Wöchentlicher WIFO-Wirtschaftsindex

Der Wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) ist ein Maß für die realwirtschaftliche Aktivität der österreichischen Volkswirtschaft auf wöchentlicher Basis. Er beruht auf wöchentlichen, monatlichen und vierteljährlichen Indikatoren.

Der Index ist auf die Werte der Veränderungsraten des BIP gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal skaliert: Ein Wert von 2% in einer bestimmten Woche bedeutet daher, dass ein durchschnittliches Wachstum von 2% im Vergleich zum Vorjahresquartal erwartet würde, sofern die Bedingungen dieser Woche ein ganzes Quartal lang anhalten.


Methodenbeschreibung

Der Wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) misst die realwirtschaftliche Aktivität der österreichischen Volkswirtschaft auf wöchentlicher Basis. Er beruht auf 14 wöchentlichen, 7 monatlichen Indikatoren und 1 vierteljährlichen Indikator für die österreichische Wirtschaft.

Die wöchentlichen Daten umfassen derzeit 14 Zeitreihen wie Lkw-Fahrleistung, Stromverbrauch, Kreditkartentransaktionsvolumen, Arbeitslosigkeit, Stickstoffdioxid-Ausstoß, Zahlungsverkehrsdaten (Zahl und Volumen von Überweisungen), Google-Daten zur Mobilität (Einzelhandel und Erholung, Lebensmittelhandel und Apotheken, Bahnhöfe, Arbeitsplätze), Flugdaten zum Passagier- und Frachtvolumen sowie Daten aus den Wochenauswertungen ausgewählter Indikatoren aus dem WIFO-Konjunkturtest. Die monatlichen Daten umfassen Stimmungsindikatoren aus dem WIFO-Konjunkturtest und harte Indikatoren wie Industrieproduktions- und Arbeitsmarktkennzahlen (Beschäftigung und offene Stellen).

Das BIP ist die einzige Reihe auf Basis einer Quartalsfrequenz im Modell.

Beim Aufbau des WWWI werden keine Finanzdaten berücksichtigt, da mit dem WWWI ein Maß für die realwirtschaftliche Aktivität, nicht jedoch für die finanziellen Bedingungen erstellt werden soll. Der Index wird mit Hilfe eines dynamischen Faktormodells erstellt.
 

Publikationen

Sandra Bilek-Steindl, Julia Bock-Schappelwein, Christian Glocker, Serguei Kaniovski (WIFO), Sebastian Koch, Richard Sellner (IHS)
Hochfrequente Konjunkturbeobachtung (High-frequency Business Cycle Monitoring)
Monographien, Oktober 2020, 75 Seiten
Auftraggeber: Bundesministerium für Finanzen
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung – Institut für Höhere Studien
Online seit: 23.10.2020 0:00
 
In dieser Studie wird eine große Zahl hochfrequenter Indikatoren gesammelt und hinsichtlich ihres Informationsgehaltes im Hinblick auf die Aktivität der österreichischen Volkswirtschaft analysiert. Dies geschieht anhand von Kreuzkorrelationen dieser und anderer häufig verwendeter Indikatoren für verschiedene Referenzreihen, u. a. für das BIP, das verarbeitende Gewerbe, den Bausektor, Teile des Dienstleistungssektors, Investitionen, Konsum, Importe und Exporte. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden dynamische Faktormodelle (DFM) für die Referenzreihen spezifiziert. Dies ermöglicht eine Echtzeiteinschätzung und eine Prognose des BIP sowohl durch einen direkten (wöchentlicher WIFO-Wirtschaftsindex – WWWI) als auch durch einen indirekten Ansatz (Cluster dynamischer Faktormodelle – CDFM). Eine Auswahl an hochfrequenten Indikatoren ist auch über den IHS Economic High-Frequency Monitor abrufbar.