
Optionen zur Umsetzung des Verursacherprinzips in der Landwirtschaft
Da die genannten negativen externen Effekte für Marktteilnehmer nicht sichtbar sind, werden zu viele Agrargüter mit Technologien produziert, die Schäden verursachen. Dieser generelle Befund ist auch für die Landwirtschaft der EU zutreffend.
Um die negativen Auswirkungen der Landwirtschaft einzudämmen, setzt die EU derzeit vor allem auf regulative Eingriffe und fördert umweltfreundlicheres Verhalten im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Dieses Vorgehen greift aber zu kurz, da Belastungen von Klima, Umwelt und natürlichen Lebensräumen nur unzureichend eingedämmt werden, administrative Hürden viele Anstrengungen verpuffen lassen und der Wettbewerb zwischen den Ländern verzerrt wird.
In dieser WIFO-Studie schlagen Elisabeth Christen, Gabriel Felbermayr, Hans Pitlik und Franz Sinabell eine grundlegende Änderung in der Herangehensweise der EU-Agrar- und -Umweltpolitik vor, die diese Probleme beseitigen könnte. Zu diesem Zweck sollte die Landwirtschaft in das europäische System für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten einbezogen werden.
Das gleiche Instrument sollte auch auf andere Schadstoffe wie Stickstoffdünger und Pflanzenschutzmittel ausgeweitet werden. Um zu verhindern, dass umweltschädliche Produktionsmethoden anderswo auf der Welt zunehmen, wird ein Grenzausgleichsmechanismus vorgeschlagen. Diese Kombination wird Innovationen im Bereich umweltfreundlicherer Produktionsmethoden fördern, den Verwaltungsaufwand verringern, den Anstieg der Lebensmittelpreise auf ein Minimum beschränken und umweltschädliche Schadstoffe auf vorhersehbare Weise reduzieren.
