Der sektorale Systemrisikopuffer für gewerbliche Immobilienfinanzierungen
Mikroprudenzielle Vorgaben für spezifische Kreditinstitute wären derzeit zielgenauer und verhältnismäßiger als ein pauschal wirkender sektoraler Systemrisikopuffer. Da gewerbliche Immobilienkredite auch Forderungen an gewerbliche Wohnbauträger umfassen, dämpft die makroprudenzielle Politik eine bereits labile Baukonjunktur, sie entfaltet eine mietensteigernde Wirkung und verstärkt die Zinswende der Europäischen Zentralbank. Der Research Brief basiert auf einer aktuellen WIFO-Studie im Auftrag des Österreichischen Raiffeisenverbandes.
"Die Maßnahme kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Österreich kämpft noch immer mit einer schwachen Baukonjunktur und einer nur langsamen wirtschaftlichen Erholung. Unsere Ergebnisse stellen die Verhältnismäßigkeit des Systemrisikopuffers infrage. Die zusätzlichen Kapitalauflagen bremsen die Kreditvergabe und dämpfen damit Investitionen in den Wohn- und Gewerbebau. Weniger Neubau engt das ohnehin knappe Wohnungsangebot weiter ein und erhöht den Druck auf die Mieten. Statt pauschaler Vorgaben für alle Banken schlagen wir gezielte Auflagen für jene Institute vor, die tatsächlich hohe Risiken tragen. Das würde die Stabilität des Finanzsystems sichern, ohne die gesamte Bauwirtschaft zusätzlich zu belasten", so WIFO-Ökonom Thomas Url.
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