
Wöchentlicher WIFO-Wirtschaftsindex
WWWI für das BIP und seine Teilkomponenten
Auf Basis des wöchentlichen Indikators für das BIP (WWWI) lag die heimische Wirtschaftsleistung im Jänner (Kalenderwochen 1 bis 5, 29. Dezember 2025 bis 1. Februar 2026) – bei einem Arbeitstag weniger – um ¼% unter dem Vorjahresniveau. In den ersten beiden Februarwochen (Kalenderwochen 6 und 7, 2. bis 15. Februar 2026) dürfte sie um ½% höher gewesen sein (Dezember 2025 +¼%, revidiert)1).
Das inflationsbereinigte Volumen der bargeldlosen Transaktionen als Indikator für die Konsumausgaben der privaten Haushalte zeigt im Jänner im Vorjahresvergleich für die Nachfrage nach Gütern (Einzelhandelsumsätze) einen Rückgang, während die Nachfrage nach Dienstleistungen zugenommen haben dürfte. Der private Konsum ist gegenüber dem Vorjahr im Jänner um 1¼% gestiegen und dürfte in den ersten zwei Februarwochen um ¾% zugenommen haben (Dezember 2025: 0%).
Die Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen wird von der geschätzten Wirtschaftsleistung (Industrieproduktion) und der Stimmung im produzierenden Bereich gemäß WIFO-Konjunkturtest bestimmt. Im Dezember 2025 und Jänner 2026 dürften die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr um jeweils ½% gesunken sein.
Aus der Entwicklung der Industrieproduktion und des Tourismus sowie der großen Nachfragekomponenten und den daraus resultierenden Wirkungen auf den Außenhandel ergibt sich für die Nettoexporte i. w. S. im Jänner mit –1¼ Prozentpunkten ein negativer Wachstumsbeitrag zum BIP (Dezember 2025 –1½ Prozentpunkte).
Die Lkw-Fahrleistung auf Österreichs Autobahnen, der Gütertransport auf der Schiene und das Fluggast- und Güteraufkommen auf dem Flughafen Wien nahmen im Jänner gegenüber dem Vorjahr ab. Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage der Unternehmen im Verkehrsbereich blieb gemäß WIFO-Konjunkturtest weiterhin mehrheitlich im negativen Bereich. Ausgehend von dieser Indikatorenlage wird für den Bereich Verkehr (ÖNACE 2008, Abschnitt H) im Jänner ein Wertschöpfungsrückgang von 3½% gegenüber dem Vorjahr geschätzt (Dezember 2025 –1¼%).
Die Beschäftigung im güterproduzierenden Bereich (ÖNACE 2008, Abschnitte A bis E) sank rezessionsbedingt neuerlich und lag im Jänner um 1½% unter dem Vorjahresniveau. Die Zahl der arbeitssuchenden Personen in diesem Sektor nimmt seit Kurzem aber nicht mehr zu. Der WIFO-Konjunkturtest für die Sachgütererzeugung zeigt sowohl in den aktuellen Lagebeurteilungen als auch in den Erwartungen für die kommenden Monaten seit Jahresbeginn 2025 eine deutliche Erholung; per Saldo bleiben die Einschätzungen aber weiterhin im negativen Bereich. Das WIFO erwartet im Vorjahresvergleich im güterproduzierenden Bereich im Jänner eine um 1% geringere und in der 1. Februarhälfte um 1% höhere Wirtschaftsleistung (Dezember 2025 –½%)2).
Im Jänner 2026 gab es um einen Arbeitstag weniger und der Monat war deutlich kälter als in den Vorjahren. Darüber hinaus blieb die Stimmung unter den Bauunternehmen skeptisch – sowohl die Lageeinschätzungen als auch die Erwartungen liegen noch unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Beschäftigung im Bauwesen sank weiter und auch die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen nahm, nach einem Rückgang im Dezember 2025, im Jänner gegenüber dem Vorjahr wieder zu. Die Wertschöpfung in der Bauwirtschaft (ÖNACE 2008, Abschnitt F) dürfte im Vorjahresvergleich im Jänner um 5% und in den ersten zwei Februarwochen um 3¾% niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres ausgefallen sein (Dezember 2025 –5½%).
Basierend auf bargeldlosen Transaktionen im Bereich Restaurants und Hotels und Stimmungsindikatoren aus dem WIFO-Konjunkturtest dürfte die Wertschöpfung im Tourismus (Beherbergung und Gastronomie, ÖNACE 2008, Abschnitt I) im Jänner am Vorjahresniveau stagniert haben und in der 1. Februarhälfte um 1% darüber gelegen sein (Dezember 2025 +2%). Im Handel (ÖNACE 2008, Abschnitt G) wird für den Jänner eine Stagnation und für die ersten beiden Februarwochen ein Rückgang der Wertschöpfung um ½% gegenüber dem Vorjahr erwartet (Dezember 2025 +1¾%).
Die aktuelle Beschäftigungssituation in den übrigen Marktdienstleistungen sowie Stimmungsindikatoren aus dem WIFO-Konjunkturtest deuten auf eine weiterhin moderat positive Entwicklung dieses Sektors hin. Für die übrigen Marktdienstleistungen (ÖNACE 2008, Abschnitte J bis N) wird im Dezember 2025 und im Jänner 2026 gegenüber dem Vorjahr eine Stagnation der Wertschöpfung am Vorjahresniveau geschätzt. In der ersten Februarhälfte wird ein Wertschöpfungszuwachs von ½% erwartet. In den sonstigen persönlichen Dienstleistungen (ÖNACE 2008, Abschnitte R bis T) dürfte die Wertschöpfung auf der Grundlage der Beschäftigungsentwicklung und den Unternehmenserwartungen laut WIFO-Konjunkturtest im Jänner gegenüber dem Vorjahr um 2% zugenommen haben (1. Februarhälfte 2026 +3½%, Dezember 2025 –½%).
1) Die Berücksichtigung neu veröffentlichter und revidierter Monatsdaten, die bei der Schätzung des WWWI erfüllt werden müssen, führte zu einer Revision des WWWI für das BIP. Zu nennenswerten entstehungsseitigen WWWI-Revisionen kam es insbesondere in den Bereichen Güterproduktion (ÖNACE 2008, Abschnitte A bis E), übrige Marktdienstleistungen (Abschnitte J bis N), Bauwesen (Abschnitt F), Handel (Abschnitt G) und Beherbergung und Gastronomie (Abschnitte I).
2) Für die WWWI-Schätzungen werden unbereinigte wöchentliche und monatliche Daten im Vorjahresvergleich modelliert. Die Zahl der Arbeitstage hat daher Einfluss auf die Veränderung der Wertschöpfung. Im Jänner gab es einen Arbeitstag weniger, im Dezember 2025 und Februar 2026 ebenso viele wie im Vorjahr.
Wöchentliche Wirtschaftsaktivität, WWWI – Entstehung und VerwendungDer WWWI befindet sich in ständiger Bearbeitung; er wird laufend überprüft und nach Verfügbarkeit mit neuen und zusätzlichen wöchentlichen Datenreihen erweitert. Der WWWI ist keine offizielle Quartalsschätzung, Prognose o. Ä. des WIFO.
Der Wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) schätzt die realwirtschaftliche Aktivität der österreichischen Volkswirtschaft auf wöchentlicher und monatlicher Basis. Er verwendet wöchentliche, monatliche und vierteljährliche Zeitreihen, um wöchentliche und monatliche Indikatoren für das reale BIP und 18 BIP-Teilaggregate (Verwendungsseite 8, Produktionsseite 10) der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu schätzen.
Mit der Veröffentlichung für den Juni 2022 wurden die ökonometrischen Modelle für die historischen Zerlegungen und für das "Nowcasting" auf saisonal unbereinigte Zeitreihen umgestellt. Zudem werden nun für die Schätzung der Modelle die Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahr verwendet.
Die WWWI-Berechnungen werden (derzeit) monatlich aktualisiert und auf der Website des WIFO veröffentlicht.



