geringe Schwankungen bereits eine Verschiebung um mehrere Plätze zur Folge haben. Kleine Veränderungen in einzelnen Jahren sind daher für die Standortbewertung nicht bedeutend, vielmehr gilt es die langfristige Entwicklung zu beobachten. Das WIFO ist österreichischer Partner des WEF und hat wie in den vergangenen Jahren die Umfragedaten unter den österreichischen Führungskräften erhoben.
Die besten Werte erzielt Österreich mit der makroökonomischen Stabilität, insbesondere der günstigen Budgetdynamik, sowie mit traditionellen Stärken ‑ etwa der öffentlichen Infrastruktur für Straßen und Eisenbahnen und der Wasserversorgung, hohem Sozialkapital, der öffentlichen Sicherheit oder dem Schutz geistiger und anderer Eigentumsrechte.
Im Bildungsbereich wird das Lehrlingswesen sehr gut bewertet, ebenso das Lehrer-Schüler-Verhältnis in den Grundschulen oder die Berufstauglichkeit der Absolventinnen und Absolventen. Schlechte Werte zur durchschnittlichen Dauer der Bildungskarriere, zur Förderung von kreativem und kritischem Denken im Schulunterricht, oder bei der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte allgemein sowie digitaler Fertigkeiten im Besonderen drücken aber die Platzierung.
Am schlechtesten bei der Digitalisierung
Die Digitalisierung ist mit dem 46. Rang die Dimension mit der schlechtesten Bewertung für Österreich. Das ist vor allem auf die unterdurchschnittliche Nutzung von leistungsfähigen Netzen der Breitbandkommunikation zurückzuführen. Im Gegensatz dazu schneidet Österreich bei der Innovation mit dem 15. Rang gut ab. Neben den hohen F&E-Ausgaben sowie der Nutzung von Patenten und Markenschutzrechten fallen dabei vor allem die große Anzahl von internationalen Forschungskooperationen positiv ins Gewicht. Bei der Diversität der Arbeitskräfte liegt Österreich jedoch zurück.
Die Bewertung der Arbeitsmärkte fällt gemischt aus. Während z. B. die lohnabhängigen Steuern und Abgaben, die Mobilität der Arbeitskräfte, die Möglichkeit ausländische Arbeitskräfte einzustellen oder die Flexibilität der Lohnfindung negativ beurteilt werden, kann Österreich mit Bestwerten zu den Arbeitnehmer- und Arbeitnehmerinnenrechten oder der aktiven Arbeitsmarktpolitik das Ranking verbessern.
Unterdurchschnittlich sind zahlreiche Indikatoren zum Finanzsystem, wo z. B. die Börsenkapitalisierung oder die Verfügbarkeit von Risikokapital negativ bewertet werden. Das gilt auch für die Bereitschaft zu unternehmerischen Risiko oder die Dauer der Gründung eines neuen Unternehmens.
Methode wurde modernisiert
Das diesjährige Ergebnis ist mit denen der Vorjahre nicht vergleichbar. Denn das WEF hat sein Ranking methodisch umfassend modernisiert. So wurde die Anzahl der Indikatoren von 114 auf 98 reduziert, wovon 64 neu sind. "Harte" statistische Daten sind nun für 70 Prozent der Gesamtbewertung verantwortlich. 30 Prozent beruhen auf den Einschätzungen von mehr als 12.000 Führungskräften weltweit. 128 davon haben an der vom WIFO durchgeführten Befragung in Österreich teilgenommen.
Wenn man die neue Methode rückrechnet, um die Ergebnisse vergleichbar zu machen, dann verliert Österreich gegenüber dem Vorjahr einen Platz, liegt aber in einem sehr dichten Feld. WIFO-Industrieökonom Michael Peneder gibt dazu ein Beispiel: Auf einer Skala von 0 bis 100 würden bloß 4 Zehntelpunkte mehr dafür ausreichen, dass Österreich um drei Plätze vorrückt. Diesen 19. Rang hatte Österreich im vorjährigen Bericht eingenommen, allerdings berechnet nach der nicht mehr vergleichbaren alten Methode.
Technische Anmerkungen
Das World Economic Forum in Genf erstellt seit dem Jahr 2004 den Global Competitiveness Index (www.weforum.org/gcr). Dieser beruht sowohl auf statistischen Quellen internationaler Organisationen als auch einer umfassenden Manager-Befragung (Executive Opinion Survey). Wettbewerbsfähigkeit wird dabei als die Gesamtheit der Institutionen, Politiken und Determinanten definiert, welche das Produktivitätsniveau eines Landes bestimmen. Wegen der häufig großen Leistungsdichte können geringe Schwankungen bereits eine Verschiebung um mehrere Plätze zur Folge haben. Kleine Veränderungen in einzelnen Jahren sind daher für die Standortbewertung nicht bedeutend, vielmehr gilt es die langfristige Entwicklung zu beobachten. Das WIFO ist österreichischer Partner des WEF und hat wie in den vergangenen Jahren die Umfragedaten unter den österreichischen Führungskräften erhoben.
Rückfragen an
Makroökonomie und öffentliche Finanzen
Weitere News
WIFO-Wirtschaftsgespräche 2026
16.06.2026
Aviso: Pressekonferenz am 25. Juni 2026
12.06.2026
WIFO-Konjunkturbericht vom Juni 2026
11.06.2026
Einladung zur Veranstaltung am 8. Juli 2026 um 18:00 Uhr in der OeNB: ASCII Strategischer Expertendialog und Podiumsdiskussion
01.06.2026
Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests vom Mai 2026
28.05.2026
Jetzt anmelden: "Neue Regeln. Neuer Wettbewerb. Kann Österreich mithalten?"
28.05.2026
WIFO-Studie im Auftrag der Landesfinanzreferenten-Konferenz präsentiert
27.05.2026
WWWI: 14. bis 20. Kalenderwoche 2026
26.05.2026
FIW veröffentlicht sein 7. Jahresgutachten
19.05.2026
Video: Research Seminar mit Veronika Püschel
15.05.2026
WIFO-Konjunkturbericht vom Mai 2026
12.05.2026
Video: Research Seminar mit Karim-Fabian Osman
08.05.2026
WIFO-Ökonom verantwortet als Vizepremier die Verwaltung von EU-Mitteln
08.05.2026
WIFO Research Brief: Kurzfristig moderate, aber eindeutig negative Auswirkungen - langfristige Anpassungen würden die Verluste abmildern, aber nicht vollständig beseitigen
08.05.2026
Konjunkturreport Einzelhandel im Auftrag des Handelsverbandes
07.05.2026
Studie im Auftrag der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien – Pressekonferenz und Podiumsdiskussion
06.05.2026
WIFO und Korea Institute of Public Finance entwickeln ein detailliertes Modell für öffentliche Finanzen
04.05.2026
Schnellschätzung des WIFO
30.04.2026
Mittelfristige Gewinne für die EU betragen rund 7 Mrd. € pro Jahr – für Österreich etwa 150 Mio. €
29.04.2026
Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests vom April 2026
29.04.2026
WWWI: 10. bis 16. Kalenderwoche 2026
28.04.2026
Einladung zur Veranstaltung am 28. April 2026 – The Benefits of Global Economic Cooperation and Rules-based Trade
28.04.2026
Video: Einblick in die Wirtschaftsforschung
27.04.2026
Austausch von ibw, IHS, L&R, öibf und WIFO
22.04.2026