microDEMS

Mikrosimulation der österreichischen Erwerbsbevölkerung und Sozialsysteme
microDEMS ist ein dynamisches Mikrosimulationsmodell zur Analyse der Nachhaltigkeit und Angemessenheit des österreichischen Wohlfahrtsstaates sowie der künftigen Zusammensetzung von Bevölkerung und Erwerbsbevölkerung. Es basiert auf detaillierten administrativen Beschäftigungsdaten und bildet institutionelle Rahmenbedingungen wie Pensionsregelungen und das Bildungssystem ab. Das Modell simuliert demografische Projektionen im Einklang mit offiziellen Prognosen, ergänzt um bildungsspezifische Fertilitäts- und Mortalitätsunterschiede. Kernprozesse umfassen Bildungskarrieren unter Berücksichtigung von Migrations- und Elternhintergrund sowie Erwerbsverläufe in sieben Arbeitsmarktzuständen. microDEMS wird für Erwerbsbevölkerungsprognosen sowie für Studien zu den Auswirkungen von Pensionsreformen und der Integration von Migrant:innen verwendet.

microDEMS ist ein dynamisches Mikrosimulationsmodell, das für eine Vielzahl von Anwendungen im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit und der Angemessenheit des österreichischen Wohlfahrtsstaates sowie der zukünftigen Größe und Zusammensetzung der Bevölkerung und der Arbeitskräfte entwickelt wurde. Das Modell basiert auf detaillierten administrativen Daten von Beschäftigungsverläufen. Es implementiert auch detaillierte institutionelle Rahmenbedingungen, wie z. B. die Pensionsregelungen und das österreichische Bildungssystem. Das Modell geht von einer repräsentativen Querschnittsdatenbank aus, die mit Hilfe von Mikrozensusdaten erstellt wurde. Zusätzlich werden Informationen über den Gesundheitszustand und frühere Beschäftigungsverhältnisse von Personen aus administrativen Längsschnittdaten der Sozialversicherung abgeleitet. Die demografischen Projektionen entsprechen den offiziellen Bevölkerungsprojektionen der Statistik Austria, wobei die internationale Migration nach Geburtsort und, im Falle der Auswanderung, nach Aufenthaltsdauer berücksichtigt wird. Im Gegensatz zu den offiziellen Bevölkerungsvorausberechnungen sorgt microDEMS für mehr Realismus, indem es Bildungsunterschiede bei Fertilität und Mortalität explizit berücksichtigt. Zu den in microDEMS implementierten Kernprozessen gehören detaillierte Bildungskarrieren, die den elterlichen und den Migrationshintergrund berücksichtigen, sowie detaillierte Längsschnitt-Erwerbsverläufe. Es werden sieben Arbeitsmarktzustände unterschieden, wobei die Beschäftigung nach Sektor, öffentlichem Dienst, Selbständigkeit, Arbeitslosigkeit sowie Erwerbslosigkeit und Ruhestand kategorisiert wird. Die Modelle für den Übergang zwischen verschiedenen Erwerbszuständen berücksichtigen die Dauer des Zustands, das Vorhandensein und das Alter von Kindern in der Familie, die Bildung und die Gesundheit. Das microDEMS-Modell wird für eine Vielzahl von Studien verwendet, u. a. zur wirtschaftlichen Integration von Zugewanderten, zur Integration älterer Personen in den Arbeitsmarkt, zu Arbeitskräfteprognosen und zu den Auswirkungen der Pensionsreform auf die Erwerbsbevölkerung. Technisch basiert das Modell auf der vergleichenden microWELT-Modellierungsplattform (www.microWELT.eu). Das Modell befindet sich in aktiver Entwicklung und wird derzeit erweitert, um Einkommensverläufe, individuelle Pensionskonten und Pensionen abzudecken.

Dr. Martin Spielauer
Arbeitsmarktökonomie, Einkommen und soziale Sicherheit
Mag. Dr. Thomas Horvath
Arbeitsmarktökonomie, Einkommen und soziale Sicherheit
Philipp Warum, MSc
Arbeitsmarktökonomie, Einkommen und soziale Sicherheit