Zur ökonomischen Notwendigkeit eines investiven Sozialstaates (The Economic Necessity of an Investive Welfare State)
Monographien, Februar 2014, 17 Seiten
Auftraggeber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 20.02.2014 0:00
 
Viele europäische Wohlfahrtsstaaten, darunter auch Österreich, entwickelten sich in den letzten eineinhalb Jahrzehnten in Richtung eines investiven Sozialstaates, d. h. nachfrageseitige Politikmaßnahmen werden zunehmend mit angebotsseitigen Instrumenten ergänzt. Soziale Investitionen umfassen Bereiche wie die aktive und aktivierende Arbeitsmarktpolitik, qualitative Kinderbetreuung und frühkindliche Bildung, alle Bereiche der Bildung und Forschung sowie gesundheitliche Präventiv- und Rehabilitationsmaßnahmen. Auf Basis einer breiten Literaturanalyse wird gezeigt, wie zentral soziale Investitionen für die individuelle und gesamtgesellschaftliche Entwicklung sind. Die Forschung ist sich einig, dass der frühkindlichen Bildung besonderes Augenmerk zukommen muss, denn sie setzt die Basis für spätere Bildungsinvestitionen.
Forschungsbereich:Arbeitsmarkt, Einkommen und soziale Sicherheit
Sprache:Deutsch

The Economic Necessity of an Investive Welfare State
Social investments today are pivotal determinants for economic development and social spending of tomorrow. Social investments include active labour market policy, preschool care and early education, education and research as well as health prevention and rehabilitation measures. Especially studies that look at the investment of early childhood education clearly show that a lack in social investment leads to high economic costs in the long run. For instance, if children of socially excluded groups are able to profit from education and active labour market measures, they will need less unemployment benefits and social assistance later. Calculations by the OECD show that both the individual and the societal profits of education are very high and exceed those of financial markets. Passive and only compensatory social policies are too short-sighted and have to be accompanied by active and preventive elements in the area of education, gender and family, labour market and migration.

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Auftraggeber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Abgeschlossen: 2014
Soziale Investitionen heute sind wesentliche Bestimmungsfaktoren für die ökonomische Entwicklung und die Höhe der sozialpolitischen Ausgaben von morgen. Unter sozialen Investitionen werden die Bereiche aktive und aktivierende Arbeitsmarktpolitik, qualitative Kinderbetreuung und frühkindliche Förderung, Bildung und Forschung sowie gesundheitliche Präventiv- und Rehabilitationsmaßnahmen subsumiert. Wie Analysen der Investitionen in frühkindliche Bildung deutlich zeigen, verursacht deren zu geringe Dotierung später langfristige volkswirtschaftliche Kosten. Wenn etwa Kinder von sozialen Randgruppen verstärkt bildungs- und arbeitsmarktpolitisch gefördert werden, wird der Sozialstaat in Zukunft geringere Ausgaben für Arbeitslosenunterstützung und Sozialhilfe für diese Personengruppen verzeichnen. Ssowohl die individuellen als auch die gesellschaftlichen Renditen von Bildungsinvestitionen sind, wie OECD-Berechnungen belegen, sehr hoch und übertreffen durchschnittliche Renditen auf dem Finanzmarkt. Eine passive, kompensatorische Sozialpolitik ist hingegen zu kurz gegriffen und muss durch aktive, präventive Elemente der Bildungspolitik, Frauen- und Familienpolitik, Arbeitsmarktpolitik und Migrationspolitik erweitert und ergänzt werden.