Schutzwälder in Österreich

Volkswirtschaftliche Bedeutung und Optionen zur Verbesserung der Governance

Wälder erfüllen in Österreich vielfältige Funktionen. Volkswirtschaftliche Betrachtungen berücksichtigen oft lediglich die Holzproduktion, während andere Nutzendimensionen außen vor bleiben. Eine wichtige Funktion der Wälder ist der Schutz vor Naturgefahren. So schützen 16% der österreichischen Waldfläche direkt Objekte wie Gebäude und technische Infrastruktur vor Lawinen, Steinschlag und flachgründigen Rutschungen. Aufgrund des mangelhaften Zustandes vieler Schutzwälder ist ihr Schutzpotenzial jedoch begrenzt. Unter der Annahme einer hohen Schutzwirkung und basierend auf Berechnungen des Bundesforschungszentrums für Wald wurden die potenziell von Wäldern geschützten Teile des österreichischen Bundesgebietes identifiziert. Die Schätzung der Wertschöpfung stützt sich auf feingliedrige regionalökonomische Daten. Der unbefriedigende Zustand vieler Schutzwälder resultiert aus verbesserungsfähigen Anreizstrukturen in der Governance lokaler öffentlicher Güter, die ein Trittbrettfahrerverhalten fördern. Als ein Lösungsansatz, um die Qualität der Schutzwälder zu verbessern und deren potenzielle Schutzwirkung zu heben, wird eine Stärkung der lokalen Entscheidungsstrukturen vorgeschlagen.