26.05.2026

Wöchentlicher WIFO-Wirtschaftsindex

WWWI: 14. bis 20. Kalenderwoche 2026
Die (unbereinigte) wirtschaftliche Aktivität auf Basis des wöchentlichen Indikators für das reale BIP (WWWI) lag im April (Kalenderwochen 14 bis 18) um ¼% über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes.

WWWI für das BIP und seine Teilkomponenten

Auf Basis des wöchentlichen Indikators für das BIP (WWWI) war die österreichische Wirtschaftsleistung im April (Kalenderwochen 14 bis 18, 30. März bis 3. Mai 2026) um ¼% und in den ersten zwei Maiwochen (Kalenderwochen 19 und 20, 4. bis 17. Mai 2026) um ½% höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (März +1¼%, revidiert)1).

Das inflationsbereinigte Volumen der bargeldlosen Transaktionen als Indikator für die Konsumausgaben der privaten Haushalte deutet im Vorjahresvergleich im April für die Nachfrage nach Gütern (Einzelhandelsumsätze) auf einen leichten Anstieg und für die Dienstleistungen auf einen Rückgang hin. Der private Konsum schrumpfte gegenüber dem Vorjahr im April um ½% und dürfte in den ersten zwei Maiwochen um 2% zugenommen haben (März +1¼%).

Die Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen wird von der Wirtschaftsleistung (Industrieproduktion) und der Stimmung im produzierenden Bereich gemäß WIFO-Konjunkturtest bestimmt. Im April dürften die Investitionen am Vorjahresniveau stagniert und in der ersten Maihälfte um 1¼% abgenommen haben (März +1¾%).

Aus der Entwicklung der Industrieproduktion und des Tourismus sowie der großen Nachfragekomponenten und den daraus resultierenden Wirkungen auf den Außenhandel ergibt sich für die Nettoexporte i. w. S. im April ein negativer Wachstumsbeitrag zum BIP von 1½ Prozentpunkten und der ersten Maihälfte von ¾ Prozentpunkten.

Die Lkw-Fahrleistung auf Österreichs Autobahnen nahm im April gegenüber dem Vorjahr zu, wohingegen der Gütertransport auf der Schiene sowie das Fluggast- und Luftfrachtaufkommen auf dem Flughafen Wien sanken. Das Flugaufkommen hat infolge des Iran-Krieges (Streckenausfall und gestiegene Preise für Kerosin) einen merklichen Dämpfer erlitten. Im April zeigte der WIFO-Konjunkturtest eine signifikante Verschlechterung der bereits mehrheitlich negativen Unternehmensstimmung im Verkehrsbereich. Für den Verkehr (ÖNACE 2008, Abschnitt H) wird auf der Basis dieser Indikatoren gegenüber dem Vorjahr für den April eine Stagnation der Wertschöpfung und für die erste Maihälfte ein Rückgang um 1¾% geschätzt (März +1%).

Der Industrieproduktionsindex (unbereinigt) stieg im März gegenüber dem Vorjahr nach vorläufiger Berechnung um 6%. Die Beschäftigung im güterproduzierenden Bereich (ÖNACE 2008, Abschnitte A bis E) sank weiter (April –0,7% gegenüber dem Vorjahr). Die Zahl der arbeitssuchenden Personen in diesem Sektor nahm nach einer kurzen Entspannung zum Jahreswechsel 2025/26 bis April wieder leicht zu. Die Stimmung der Sachgütererzeuger hatte sich gemäß WIFO-Konjunkturtest bis zum Jahresbeginn 2026 tendenziell verbessert, trübte sich im April jedoch deutlich ein. Das WIFO schätzt die Wirtschaftsleistung im güterproduzierenden Bereich im April um 1% und Anfang Mai um 1¾% geringer ein als im Vorjahr.

Der Bauproduktionsindex lag im Jänner witterungsbedingt um knapp 11%, im Februar um fast 5% (revidiert) und im März gemäß vorläufiger Berechnung um ½% unter dem Vorjahresniveau. Der Rückgang der Beschäftigung im Bauwesen schwächte sich zuletzt etwas ab und die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr im März und April, nach einem Anstieg im Jänner und Februar. Die Stimmung unter den Bauunternehmen bleibt skeptisch. Die kürzliche Verbesserung der zusammengesetzten Lage- und Erwartungsindikatoren lässt sich überwiegend auf erhöhte Preiseinschätzungen zurückführen. Die Wertschöpfung in der Bauwirtschaft (ÖNACE 2008, Abschnitt F) dürfte im April um 2¾% und in den ersten zwei Maiwochen um 4¼% niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres ausgefallen sein (März –1½%).

Basierend auf bargeldlosen Transaktionen im Bereich Restaurants und Hotels und Stimmungsindikatoren aus dem WIFO-Konjunkturtest dürfte die Wertschöpfung im Tourismus (Beherbergung und Gastronomie, ÖNACE 2008, Abschnitt I) gegenüber dem Vorjahr im April um ¾% zugenommen haben und in der ersten Maihälfte sogar um 6½% gestiegen sein (März –3½%). Letzteres ist auf die frühere Lage von Christi Himmelfahrt in diesem Jahr (2026: Kalenderwoche 20; 2025: Kalenderwoche 22) und das damit verbundene verlängerte Wochenende zurückzuführen. Im Handel (ÖNACE 2008, Abschnitt G) wird im April und Anfang Mai ein Wertschöpfungszuwachs gegenüber dem Vorjahr von jeweils ½% erwartet (März +1¾%).

Die aktuelle Beschäftigungssituation in den übrigen Marktdienstleistungen sowie Stimmungsindikatoren aus dem WIFO-Konjunkturtest deuten auf eine weiterhin insgesamt positive Entwicklung dieses Sektors hin. Für die übrigen Marktdienstleistungen (ÖNACE 2008, Abschnitte J bis N) wird gegenüber dem Vorjahr im April und in der ersten Maihälfte ein Zuwachs in der Wertschöpfung von jeweils ¾% erwartet (März +1%). In den sonstigen persönlichen Dienstleistungen (ÖNACE 2008, Abschnitte R bis T) dürfte die Wertschöpfung auf der Grundlage der Beschäftigungsentwicklung und der Unternehmenserwartungen laut WIFO-Konjunkturtest im April um 1½% und in den ersten beiden Maiwochen um 2½% gewachsen sein (März +2%).


1)  Die Berücksichtigung neu veröffentlichter und revidierter Monatsdaten, die bei der Schätzung des WWWI erfüllt werden müssen, führte zu einer Revision des WWWI für das BIP. Zu nennenswerten entstehungsseitigen WWWI-Revisionen kam es insbesondere in den Bereichen Güterproduktion (ÖNACE 2008, Abschnitte A bis E), Verkehr (Abschnitt H), Beherbergung und Gastronomie (Abschnitt I) und Handel (Abschnitt G).

Der Wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) schätzt die realwirtschaftliche Aktivität der österreichischen Volkswirtschaft auf wöchentlicher und monatlicher Basis. Er verwendet wöchentliche, monatliche und vierteljährliche Zeitreihen, um wöchentliche und monatliche Indikatoren für das reale BIP und 18 BIP-Teilaggregate (Verwendungsseite 8, Produktionsseite 10) der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu schätzen.

Mit der Veröffentlichung für den Juni 2022 wurden die ökonometrischen Modelle für die historischen Zerlegungen und für das "Nowcasting" auf saisonal unbereinigte Zeitreihen umgestellt. Zudem werden nun für die Schätzung der Modelle die Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahr verwendet.

Die WWWI-Berechnungen werden (derzeit) monatlich aktualisiert und auf der Website des WIFO veröffentlicht.