Steuerautonomie der österreichischen Bundesländer. Editorial (Tax Autonomy of the Austrian Länder. Editorial)
WIFO-Monatsberichte, 2016, 89(6), S.409-410
Online seit: 28.06.2016 0:00
 
Das vorliegende Schwerpunktheft der WIFO-Monatsberichte befasst sich mit Optionen und potentiellen Effekten einer Ausweitung der Steuerautonomie der Bundesländer.
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik – Strukturwandel und Regionalentwicklung
Sprache:Deutsch

Tax Autonomy of the Austrian Länder. Editorial
This focus volume of the WIFO Monatsberichte discusses options and potential effects of extending tax autonomy to the Austrian Länder (federal states).

Verwandte Einträge

Simulationsergebnisse zu ausgewählten Optionen für eine Ausweitung der Steuerautonomie der Bundesländer (Results of Simulations of Selected Options to Extend Tax Autonomy at the Länder Level)
WIFO-Monatsberichte, 2016, 89(6), S.437-450
Online seit: 28.06.2016 0:00
 
Die regionalen Aufkommenswirkungen einer Ausweitung der Steuerautonomie der österreichischen Bundesländer in Bezug auf Lohn- und Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und motorbezogene Versicherungssteuer werden basierend auf der derzeitigen regionalen Verteilung der Bemessungsgrundlagen mit statischen Steueraufkommenssimulationen geschätzt. Die Ergebnisse reagieren relativ sensibel auf unterschiedliche regionale Verteilungen der Bemessungsgrundlage. Grundsätzlich kann das Auseinanderfallen von Wohnort und Ort der wirtschaftlichen Aktivität großen Einfluss auf den Effekt der Veränderung der Steuerautonomie haben.
Hans Pitlik, Christina Seyfried
Steuerautonomie der Schweizer Kantone: Vorbild für Österreich? (Tax Autonomy of the Swiss Cantons: A Model for Austria?)
WIFO-Monatsberichte, 2016, 89(6), S.423-435
Online seit: 28.06.2016 0:00
 
In Anbetracht der kontroversen theoretischen Argumente für und wider eine Steuerautonomie der österreichischen Bundesländer sind die empirischen Erfahrungen anderer föderativer Staaten interessant. In Europa zeichnet sich der Föderalismus der Schweiz durch hohe Autonomie der Kantone in der Besteuerung der persönlichen Einkommen, Vermögen und Unternehmensgewinne und in der Bereitstellung öffentlicher Leistungen aus. Ein intensiver Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen wird durch das neugeordnete Finanzausgleichssystem (NFA) gedämpft. Trotz Kritik im Detail sind die Erfahrungen der Schweiz mit der Steuerautonomie der Kantone positiv. Das System des Steuerföderalismus wird als wesentlicher Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg und die hohe Effizienz des Staatssektors gesehen. Allerdings werden durch die Fiskalkonkurrenz mobile und wohlhabende Steuerpflichtige und Unternehmen bevorzugt. Auch besteht eine Tendenz zur Segregation: Reiche und ärmere Steuerpflichtige konzentrieren sich in bestimmten Kantonen und Gemeinden. Die etablierten direktdemokratischen Elemente leisten einen wesentlichen Beitrag zur Funktionsfähigkeit des Steuerwettbewerbs. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Kontrolle des (wettbewerblichen) Verhaltens der Kantonsregierungen und tragen dazu bei, dass die Steuerkonkurrenz keinen ruinösen Charakter annimmt. Letztlich ist abzuwägen, welchen Faktoren bei einer möglichen Neukonzeption des österreichischen Fiskalföderalismus höheres Gewicht eingeräumt werden soll. Wenngleich direkte Demokratie kein unverzichtbarer Bestandteil einer Steuerautonomie ist, ist sie doch ein wichtiges Element zur Kanalisierung des Wettbewerbs.
WIFO-Monatsberichte, 2016, 89(6), S.411-422
Online seit: 28.06.2016 0:00
 
Eine Reihe von Argumenten spricht für eine Stärkung der Steuerautonomie der österreichischen Bundesländer. Diese kann unterschiedliche Steuern betreffen und unterschiedliche Formen annehmen, die jeweils mit unterschiedlichen Verteilungswirkungen, aber auch möglichen unerwünschten Effekten einhergehen können. Zur Beurteilung der Eignung einzelner Optionen als ländereigene Steuern werden eine Reihe von Kriterien herausgearbeitet, die für eine erste grobe Einschätzung hilfreich sind, aber jedenfalls durch vertiefte Analysen zu ergänzen wären.
Umfassende Steuerhoheit der österreichischen Bundesländer (Comprehensive Tax Autonomy of Austria's Bundesländer)
Monographien, Dezember 2015, 207 Seiten
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Auftraggeber: Verbindungsstelle der Österreichischen Bundesländer
Online seit: 14.12.2015 12:00
 
Österreichs Föderalismus weist eine stark zentralistische Struktur auf, insbesondere bezüglich der Verteilung der Besteuerungsrechte zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Über 90% der Steuererträge werden in Form gemeinschaftlicher Bundesabgaben eingehoben und auf der Basis von im Finanzausgleichsgesetz fixierten Schlüsseln als Ertragsanteile verteilt. Dieses Finanzierungsschema verletzt in besonderem Maße das Prinzip der institutionellen Kongruenz. Die Studie untersucht vor diesem Hintergrund die Vor- und Nachteile einer umfassenden Steuerautonomie der Bundesländer und diskutiert Reformoptionen. Auf der Basis eines ausführlichen Überblicks über die theoretische und empirische Literatur entwickelt die Studie einen Kriterienkatalog und prüft Optionen höherer Ländersteuerautonomie. Anhand regional differenzierter Daten der Steuerstatistiken wird simuliert, welche statischen Aufkommenseffekte die Ausweitung der Steuerautonomie im Bereich der Lohn- und Einkommensteuer, der Körperschaftsteuer und der motorbezogenen Versicherungssteuer auf das länderspezifische Steueraufkommen hätte. Eine höhere Steuerautonomie der Länder weist demnach im Bereich der Lohn- und Einkommensteuer und der motorbezogenen Versicherungssteuer nicht nur theoretische Vorzüge auf, sondern kann auch ohne große Verwerfungen in das Finanzausgleichssystem integriert werden, wenn sie durch geeignete horizontale Finanzausgleichsmechanismen ergänzt wird. Im Bereich der Körperschaftsteuer würde eine Länderautonomie dagegen mit relativ starken Friktionen gegenüber dem gegenwärtigen System einhergehen.
Hans Pitlik (Projektleitung)
Umfassende Steuerhoheit der österreichischen Bundesländer (Comprehensive Tax Autonomy of Austria's Bundesländer)
Abgeschlossene Forschungsprojekte
Auftraggeber: Verbindungsstelle der Österreichischen Bundesländer
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Abgeschlossen: 2015
Österreichs Föderalismus weist eine stark zentralistische Struktur auf, insbesondere bezüglich der Verteilung der Besteuerungsrechte zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Über 90% der gesamten Steuererträge werden in Form von gemeinschaftlichen Bundesabgaben eingehoben und über die im Finanzausgleichsgesetz fixierten Verteilungsschlüssel als Ertragsanteile auf Bund, Länder und Gemeinden verteilt. Dieses Finanzierungsschema verletzt in besonderem Maße das Prinzip der fiskalischen Äquivalenz. Die Forschungsarbeit untersucht vor diesem Hintergrund die Vor- und Nachteile einer umfassenden Steuerautonomie der österreichischen Bundesländer und diskutiert mögliche Reformoptionen. Auf der Basis eines ausführlichen theoretischen und empirischen Literaturüberblicks zu Frage der Steuerautonomie entwickelt die Studie mögliche Optionen und schätzt deren statische Aufkommenswirkungen für die Bundesländer.