WIFO Working Papers

Diskussionspapiere von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Konsulenten und Gästen des WIFO – Seit 2006 ausschließlich online verfügbar – Download kostenlos

Die WIFO Working Papers beruhen nicht notwendigerweise auf einer abgestimmten Position des WIFO. Die Autorinnen und Autoren wurden über die Richtlinien der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) zur Guten Wissenschaftlichen Praxis informiert, insbesondere bezüglich der Dokumentation aller Elemente, die für eine Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse notwendig sind.

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Ein Ausblick auf die Treibhausgasemissionen in Österreich 2021 und 2022 (An Outlook on Greenhouse Gas Emissions in Austria in 2021 and 2022)
WIFO Working Papers, 2021, (628), 33 Seiten
Online seit: 19.04.2021 9:00
In dem vorliegenden Bericht wird ein methodischer Zugang vorgestellt, der es gestattet, die Auswirkungen von Änderungen der Wirtschaftsentwicklung in Österreich auf die Emission von Treibhausgasen (THG) zeitnah sichtbar zu machen. Dieses Werkzeug, dessen Kern die Input-Output-Tabelle der österreichischen Volkswirtschaft ist, wird angewendet, um die Auswirkungen der COVID-19-Krise im Jahr 2020 und die vom WIFO prognostizierte Erholung der Wirtschaft in den Jahren 2021 und 2022 auf die THG-Emissionen zu bestimmen. Den Schätzungen zu Folge sind die THG-Emissionen im Jahr 2020 um mehr als 7% im Vergleich zum Jahr 2019 gesunken. Im Jahr 2021 dürften sie gegenüber 2020 um 2% ansteigen und der Anstieg 2022 gegenüber 2021 wird 3,7% betragen. Im Jahr 2022 dürften die Treibhausgasemissionen folglich noch um knapp 2 Mio. t niedriger als 2019 sein und somit etwas niedriger als 1990, dem Basisjahr des Kyoto-Protokolls (78,4 Mio. t. CO2-Äquivalente). In den Berechnungen sind Landnutzung, deren Änderung und Forstwirtschaft ausgeklammert. Verglichen mit der WIFO-Prognose zum Wirtschaftswachstum im Lockdown-Szenario für 2021 von +1,5% und +4,7% im Jahr 2022 weicht der erwartete Anstieg der Emissionen somit deutlich ab. Die unterschiedlichen Änderungsraten sind darauf zurückzuführen, dass die Herstellung von Waren, die emissionsintensive Sektoren umfasst, bereits 2021 stärker wachsen werden und Sektoren mit geringeren Emissionen wie die Gastronomie und Beherbergung erst 2022 aufholen werden.
JEL-Codes:Q5, Q54
Keywords:Treibhausgasemission, Prognose, Österreich
Forschungsbereich:Strukturwandel und Regionalentwicklung – Umwelt, Landwirtschaft und Energie
Sprache:Deutsch

An Outlook on Greenhouse Gas Emissions in Austria in 2021 and 2022
This report presents a methodological approach that allows quantify the effects of changes in economic development in Austria on greenhouse gas (GHG) emissions in a timely manner. This tool, whose core is the input-output table of the Austrian economy, is applied to determine the impact on GHG emissions of the COVID-19 crisis in 2020 and the recovery of the economy in 2021 and 2022 as projected by WIFO. According to the estimates, GHG emissions in 2020 were down by more than 7 percent compared to 2019. In 2021, they are expected to increase by 2 percent compared to 2020 and the increase in 2022 compared to 2021 will be 3.7 percent. Consequently, in 2022, GHG emissions are still expected to be almost 2 million t lower than in 2019, slightly lower than in 1990, the base year of the Kyoto Protocol (78.4 million t CO2 equivalents). The calculations exclude land use, land use change and forestry. Compared to the WIFO forecast for economic growth in the lockdown scenario for 2021 of +1.5 percent and +4.7 percent in 2022, the expected increase in emissions thus differs significantly. The different rates of change are due to the fact that manufacturing, which includes emission-intensive sectors, will grow more strongly in 2021 and sectors with lower emissions such as catering, and accommodation will only catch up in 2022.