Bei der Preisverleihung im Wiener Odeon Theater: Ursula Zechner (Sektionschefin bmvit), Alexander Krenek (WIFO), Reinhard Mang (Generalsekretär bmlfuw), Margit Schratzenstaller (WIFO). © VCÖ/APA/Hautzinger
21.09.2017
Flugticketabgabe: Verkehrsclub zeichnet WIFO-Studie aus
Für ihre Studie zu einer CO2-basierten Flugticketabgabe erhalten Margit Schratzenstaller und Alexander Krenek den VCÖ-Mobilitätspreis.
Der Flugverkehr nimmt zu, die CO2-Emissionen steigen - mit beträchtlichen Auswirkungen auf die Umwelt. Wie die EU dieser Herausforderung mit einer CO2-basierten Flugticketabgabe begegnen könnte, haben Margit Schratzenstaller und Alexander Krenek erforscht. Der Verkehrsclub Österreich hat die Studie der beiden nun ausgezeichnet.
Der Flugverkehr ist um ein Vielfaches klimaschädlicher als der Individualverkehr und jedes andere öffentliche Verkehrsmittel und dennoch genießt er weitreichende steuerliche Begünstigungen und Ausnahmen im EU-Emissionshandel. Mit großen Auswirkungen auf die Umwelt: Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass der CO2-Ausstoß durch Flugverkehr in der EU bis zum Jahr 2035 um 45 Prozent zunehmen wird. In einer viel beachteten Studie analysierten die WIFO-Forscher Margit Schratzenstaller und Alexander Krenek daher die Möglichkeiten zur Einführung einer EU-weiten, CO2-basierten Flugticketabgabe.
Jetzt wurde die Studie mit dem Mobilitätspreis 2017 des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) in der Kategorie "Forschungsprojekte für eine klimaverträgliche Mobilität" ausgezeichnet. "Um die UN-Klimaziele zu erreichen, ist eine faire Besteuerung des Flugverkehrs unumgänglich. Eine wissenschaftlich fundierte Grundlage zu den Auswirkungen und der ökologischen Treffsicherheit auf EU-Ebene zu haben, ist ein wichtiger Schritt", heißt es in der Jury-Begründung. VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak: "Eine CO2-basierte Flugticketabgabe ist eine geeignete und wichtige Maßnahme auf dem Weg zur Umsetzung des UN-Klimaabkommens von Paris."
Einnahmen direkt ins EU-Budget
Die angedachte Flugticketabgabe könne "das bestehende Ungleichgewicht zulasten klimafreundlicher Verkehrsmittel etwas ausgleichen", sagt Margit Schratzenstaller. Eine EU-weite Abgabe in Höhe von 35 Euro pro Tonne CO2-Emissionen hätte (bezogen auf das Jahr 2014) die Ticketpreise für EU-interne Flüge im Durchschnitt um 5 Prozent erhöht und Einnahmen von gut 5 Milliarden Euro erbracht. Die Zahl der Flugpassagiere hätte dadurch stagniert, statt um mehr als 4 Prozent anzusteigen. Vorteile hätte die EU-weite Abgabe auch im Vergleich zu nationalen Lösungen, an denen bereits mehrere Staaten scheiterten: Sie ist ökologisch deutlich treffsicherer und brächte einzelnen Staaten keine Wettbewerbsnachteile. Die Einnahmen aus der Flugticketabgabe könnte, so der Vorschlag der Studienautoren, direkt ins EU-Budget fließen - und im selben Ausmaß die EU-Beiträge der Mitgliedstaaten reduzieren.
Verliehen wurden die VCÖ-Mobilitätspreise am Dienstag vor großem Publikum im Wiener Odeon-Theater. Insgesamt waren 377 Projekte und Konzepte eingereicht worden, eine Fachjury wählte daraus die Sieger in insgesamt zwölf Kategorien. "Das WIFO spricht sich immer wieder für ein nachhaltiges Steuer- und Abgabensystem aus, in dem ökologisch schädliche Regelungen beseitigt und Steuern auch als umweltpolitisches Instrument genützt werden", sagt WIFO-Leiter Christoph Badelt. "Mit ihren Analysen zu einer CO2-Besteuerung haben Margit Schratzenstaller und Alexander Krenek einen wichtigen Beitrag zu einer sachlich fundierten Debatte geleistet."
Die Studie zum Download
Jetzt wurde die Studie mit dem Mobilitätspreis 2017 des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) in der Kategorie "Forschungsprojekte für eine klimaverträgliche Mobilität" ausgezeichnet. "Um die UN-Klimaziele zu erreichen, ist eine faire Besteuerung des Flugverkehrs unumgänglich. Eine wissenschaftlich fundierte Grundlage zu den Auswirkungen und der ökologischen Treffsicherheit auf EU-Ebene zu haben, ist ein wichtiger Schritt", heißt es in der Jury-Begründung. VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak: "Eine CO2-basierte Flugticketabgabe ist eine geeignete und wichtige Maßnahme auf dem Weg zur Umsetzung des UN-Klimaabkommens von Paris."
Einnahmen direkt ins EU-Budget
Die angedachte Flugticketabgabe könne "das bestehende Ungleichgewicht zulasten klimafreundlicher Verkehrsmittel etwas ausgleichen", sagt Margit Schratzenstaller. Eine EU-weite Abgabe in Höhe von 35 Euro pro Tonne CO2-Emissionen hätte (bezogen auf das Jahr 2014) die Ticketpreise für EU-interne Flüge im Durchschnitt um 5 Prozent erhöht und Einnahmen von gut 5 Milliarden Euro erbracht. Die Zahl der Flugpassagiere hätte dadurch stagniert, statt um mehr als 4 Prozent anzusteigen. Vorteile hätte die EU-weite Abgabe auch im Vergleich zu nationalen Lösungen, an denen bereits mehrere Staaten scheiterten: Sie ist ökologisch deutlich treffsicherer und brächte einzelnen Staaten keine Wettbewerbsnachteile. Die Einnahmen aus der Flugticketabgabe könnte, so der Vorschlag der Studienautoren, direkt ins EU-Budget fließen - und im selben Ausmaß die EU-Beiträge der Mitgliedstaaten reduzieren.
Verliehen wurden die VCÖ-Mobilitätspreise am Dienstag vor großem Publikum im Wiener Odeon-Theater. Insgesamt waren 377 Projekte und Konzepte eingereicht worden, eine Fachjury wählte daraus die Sieger in insgesamt zwölf Kategorien. "Das WIFO spricht sich immer wieder für ein nachhaltiges Steuer- und Abgabensystem aus, in dem ökologisch schädliche Regelungen beseitigt und Steuern auch als umweltpolitisches Instrument genützt werden", sagt WIFO-Leiter Christoph Badelt. "Mit ihren Analysen zu einer CO2-Besteuerung haben Margit Schratzenstaller und Alexander Krenek einen wichtigen Beitrag zu einer sachlich fundierten Debatte geleistet."
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