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Der Binnenmarkt und die "EU der unterschiedlichen Geschwindigkeiten"
WIFO-Monatsberichte, 2018, 91(9), S.663-673
Online seit: 25.09.2018 0:00
 
Alle EU-Länder verzeichneten während der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise einen starken Produktionsrückgang, besonders betroffen waren aber EU-Länder an der "Peripherie". Dies überraschte angesichts ihrer soliden makroökonomischen Entwicklung vor der Krise. Offenbar hatten sich bereits Ungleichgewichte gebildet. Jene Länder, die von der Rezession am empfindlichsten getroffen wurden, wiesen nicht nur ein geringes Produktivitätswachstum in der Herstellung von handelbaren Gütern (z. B. Herstellung von Waren) auf, sondern vor der Krise auch einen erheblichen Anstieg der Produktion von nicht handelbaren Gütern (z. B. Immobilien). Diese Produktivitätsentwicklung spiegelt das Nachfragemuster wider, das einerseits einen Trend zum Konsum nicht handelbarer Güter zeigt, andererseits eine Zunahme des Außenhandels.
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik – Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb – Strukturwandel und Regionalentwicklung
Sprache:Deutsch

The Single Market and the "Multi-Speed EU"
While all EU economies experienced a sharp decline in production during the financial market and economic crisis, the "peripheral" EU countries were particularly hard hit. This is surprising given the solid macroeconomic growth before the crisis. The reasons were imbalances that had built up under an seemingly tranquil macroeconomic surface. This article traces the underlying structural mechanisms by sketching demand and productivity developments in a tradeable and non-tradeable framework. Before the crisis the countries which were most affected by the subsequent recession not only showed low productivity growth in tradeable goods (e.g., manufacturing), but also recorded a sharp increase in the production of non-tradeable goods (e.g., real estate). The developments in productivity growth were also reflected in demand patterns. These show a trend towards consumption of non-tradeable goods and services on the one hand, and an increase in international trade on the other hand.

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