27.01.2026

Wöchentlicher WIFO-Wirtschaftsindex

WWWI: 49. Kalenderwoche 2025 bis 3. Kalenderwoche 2026
Die (unbereinigte) wirtschaftliche Aktivität auf Basis des wöchentlichen Indikators für das reale BIP (WWWI) war im Dezember 2025 (Kalenderwochen 49 bis 52) um ¾% höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

WWWI für das BIP und seine Teilkomponenten

Auf Basis des wöchentlichen Indikators für das BIP (WWWI) lag die heimische Wirtschaftsleistung im Dezember 2025 (Kalenderwochen 49 bis 52, 1. bis 28. Dezember 2025) und in den ersten drei Jännerwochen 2026 (Kalenderwochen 1 bis 3, 29. Dezember 2025 bis 18. Jänner 2026) um jeweils ¾% über dem Vorjahresniveau (November 2025 –¼%, revidiert)1).

Das inflationsbereinigte Volumen der bargeldlosen Transaktionen als Indikator für die Konsumausgaben der privaten Haushalte zeigt im Vorjahresvergleich – nach einem deutlichen Einbruch im November 2025 – im Dezember 2025 einen geringfügigen Anstieg der Nachfrage nach Gütern (Einzelhandelsumsätze). Die Nachfrage nach Dienstleistungen dürfte im Dezember im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sein. Der private Konsum hat gegenüber dem Vorjahr im Dezember mit +¼% leicht zugenommen und dürfte sich in den ersten drei Jännerwochen 2026 merklich belebt haben (+2%, November 2025 –2%).

Die Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen wird von der geschätzten Wirtschaftsleistung (Industrieproduktion) und der Stimmung im produzierenden Bereich gemäß WIFO-Konjunkturtest bestimmt. Im Dezember 2025 dürften die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr um ¼% zugenommen haben (November 2025 –¼%).

Aus der Entwicklung der Industrieproduktion und des Tourismus sowie der großen Nachfragekomponenten und den daraus resultierenden Wirkungen auf den Außenhandel ergibt sich für die Nettoexporte i. w. S. im Dezember 2025 mit –1 Prozentpunkt ein negativer Wachstumsbeitrag zum BIP (November 2025 –2 Prozentpunkte).

Die Lkw-Fahrleistung auf Österreichs Autobahnen und das Fluggastaufkommen auf dem Flughafen Wien nahmen im Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahr zu, während der Gütertransport auf der Schiene und die auf dem Flughafen Wien abgefertigte Fracht zurückgingen. Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage der Unternehmen im Verkehrsbereich blieb gemäß WIFO-Konjunkturtest zum Jahreswechsel 2025/26 weiterhin mehrheitlich negativ. Ausgehend von dieser Indikatorenlage wird für den Bereich Verkehr (ÖNACE 2008, Abschnitt H) im Dezember 2025 ein Wertschöpfungsrückgang von 1½% gegenüber dem Vorjahr geschätzt (November 2025 –½%).

Die Beschäftigung im güterproduzierenden Bereich (ÖNACE 2008, Abschnitte A bis E) sank rezessionsbedingt neuerlich und lag im Dezember 2025 um 1¼% unter dem Vorjahresniveau. Der Zuwachs der Zahl arbeitssuchender Personen hat sich weiter abgeschwächt. Der WIFO-Konjunkturtest für die Sachgütererzeugung zeigt sowohl in den aktuellen Lagebeurteilungen als auch in den Erwartungen für die kommenden Monate seit Jahresbeginn 2025 eine deutliche Erholung; per Saldo bleiben die Einschätzungen aber weiterhin im negativen Bereich. Für Dezember 2025 und die 1. Jännerhälfte 2026 erwartet das WIFO im güterproduzierenden Bereich eine um ¾% bzw. ½% höhere Wirtschaftsleistung als im Vorjahr (November 2025 +¼%).

Die Stimmung unter den Bauunternehmen bleibt trotz einer leichten Aufhellung skeptisch – sowohl die Lageeinschätzungen als auch die Erwartungen liegen noch unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Beschäftigung im Bauwesen sank weiter, während sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahr verringerte. Die Wertschöpfung in der Bauwirtschaft (ÖNACE 2008, Abschnitt F) dürfte im Vorjahresvergleich im Dezember 2025 und in der 1. Jännerhälfte 2026 jeweils um 3% niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres ausgefallen sein (November 2025 –4%).

Basierend auf bargeldlosen Transaktionen im Bereich Restaurants und Hotels und Stimmungsindikatoren aus dem WIFO-Konjunkturtest wird die Wertschöpfung im Tourismus (Beherbergung und Gastronomie, ÖNACE 2008, Abschnitt I) im Dezember 2025 um 1¼% niedriger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum geschätzt. Sie dürfte auch in der 1. Jännerhälfte 2026 unter dem Vorjahresniveau geblieben sein (November 2025 0%). Im Handel (ÖNACE 2008, Abschnitt G) wird für den Dezember 2025 und die 1. Jännerhälfte 2026 jeweils ein Anstieg der Wertschöpfung um 2% gegenüber dem Vorjahr erwartet (November 2025 –4½%).

Die aktuelle Beschäftigungssituation in den übrigen Marktdienstleistungen sowie Stimmungsindikatoren aus dem WIFO-Konjunkturtest deuten auf eine weiterhin moderat positive Entwicklung dieses Sektors hin. Für die übrigen Marktdienstleistungen (ÖNACE 2008, Abschnitte J bis N) wird im Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahr ein Wertschöpfungszuwachs von ¼% erwartet (1. Jännerhälfte 2026 +½%, November 2025 +¼%). In den sonstigen persönlichen Dienstleistungen (ÖNACE 2008, Abschnitte R bis T) dürfte die Wertschöpfung auf der Grundlage der Beschäftigungsentwicklung und den Unternehmenserwartungen laut WIFO-Konjunkturtest im Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahr um ½% abgenommen haben (1. Jännerhälfte 2026 +1%, November 2025 –3%).


1) Die Berücksichtigung neu veröffentlichter und revidierter Monatsdaten, die bei der Schätzung des WWWI erfüllt werden müssen, führte zu einer Revision des WWWI für das BIP. Zu nennenswerten entstehungsseitigen WWWI-Revisionen kam es insbesondere in den Bereichen Handel (ÖNACE 2008, Abschnitt G) und übrige Marktdienstleistungen (Abschnitte J bis N).

Der Wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) schätzt die realwirtschaftliche Aktivität der österreichischen Volkswirtschaft auf wöchentlicher und monatlicher Basis. Er verwendet wöchentliche, monatliche und vierteljährliche Zeitreihen, um wöchentliche und monatliche Indikatoren für das reale BIP und 18 BIP-Teilaggregate (Verwendungsseite 8, Produktionsseite 10) der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu schätzen.

Mit der Veröffentlichung für den Juni 2022 wurden die ökonometrischen Modelle für die historischen Zerlegungen und für das "Nowcasting" auf saisonal unbereinigte Zeitreihen umgestellt. Zudem werden nun für die Schätzung der Modelle die Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahr verwendet.

Die WWWI-Berechnungen werden (derzeit) monatlich aktualisiert und auf der Website des WIFO veröffentlicht.

Vereinigung europäischer Wirtschaftsforschungsinstitute (AIECE) veröffentlicht Gesamtbericht
04.12.2025
Austausch mit Journalist:innendelegation über Österreichs Erfahrungen in der Währungsunion
15.10.2025