Abschwung in der Industriekonjunktur verstärkt sich

29.11.2019

Quartalsrechnung des WIFO

Gemäß der aktuellen Quartalsrechnung des WIFO wuchs die österreichische Wirtschaft im III. Quartal 2019 gegenüber dem Vorquartal um 0,2% (II. Quartal ebenfalls +0,2%).

Während der Konsum weiterhin eine stabile Wachstumsstütze darstellt, verloren die Investitionen zuletzt an Schwung. Auch die Industriekonjunktur ließ weiter nach, Bauwirtschaft und Dienstleistungen lieferten hingegen erneut positive Wachstumsimpulse.

Das unbereinigte BIP lag im III. Quartal um 1,5% über dem Niveau des Vorjahres. Saison- und arbeitstagsbereinigt (Kennzahl laut Eurostat-Vorgabe) wuchs die Wirtschaft in Österreich um 0,1% schwächer als im Durchschnitt der EU 28 (+0,3%) und des Euro-Raumes (+0,2%).

Die wirtschaftliche Abkühlung zeigt sich vor allem bei den Investitionen und im Außenhandel, während der Konsum weiterhin eine stabile Wachstumsstütze darstellt. Die Ausgabenbereit­schaft der privaten Haushalte ist weiterhin gut, die Konsumausgaben der privaten Haushalte (einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbszweck) stiegen mit 0,3% nur leicht schwä­cher als zuletzt. Die öffentlichen Konsumausgaben nahmen um 0,2% zu. Damit stieg die Kon­sumnachfrage insgesamt, wie auch in den beiden Quartalen zuvor, mit 0,3%.

Die Investitionstätigkeit der heimischen Unternehmen schwächte sich hingegen ab. Die Ausrüs­tungsinvestitionen wurden um 0,4% zurückgenommen; hier wurde sowohl die Nachfrage nach Maschinen als auch nach Fahrzeugen eingeschränkt. Die Bauinvestitionen wurden hingegen weiterhin ausgeweitet, wenngleich auch diese nach dem Boom im Jahr 2018 zuletzt an Schwung verloren (+0,2% im III. Quartal).

Vor dem Hintergrund der internationalen wirtschaftlichen Abkühlung ließ auch im Außenhandel die Dynamik nach. Sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen nahm die Wachs­tumsdynamik seit Mitte 2018 ab, stabilisierte sich aber zuletzt. Exporte und Importe expandierten im III. Quartal in ähnlichem Ausmaß (+0,7%).

Die Industriekonjunktur befindet sich in einer anhaltenden Schwächephase. In der Sachgüter­erzeugung sank die Wertschöpfung im III. Quartal um 0,4% (II. Quartal ‑0,1%). Damit beschleu­nigte sich der Rückgang, welcher eine sechs Jahre anhaltende Wachstumsphase ablöst.

In der Bauwirtschaft stieg die Wertschöpfung hingegen weiter, jedoch auf niedrigerem Niveau (+0,1% nach +0,3% im II. Quartal). Ebenso unterstützten die Marktdienstleistungen das Wirt­schafswachstum. Im Bereich Beherbergung und Gastronomie expandierte die Wertschöpfung mit 0,3% stabil. Auch der Geschäftsgang im Handel verlief gut, die Wertschöpfung stieg um 0,5%.

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Dr. Jürgen Bierbaumer-Polly

Forschungsbereiche: Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik

Mag. Sandra Bilek-Steindl

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© Rob Lambert/Unsplash
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