Inflationsrate sinkt deutlich, doch Konjunktur ist bislang matt
"Die Zollpolitik der USA hat die Nachfrage aus der EU in den letzten Monaten verringert. Die von der Regierung Trump beabsichtigte Reduktion der Auslandsabhängigkeit scheint erste Wirkung zu zeigen", so der Autor des aktuellen WIFO-Konjunkturberichtes Marcus Scheiblecker.
Die heimische Industrie hat nach Überwindung der Rezession bisher nicht spürbar an Dynamik gewonnen und erholt sich nur langsam. Laut WIFO-Konjunkturtest von Jänner 2026 war in der Sachgütererzeugung noch keine nachhaltige Stimmungsaufhellung beobachtbar. Dämpfend wirkt nach wie vor die schwache Auslandsnachfrage nach Industriegütern. Auch in der Bauwirtschaft überwiegen wieder die negativen Einschätzungen. Dienstleister sind dagegen mehrheitlich positiv gestimmt. Auch der Einzelhandel blickt vermehrt mit Optimismus in die Zukunft.
Im Euro-Raum wuchs die Wirtschaft im IV. Quartal 2025 mit +0,3% unverändert zaghaft. Hierzu trug nicht nur die anhaltend schleppende Binnenkonjunktur bei, sondern auch die tendenziell rückläufige Nachfrage aus den USA. Unternehmensumfragen zeigten zu Jahresbeginn allerdings eine deutliche Aufhellung an, womit der Euro-Raum auf Wachstumskurs bleiben sollte.
In Österreich legte das BIP nach vorläufigen Berechnungen des WIFO im IV. Quartal 2025 nur um 0,2% zu. Für das Gesamtjahr ergibt sich somit ein realer Anstieg von 0,6% gegenüber dem Vorjahr (saison- und kalenderbereinigt). Damit ist die heimische Wirtschaft nach zwei Jahren Rezession wieder gewachsen.
Die Exportnachfrage expandierte im IV. Quartal um 0,6%, dies glich jedoch den Einbruch im Vorquartal (–1,6%) nicht aus. Der Konsum der privaten Haushalte wuchs um 0,4%, nach –0,3% im III. Quartal. Dämpfend wirkt weiterhin die geringe Investitionsnachfrage. Die Bruttoanlageinvestitionen schrumpften im IV. Quartal um 0,7% (III. Quartal –0,1%).
Die Inflationsrate, die seit dem Sommer 2025 hartnäckig bei rund 4% verharrt hatte, sank im Jänner nach vorläufigen Berechnungen kräftig auf 2%. Zum einen entfiel der Basiseffekt infolge des Auslaufens der Energiepreisbremse, der die Inflationsrate im gesamten Jahresverlauf 2025 erhöht hatte, und zum anderen dämpften neben Preisrückgängen einige neu implementierte Maßnahmen der Bundesregierung die Energiepreise.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt herausfordernd, jedoch zeigten sich zuletzt Stabilisierungstendenzen. Zwar stieg die Arbeitslosigkeit auch im Jänner 2026 im Vorjahresvergleich, saisonbereinigt kam es jedoch in letzter Zeit zu keinem weiteren Anstieg mehr.
Publikationen
Rückfragen an