WIFO Research Briefs

Die WIFO Research Briefs präsentieren kurze wirtschaftspolitische Diskussionsbeiträge sowie kurze Zusammenfassungen von Forschungsarbeiten des WIFO. Sie werden unter Einhaltung der Richtlinien der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) zur Guten Wissenschaftlichen Praxis und der wissenschaftlichen Politikberatung verfasst und dienen der Erhöhung der nationalen und internationalen Sichtbarkeit der WIFO-Forschungsergebnisse.

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Angela Köppl (WIFO), Stefan Schleicher (Wegener Center und WIFO), Margit Schratzenstaller (WIFO), Karl W. Steininger (Wegener Center)
COVID-19, Klimawandel und Konjunkturpakete (COVID-19, Climate Change and Economic Stimulus Packages)
WIFO Research Briefs, 2020, (1), 14 Seiten
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung – Universität Graz, Wegener Center für Klima und Globalen Wandel
Online seit: 11.04.2020 13:00
Durch die COVID-19-Pandemie werden die Verwundbarkeit und die Systemrisiken von komplex vernetzten, globalen Wirtschaftsstrukturen sichtbar. Systemrisiken und Verwundbarkeit der bestehenden Strukturen sind nicht nur für Pandemie-Ereignisse gegeben, sondern treffen auch auf andere mögliche Störungen wie etwa die absehbare Klimakrise zu. Entsprechend gilt es, die Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie über die Verwundbarkeit unseres Wirtschaftssystems in Hinblick auf eine Vermeidung von Klimarisiken zu nutzen. Meldungen, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitungsgeschwindigkeit des SARS-CoV-2 und damit die COVID-19-Krise eine Verringerung der Emissionen zu Folge haben, sind kritisch zu bewerten: Nicht die Emissionen eines Jahres bestimmen die klimaverändernde Wirkung, sondern die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre. Um tatsächlich eine Trendwende zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen in Österreich wie weltweit mit strukturell wirksamen Maßnahmen dauerhaft gesenkt werden. Entsprechend sind auch die staatlichen Maßnahmen zur Bewältigung der COVID-19-Krise so zu setzen, dass sie auch zur Abmilderung des Klimawandels beitragen und unser Wirtschaftssystem weniger verletzlich machen.
Keywords:TP_COVID
Forschungsbereich:Umwelt, Landwirtschaft und Energie – Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
Sprache:Deutsch

COVID-19, Climate Change and Economic Stimulus Packages
The COVID-19 pandemic makes the vulnerability and systemic risks of complex, interconnected and global economic structures visible. Systemic risks and vulnerability of existing structures are not only present for pandemic events, but also apply to other possible disturbances, such as the foreseeable climate crisis. Thus, the experience gained from the COVID-19 pandemic on the vulnerability of our economic system must be used to avoid climate risks. Reports that the measures taken to contain the speed of spread of the SARS-CoV-2 and thus the COVID-19 crisis will lead to a reduction in emissions must be viewed critically: it is not the emissions of a year that determine the effect on the climate, but the concentration of greenhouse gases in the atmosphere. In order to actually achieve a reversal of the trend in greenhouse gas emissions must be permanently reduced both in Austria and worldwide with structurally effective measures. Accordingly, the government measures and budgetary support for coping with the COVID-19 crisis must be set in such a way that they also contribute to mitigating climate change and make our economic system less vulnerable.