07.09.2026

Die 100-jährige Geschichte des WIFO erkunden

Jubiläumsportal mit Zeitstrahl, Erinnerungen und Archiv
Das Österreichische Institut für Konjunkturforschung nahm am 2. Jänner 1927 seine Arbeit auf. Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens lädt das nunmehrige Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) dazu ein, seine Geschichte auf einem Jubiläumsportal mit einem interaktiven Zeitstrahl, eindrucksvollen Erinnerungsbeiträgen, vielfältigen Veranstaltungshinweisen und einem neu aufbereiteten Archiv der WIFO-Monatsberichte zu entdecken.

Interaktive Zeitreise

Knapp 100 interaktive Meilensteine zeichnen entlang der Entwicklung des österreichischen Bruttoinlandsproduktes die Geschichte des WIFO von 1927 bis 2027 nach. Entdecken Sie wissenschaftliche Meilensteine, politische und wirtschaftliche Umbrüche sowie Ereignisse, die Österreich und das WIFO nachhaltig geprägt haben.

Ein Jahr zum Erinnern

Das Jubiläumsportal bündelt die zahlreichen Aktivitäten des Jubiläumsjahres. Beiträge, Veranstaltungen und weitere Inhalte werden laufend ergänzt und laden dazu ein, die Geschichte des WIFO aus unterschiedlichen Perspektiven zu erleben.

Den Auftakt bilden Beiträge über Franz Nemschak, Helene Lieser und Kurt Rothschild. In einer Tonaufnahme spricht Franz Nemschak, WIFO-Leiter von 1945 bis 1972, über die Neugründung des Österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung in den Nachkriegswirren des Jahres 1945. Helene Lieser promovierte als erste Frau in Staatswissenschaften an der Universität Wien und war nicht nur mit hoher Wahrscheinlichkeit Gustav Klimts "Fräulein Lieser", sondern auch Mitbegründerin des WIFO. In einem WIFO Reserach Seminar sprechen Rahim Taghizadegan und Herbert Unterköfler über Werk und Biografie der Ökonomin Lieser. Kurt Rothschild prägte das WIFO in unterschiedlichen Rollen über sechs Jahrzehnte. Der Journalist und Filmemacher Gerald Teufel porträtierte den Doyen der österreichischen Wirtschaftswissenschaften in einer Dokumentation.

Blick ins Archiv

Seit 1927 veröffentlichen die WIFO-Monatsberichte Forschungsergebnisse des Institutes sowie wissenschaftlich fundierte Analysen zur österreichischen und internationalen Wirtschaftsentwicklung. Das neu aufbereitete historische Volltextarchiv macht ein Jahrhundert Wirtschaftsforschung digital zugänglich und ermöglicht faszinierende Einblicke in die wirtschaftlichen Debatten und Herausforderungen der jeweiligen Zeit.

Das Haus der vielen Konjunkturen

Zum 100-jährigen Bestehen des Österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung (WIFO) legt eine im Böhlau Verlag erscheinende Publikation dar, wie eng die Wirtschaftsgeschichte Österreichs mit dem Haus der vielen Konjunkturen verknüpft ist. In 11 Beiträgen zeichnen die Autor:innen den Weg der Institution von der Gründung 1927 über die Krise der 1930er-Jahre bis zu Wiederaufbau, Austrokeynesianismus und EU-Beitritt nach und verdeutlichen deren Bedeutung für wirtschaftspolitische Entscheidungen. Erstmals wird dabei die Rolle des Institutes während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1938 bis 1945 aufgearbeitet und die geringe Präsenz von Frauen in der Wirtschaftswissenschaft und am Institut kritisch untersucht. Den Abschluss bildet ein Beitrag von sieben Ökonominnen zu zukünftigen Herausforderungen für Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft. "Das Haus der vielen Konjunkturen" erscheint im November 2026.

Pionierin promovierte als erste Frau in Staatswissenschaften an der Universität Wien und war mit hoher Wahrscheinlichkeit Gustav Klimts "Fräulein Lieser"
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Filmportrait über den weltweit anerkannten Doyen der österreichischen Wirtschaftswissenschaften
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Franz Nemschak im Originalton über seine Initiative zur Neugründung des WIFO 1945
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