Strukturprobleme bremsen das Wirtschaftswachstum, Zinsendienst erschwert die Konsolidierung
Österreichs Wirtschaft erholt sich schleppend von der Rezession der Jahre 2023/24. Das WIFO erwartet 2026/2031 ein durchschnittliches jährliches BIP-Wachstum von 1,2% (Ø 2010/2019 +1,6%) und ein Trendwachstum von 1,0% p. a. Im Vergleich zu anderen Euro-Ländern wird Österreichs Wirtschaft mittelfristig etwas langsamer expandieren. Der demografische Wandel verringert das Arbeitskräfteangebot. Dies trübt einerseits die mittelfristigen Aussichten, dämpft aber andererseits merklich die Arbeitslosigkeit: die Arbeitslosenquote wird bis 2031 auf voraussichtlich 5,8% zurückgehen (2026: 7,6%). Aufgrund der kräftigen Verteuerung von Mineralölprodukten und Erdgas infolge des Iran-Krieges wird die Inflationsrate 2026 bei 3,3% und 2027 bei 2,6% zu liegen kommen. Das Inflationsziel von 2% wird voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2029 erreicht. Die Neuverschuldung liegt im Prognosezeitraum mit durchschnittlich 4,1% des nominellen BIP deutlich über der Maastricht-Schwelle von 3%, wodurch die Staatsschuld bis 2031 89% der nominellen Wirtschaftsleistung erreicht (2025: 80,7%). Um die Neuverschuldung unter die 3%-Marke zu drücken und die Einstellung des EU-Defizitverfahrens zu erwirken, bedürfte es daher zusätzlich zu den im Doppelbudget 2027/28 bereits vereinbarten Konsolidierungsschritten weiterer Maßnahmen im Ausmaß von zumindest 1% des nominellen BIP.