Phoenigs präventive Handlungsoptionen für eine Neuausrichtung einer wirtschaftlichen Sicherheitsstrategie Österreichs
Globale Krisen der letzten Jahre – darunter geopolitische Konflikte, Klimawandel, Migration, Pandemie und technologische Umbrüche – stellen Österreich als kleine offene Volkswirtschaft vor große strategische Herausforderungen. Protektionismus ist keine Option; vielmehr müssen technologische Stärken ausgebaut und wirtschaftliche Abhängigkeiten reduziert werden. In diesem Zusammenhang stärkt die Wirtschaftliche Landesverteidigung die Versorgung und die wirtschaftliche Funktionsfähigkeit und stärkt als Teil der Umfassenden Landesverteidigung die Resilienz gegenüber Konflikten, Klimarisiken, Cyberangriffen und Lieferkettenstörungen. Dies erfordert sektorübergreifende Koordination und strategische Planung. Unter Verwendung von Foresight-Methoden wurden vier zentrale Risikotreiber analysiert: Nordafrika und Migration, der Ukraine-Krieg, der Klimawandel und Cyberbedrohungen. Daraus entstanden Zukunftsszenarien und langfristige Visionen bis 2040. Ein vom WIFO entwickelter Abhängigkeitsindex (WIFO-AI) zeigt für 10 ausgewählte Produkte eine differenzierte Betrachtung der Handelsnetzwerke und globalen Interdependenzen und macht deutlich, wie Länderrisiken wirtschaftliche Verwundbarkeiten beeinflussen. Der WIFO-AI wurde bewusst als offenes System konzipiert, das hinsichtlich aller wesentlichen Parameter angepasst werden kann, um gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz des österreichischen Außenhandels zu entwickeln. Zur Reduktion strategischer Abhängigkeiten werden ein Abhängigkeitsradar als Frühwarninstrument, eine koordinierte Governance, Investitionen in Technologie und Kompetenzen sowie die Stärkung kritischer Infrastrukturen, um eine nachhaltige wirtschaftliche Sicherheitsstrategie zu etablieren, empfohlen.