Der sektorale Systemrisikopuffer für gewerbliche Immobilienfinanzierungen

Kreditangebot, Bautätigkeit und Zielgenauigkeit

Die Oesterreichische Nationalbank und die Finanzmarktaufsicht werden den sektoralen Systemrisikopuffer für gewerbliche Immobilienfinanzierungen (CRE) bis 2027 schrittweise auf 3,5% anheben. Diese Studie bewertet die makroökonomischen Folgen dieser Maßnahme. Die geplante Erhöhung wird zu einem Rückgang der Bauinvestitionen von rund 1% je 7 Basispunkte Zinsaufschlag führen. Das ist deutlich mehr als im behördlichen Impact Assessment. Die Analyse von Kredit-Realaktivitäts-Lücken zeigt die Unsicherheit bei der Identifikation von Finanzzyklen auf. Derzeit wird z. B. keine zyklische Überhitzung angezeigt, die eine weitere Verschärfung rechtfertigen würde. Bereits umgesetzte makroprudenzielle Maßnahmen haben die regulatorischen Voraussetzungen für die Vergabe gewerblicher Immobilienkredite erheblich gestrafft. Daher erscheinen mikroprudenzielle Vorgaben derzeit zielgenauer und verhältnismäßiger als der pauschal wirkende sektorale Systemrisikopuffer. Gewerbliche Immobilienkredite enthalten auch Forderungen an gewerbliche Wohnbauträger. Angesichts der labilen Baukonjunktur, der mietensteigernden Wirkung einer niedrigeren Neubauleistung sowie der Zinswende der Europäischen Zentralbank passt der Risikopuffer nicht mehr zur aktuellen wirtschaftspolitischen Lage.