Messung von illegalen Finanzflüssen
Es ist davon auszugehen, dass Ländern durch illegale Finanzflüsse erhebliche Mittel entgehen. Diese Finanzflüsse variieren nach Ländern und Regionen, und können aus unterschiedlichen Quellen, wie zum Beispiel illegalen Aktivitäten, Geldwäsche oder Steuervermeidung entstehen. Damit wird die Fähigkeit einheimische Ressourcen zu mobilisieren untergraben und die ökonomische und soziale Entwicklung verlangsamt.
Diese Risiken thematisieren die Vereinten Nationen in ihrer Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals SDGs). Demnach sollen bis 2030 illegale Finanz- und Waffenströme deutlich verringert, die Wiedererlangung und Rückgabe gestohlener Vermögenswerte verstärkt und alle Formen der organisierten Kriminalität bekämpft werden. Als Teil des Zielerreichungsprozesses haben UNCTAD und UNODC die Aufgabe einen SDG-Indikator für den Gesamtwert der ein- und ausgehenden illegalen Finanzströme (in Dollar) zu entwickeln.
Bislang gibt es jedoch noch keine allgemein akzeptierte Methode illegale Finanzflüsse zu messen. Um solche Methoden und Richtlinien zu entwickeln, wurde eine Task Force gegründet. Aufbauend auf vorhergehenden Konsultationen mit Experten und Expertinnen, zielte das Treffen in Genf darauf ab, statistische Definitionen und Typologien von illegalen Finanzflüssen zu entwickeln, eine Bestandsaufnahme von bestehenden Daten zu machen und Methoden zur Messung von illegalen Finanzflüssen zu diskutieren.
WIFO-Ökonom Simon Loretz präsentierte die Ergebnisse seiner Studie "Aggressive Tax Planning Indicators". Der Fokus lag dabei auf der Frage, inwieweit die Ergebnisse für einen (Teil‑)Indikator für illegale Finanzströme für alle Staaten verallgemeinerbar sind. Während die Studie eine Vielzahl an Indikatoren beinhaltet, und diese auch zum Teil deutliche Hinweise für substantielle Steuervermeidung liefern, so bleibt jedoch die Herausforderung einen allgemeinen Indikator daraus abzuleiten.
Weitere Informationen zum Task-Force-Treffen