Evaluierung des Fachkräftestipendiums
In der vorliegenden Studie werden das Fachkräftestipendium (FKS) und das Pflegestipendium (PFS) als Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik zur Förderung längerer beruflicher Qualifizierungen in Österreich evaluiert. Dabei werden Einsatz, Struktur und Wirkungen, das Abbruchverhalten sowie der Beitrag zur Fachkräfteversorgung im Zeitraum 2013 bis 2024 analysiert. Die mikroökonometrische Wirkungsanalyse konzentriert sich auf das Fachkräftestipendium. Dabei zeigen sich ausgeprägte kurzfristige Lock-in-Effekte während der Ausbildungsphase, die mit deutlich geringerer Beschäftigung und erheblichen Einkommensverlusten in den ersten drei Jahren einhergehen. Nach Abschluss der Ausbildung kehren sich diese Effekte jedoch um. Die geförderten Personen weisen dauerhaft höhere Beschäftigungsquoten auf und erzielen langfristig substanzielle Einkommensgewinne. Die anfänglichen Einkommensverluste werden im Zeitverlauf überkompensiert. Sowohl das kumulierte Erwerbseinkommen als auch das durchschnittliche Monatseinkommen liegen langfristig deutlich über dem Niveau vergleichbarer Personen ohne Förderung. Darüber hinaus zeigen sich positive Effekte auf die berufliche Mobilität in nachgefragten Branchen sowie hohe Bildungsrenditen. Zusätzlich werden Optimierungspotenziale, insbesondere im Hinblick auf die Steuerung förderbarer Ausbildungen diskutiert.