WIFO-Micromod und EUROMOD
WIFO-Micromod ist ein zentrales Analyseinstrument des WIFO, um die kurzfristig erwartbaren Verteilungs-, Umverteilungs- und fiskalischen Wirkungen wirtschaftspolitischer Maßnahmen systematisch zu bewerten. Es unterstützt evidenzbasierte Politikgestaltung, indem es Antworten auf Fragen liefert wie: Wer profitiert oder verliert durch eine Reform? In welchem Ausmaß? Und welche Auswirkungen hat sie auf Ungleichheit?
WIFO-Micromod ermöglicht Ex-ante- und Ex-post-Bewertungen von Reformen in den Bereichen Einkommensteuer, Sozialversicherung und Transferleistungen auf individueller und Haushaltsebene. Es basiert auf repräsentativen Mikrodaten (EU-SILC) und verwendet detaillierte Informationen zu Einkommen, Erwerbsintensität, Haushaltsstruktur und soziodemografischen Merkmalen. Dadurch kann die Heterogenität der Bevölkerung abgebildet und politische Maßnahmen hinsichtlich ihrer sozialen Wirkung differenziert analysiert werden.
Zu den zentralen Modelloutputs zählen: die Veränderung des verfügbaren Einkommens (verschiedener Haushaltsgruppen) und die budgetären Auswirkungen von Reformvorschlägen. Vergleiche zwischen Status quo und Reformoptionen liefern quantifizierbare Entscheidungsgrundlagen für politische Debatten und Budgetplanungen.
WIFO-Micromod verfügt über ein detailliertes Steuer-Abgaben-Transfer-Modul. Es ist mit anderen Datenquellen und WIFO-Modellen verknüpfbar, wodurch makroökonomische und verteilungspolitische Fragestellungen integriert behandelt werden können. Zusatzmodule erlauben die Erweiterung um Now- und Forecastings, indirekte Steuern und öffentliche Sachleistungen.
Darüber hinaus kommt EUROMOD, das von der Europäischen Kommission (Joint Research Centre) entwickelte EU-weite Mikrosimulationsmodell, zum Einsatz. Die Einsatzbereiche und -möglichkeiten der beiden Modelle sind sehr ähnlich. EUROMOD wird regelmäßig im Rahmen der WIFO-Konjunkturprognose zum Now- und Forecasting von Indikatoren der Einkommensverteilung verwendet.

