Drastische Verschlechterung der Konjunktureinschätzungen

29.04.2020

WIFO-Konjunkturtest vom April 2020

Die COVID-19-Pandemie und die Folgen der damit verbundenen behördlichen Maßnahmen sowie der internationale Einbruch der Konjunktur haben die österreichischen Unternehmen erfasst. Die Konjunkturindizes zeigen einen Absturz von historischen Dimensionen, der alle drei betrachteten Sektoren gleichermaßen trifft.

Der Index der aktuellen Lagebeurteilungen für die Gesamtwirtschaft sinkt im April (unter Ausschaltung saisonal bedingter Schwankungen) um 37,1 Punkte auf –28,2 Punkte. Dies ist der größte jemals verzeichnete Einbruch dieses Indikators und ist über die Branchen hinweg zu beobachten. In den Dienstleistungsbranchen bricht der Index um 42,7 Punkte auf –34,3 Punkte ein, den niedrigsten Stand seit Beginn der Auswertungen. In der Bauwirtschaft sinkt er um 49,7 Punkte, liegt aber mit –12,3 Punkten noch deutlich über seinem bisherigen Tiefstwert. In der Sachgütererzeugung verliert der Lageindex 24,4 Punkte und notiert mit –23,9 Punkten ebenfalls weit im negativen Bereich.

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zeigen sich auch bei den Erwartungen. Der Index der unternehmerischen Erwartungen stürzt im April nach dem schon deutlichen Einbruch des Vormonats ab. Mit –32,6 Punkten ist dies der größte Rückgang, der im Monatsvergleich je gemessen wurde. Der Erwartungsindex notiert mit 36,2 Punkten auf einem historischen Tiefststand. In der Bauwirtschaft ist der Einbruch im Vergleich zu den anderen Sektoren weniger massiv und tief (–18,1 Punkte), der Index ist aber mit –9,7 Punkten deutlich negativ. In den Dienstleistungsbranchen sinkt der Erwartungsindex stärker (–37,2 Punkte) und notiert mit –37,6 Punkten weit unter der Nulllinie, die positive von negativen Erwartungen trennt. In der Sachgütererzeugung sinkt der Erwartungsindex ebenfalls deutlich (–29,8 Punkte) und notiert mit –42,3 Punkten auf einem Niveau, die zuletzt in der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/09 erreicht wurde. Die Unternehmen rechnen mit einem breit angelegten und tiefen Konjunktureinbruch in Österreich.

Details zu allen Branchen im Konjunkturtest finden Sie hier.

Publikationen

WIFO-Konjunkturtest, 2020, (4), 12 Seiten
Mit finanzieller Unterstützung von: Europäische Kommission
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 29.04.2020 14:00
Die COVID-19-Pandemie und die Folgen der damit verbundenen behördlichen Maßnahmen sowie der internationale Einbruch der Konjunktur haben die österreichischen Unternehmen erfasst. Die Konjunkturindizes zeigen einen Absturz von historischen Dimensionen, der alle drei betrachteten Sektoren gleichermaßen trifft. Der Index der aktuellen Lagebeurteilungen für die Gesamtwirtschaft sank im April (unter Ausschaltung saisonal bedingter Schwankungen) um 37,1 Punkte auf –28,2 Punkte. Dies ist der größte jemals verzeichnete Einbruch dieses Indikators und ist über die Branchen hinweg zu beobachten. In den Dienstleistungsbranchen brach der Index um 42,7 Punkte auf –34,3 Punkte ein, den niedrigsten Stand seit Beginn der Auswertungen. In der Bauwirtschaft sank er um 49,7 Punkte, lag aber mit –12,3 Punkten noch deutlich über seinem bisherigen Tiefstwert. In der Sachgütererzeugung verlor der Lageindex 24,4 Punkte und notierte mit –23,9 Punkten ebenfalls weit im negativen Bereich.
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Dr. Werner Hölzl

Forschungsbereiche: Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb
© Ahmed Elqsas/behance.net
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