DYNK
DYNK (Dynamic New Keynesian Model) ist ein makroökonomisches Modell, das die wirtschaftlichen Aktivitäten von 76 bis 90 Sektoren in einer einzelnen Region abdeckt. Es basiert auf einer Input-Output-Tabelle und ist eine Kombination aus einem ökonometrischen Input-Output-Modell und einem allgemeinen Gleichgewichtsmodell (CGE).
Als Input-Output-Modell ist es nachfrageorientiert, da alles, was nachgefragt wird, produziert wird. Im Gegensatz zu CGE-Modellen wird der Kapitalmarkt auf der Angebotsseite nicht explizit modelliert und ist somit kein begrenzender Faktor. Allerdings ist, ähnlich wie in CGE-Modellen, das Arbeitsangebot ein begrenzender Faktor für die reale Produktion, der durch die Preise im Preissystem wirkt. Der Begriff "New Keynesian" bezieht sich auf die Existenz eines langfristigen Vollbeschäftigungsgleichgewichtes, das kurzfristig aufgrund institutioneller Rigiditäten nicht erreicht wird.
Das DYNK-Modell bietet einen elaborierten Ansatz hinsichtlich des Konsums. Die Nachfrage der privaten Haushalte wird durch eine verschachtelte Struktur abgebildet, die über 47 Konsumkategorien abdeckt und endogen durch das Verbraucherverhalten bestimmt wird. Der repräsentative private Haushalt besteht aus bis zu 250 Haushaltstypen, die sich jeweils in Einkommensquellen, Konsummustern und Verhalten unterscheiden.
In DYNK wird die Produktionsstruktur jedes Sektors durch eine Produktionsfunktion mit fünf Faktoren bestimmt, wobei die eigenen und kreuzweisen Substitutionselastizitäten dieser Faktoren endogen sind und durch geschätzte Koeffizienten unter Verwendung einer Translog-Spezifikation bestimmt werden.
Ein zentrales Merkmal ist, dass die monetären Flüsse der Input-Output-Struktur mit physischen Satellitenkontodaten verknüpft sind. Durch die mögliche Verknüpfung mit spezifischen Bottom-up-Modellen können somit die Auswirkungen von Maßnahmen auf Energie und Emissionen abgeschätzt werden.
Das Modell wurde im Laufe des letzten Jahrzehnts entwickelt sowie erweitert und wurde im Rahmen mehrerer Studien angewendet, von denen die meisten eine Kopplung mit Bottom-up-Modellen und Energieszenarien umfassen.
