
Lehrlingsausbildung in Österreich: Competences at Risk
Die Veranstaltung eröffnete Marlis Riepl (ibw) mit Trends zu Antritten zu Lehrabschlussprüfungen, Prüfungserfolgen und Lehrabbrüchen. Sie hob – passend zum Jour-fixe-Thema – das Spannungsfeld zwischen Lehrabbrüchen, Nicht-Antritten und negativen LAP-Ergebnissen einerseits sowie guten Erfolgen und Auszeichnungen andererseits hervor und machte sichtbar, wie stark sich Ausbildungserfolge je nach Lehrberuf unterscheiden.
Anschließend beleuchtete Nadja Bergmann (L&R Sozialforschung) Drop-Outs aus MINT-Ausbildungen. Sie betonte, dass ein Drop-Out bzw. Umstieg junger Frauen gerade in technischen Lehrberufen höher ist als unter jungen Männern und jene Frauen, die MINT-Ausbildungen abschließen, häufig das Berufsfeld wieder verlassen. Dies nicht aus mangelnder Kompetenz, sondern aufgrund der Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen.

Mario Steiner (IHS) kontrastierte im PISA-Vergleich Kompetenzarmut und Spitzenleistungen von Jugendlichen und wies auf den steigenden Anteil leistungsschwacher Schüler:innen in Mathematik hin, wohingegen jener der leistungsstarken Schüler:innen (auch im internationalen Vergleich) rückläufig ist. Deutlich sichtbar wurde bei den vorgestellten Analysen auch, dass das Risiko für Kompetenzarmut sozial stark ungleich verteilt ist.
Julia Bock-Schappelwein (WIFO) stellte gelingende Ansätze im Wissenstransfer zwischen Ausbilder:innen und Lehrlingen vor und berichtete über konkrete Good Practices bei der Organisation der Lehre, Lehrmethoden, im schulischen Umfeld oder bei Vorbildwirkung und Beziehungsaufbau.

Nach den Kurzvorträgen teilten Reinhard Koch (Sterner Werkzeugbau GmbH) und Monika Kovacs (ipcenter) ihre Erfahrungen, bevor eine anregende Diskussion mit dem Publikum stattfand.














