24.03.2026

Wöchentlicher WIFO-Wirtschaftsindex

WWWI: 6. bis 11. Kalenderwoche 2026
Die (unbereinigte) wirtschaftliche Aktivität auf Basis des wöchentlichen Indikators für das reale BIP (WWWI) lag im Februar (Kalenderwochen 6 bis 9) um 1% über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes.

WWWI für das BIP und seine Teilkomponenten

Auf Basis des wöchentlichen Indikators für das BIP (WWWI) ist die heimische Wirtschaftsleistung im Februar (Kalenderwochen 6 bis 9, 2. Februar bis 1. März) und in den ersten beiden Märzwochen (Kalenderwochen 10 und 11, 2. bis 15. März) um jeweils 1% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gestiegen (Jänner +½%, revidiert)1).

Das inflationsbereinigte Volumen der bargeldlosen Transaktionen als Indikator für die Konsumausgaben der privaten Haushalte deutet im Vorjahresvergleich im Februar für die Nachfrage nach Gütern (Einzelhandelsumsätze) und Dienstleistungen auf eine Zunahme hin, wobei der Zuwachs bei Letzteren markanter ausgefallen sein dürfte. Der private Konsum ist gegenüber dem Vorjahr im Februar um 1¾% gestiegen und dürfte in den ersten zwei Märzwochen um 2¼% zugenommen haben (Jänner +2½%).

Die Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen wird von der Wirtschaftsleistung (Industrieproduktion) und der Stimmung im produzierenden Bereich gemäß WIFO-Konjunkturtest bestimmt. Im Februar und den ersten beiden Märzwochen dürften die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr um jeweils 1% zugenommen haben (Jänner 0%).

Aus der Entwicklung der Industrieproduktion und des Tourismus sowie der großen Nachfragekomponenten und den daraus resultierenden Wirkungen auf den Außenhandel ergibt sich für die Nettoexporte i. w. S. im Februar und der 1. Märzhälfte mit –2¾ bzw. –3½ Prozentpunkten ein negativer Wachstumsbeitrag zum BIP (Jänner –2¼ Prozentpunkte).

Die Lkw-Fahrleistung auf Österreichs Autobahnen und das Luftfrachtaufkommen auf dem Flughafen Wien nahmen im Februar gegenüber dem Vorjahr zu, wohingegen der Gütertransport auf der Schiene und das Fluggastaufkommen auf dem Flughafen Wien sanken. Die Unternehmen im Verkehrsbereich schätzen die aktuelle Lage gemäß WIFO-Konjunkturtest weiterhin mehrheitlich negativ ein. Ausgehend von dieser Indikatorenlage wird für den Bereich Verkehr (ÖNACE 2008, Abschnitt H) im Jänner und Februar ein Wertschöpfungsrückgang von jeweils 1% gegenüber dem Vorjahr geschätzt (1. Märzhälfte –½%).

Der (revidierte) Industrieproduktionsindex stieg im Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahr deutlich an, lag im Jänner 2026 aber unter dem Vorjahresniveau. Die Beschäftigung im güterproduzierenden Bereich (ÖNACE 2008, Abschnitte A bis E) sank rezessionsbedingt weiter (Februar –1% gegenüber dem Vorjahr). Die Zahl der arbeitssuchenden Personen in diesem Sektor nahm nach einer kurzen Entspannung wieder zu. Die Stimmung der Unternehmen in der Herstellung von Waren hat sich gemäß WIFO-Konjunkturtest seit Jahresbeginn 2025 stetig verbessert, per Saldo bleiben die Einschätzungen aber weiterhin im negativen Bereich. Die Erwartungen für die kommenden Monate trübten sich zuletzt wieder etwas ein. Das WIFO erwartet im güterproduzierenden Bereich für den Februar eine um 2% und in der 1. Märzhälfte um 1¾% höhere Wirtschaftsleistung als im Vorjahr (Jänner 0%).

Die Beschäftigung im Bauwesen sank weiter und auch die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen nahm, nach einem Rückgang im Dezember 2025, im Jänner und Februar gegenüber dem Vorjahr wieder zu. Die Stimmung unter den Bauunternehmen bleibt skeptisch – sowohl die Lageeinschätzungen als auch die Erwartungen liegen noch unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Wertschöpfung in der Bauwirtschaft (ÖNACE 2008, Abschnitt F) dürfte im Vorjahresvergleich im Februar um 4% und in den ersten zwei Märzwochen um 3¼% niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres ausgefallen sein (Jänner –5%).

Basierend auf bargeldlosen Transaktionen im Bereich Restaurants und Hotels und Stimmungsindikatoren aus dem WIFO-Konjunkturtest dürfte die Wertschöpfung im Tourismus (Beherbergung und Gastronomie, ÖNACE 2008, Abschnitt I) im Februar am Vorjahresniveau stagniert haben und in der 1. Märzhälfte um 3% darüber gelegen sein (Jänner –¼%). Im Handel (ÖNACE 2008, Abschnitt G) wird gegenüber dem Vorjahr für den Februar und für die ersten beiden Märzwochen ein Anstieg der Wertschöpfung um 1% bzw. ¾% erwartet (Jänner +1½%).

Die aktuelle Beschäftigungssituation in den übrigen Marktdienstleistungen sowie Stimmungsindikatoren aus dem WIFO-Konjunkturtest deuten auf eine weiterhin moderat positive Entwicklung dieses Sektors hin. Für die übrigen Marktdienstleistungen (ÖNACE 2008, Abschnitte J bis N) wird im Februar und in der 1. Märzhälfte ein Wertschöpfungszuwachs gegenüber dem Vorjahr von jeweils ¾% geschätzt (Jänner +¼%). In den sonstigen persönlichen Dienstleistungen (ÖNACE 2008, Abschnitte R bis T) dürfte die Wertschöpfung auf der Grundlage der Beschäftigungsentwicklung und den Unternehmenserwartungen laut WIFO-Konjunkturtest im Februar gegenüber dem Vorjahr um 3½% zugenommen haben (1. Märzhälfte +3¾%, Jänner +2%).


1)  Die Berücksichtigung neu veröffentlichter und revidierter Monats- und Quartalsdaten, die bei der Schätzung des WWWI erfüllt werden müssen, führte zu einer Revision des WWWI für das BIP. Zu nennenswerten entstehungsseitigen WWWI-Revisionen kam es insbesondere in den Bereichen Güterproduktion (ÖNACE 2008, Abschnitte A bis E), Handel (Abschnitt G) und Verkehr (Abschnitt H).

Der Wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) schätzt die realwirtschaftliche Aktivität der österreichischen Volkswirtschaft auf wöchentlicher und monatlicher Basis. Er verwendet wöchentliche, monatliche und vierteljährliche Zeitreihen, um wöchentliche und monatliche Indikatoren für das reale BIP und 18 BIP-Teilaggregate (Verwendungsseite 8, Produktionsseite 10) der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu schätzen.

Mit der Veröffentlichung für den Juni 2022 wurden die ökonometrischen Modelle für die historischen Zerlegungen und für das "Nowcasting" auf saisonal unbereinigte Zeitreihen umgestellt. Zudem werden nun für die Schätzung der Modelle die Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahr verwendet.

Die WWWI-Berechnungen werden (derzeit) monatlich aktualisiert und auf der Website des WIFO veröffentlicht.

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