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WIFO-Monatsberichte

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Angela Köppl, Margit Schratzenstaller, Das österreichische Abgabensystem – Status-quo

WIFO-Monatsberichte, 2015, 88(2), S.109-126
   
Die Abgabenhöhe ist in Österreich überdurchschnittlich, der Abstand zum EU-Durchschnitt hat sich vergrößert. Die Abgabenstruktur weist einige Besonderheiten auf: Die Abgaben auf den Faktor Arbeit sind sowohl aus der Perspektive der unselbständig Beschäftigten als auch der Arbeitgeber hoch und nehmen tendenziell zu; sie liegen deutlich über dem internationalen Durchschnitt. Der Beitrag der Umweltsteuern zu den Gesamtabgaben bleibt unter dem EU-Durchschnitt, die effektive Steuerlast liegt im Mittelfeld. Auch die Einnahmen aus Tabak- und Alkoholsteuern – als wichtige Lenkungssteuern – verlieren langfristig an Gewicht. Die Besteuerung von Vermögen leistet einen geringen und – gegen den internationalen Trend – deutlich rückläufigen Beitrag zu den Gesamtabgabeneinnahmen. Der nominelle Einkommensteuersatz ist hoch, die Steuersätze auf Kapitaleinkünfte sind durchschnittlich ebenso wie die nominelle und die effektive Unternehmenssteuerbelastung. Nicht zuletzt ist eine zunehmende Komplexität und Intransparenz des Abgabensystems zu beobachten. Aus diesen Befunden ergibt sich insbesondere bezüglich der Abgabenstruktur ein erheblicher Reformbedarf.
 
Online seit: 19.02.2015 0:00
Forschungsbereich:Umwelt, Landwirtschaft und Energie – Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
Sprache:Deutsch

The Austrian Tax System – Status Quo

The tax burden in Austria is comparatively high, and the gap vis-à-vis the EU average has widened. The tax structure exhibits a number of specific features: taxes on labour are high, both from the employee's and the employer's side, following an upward trend and markedly exceeding the international average. The share of environmental taxes is below the EU average, their effective burden corresponds to an intermediate position. Revenues from tobacco and alcohol taxes, major "sin taxes" aiming at influencing private behaviour, are losing importance in the longer run. Taxation of wealth claims a rather small and – against the international trend – significantly declining share of total tax revenues. Nominal tax rates on income are high, those on returns from capital are about average, as is the nominal and effective corporate tax burden. Moreover, complexity and lack of transparency of the tax system are on the rise. These findings call for a major overhaul of the system, notably of the composition of tax revenues.

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Angela Köppl, Margit Schratzenstaller, Das österreichische Abgabensystem – Reformperspektiven

WIFO-Monatsberichte, 2015(2), S.127-135
Ein zentrales Ziel einer Reform des österreichischen Abgabensystems sollte die Verbesserung der Abgabenstruktur sein. Dies bedeutet die Umschichtung des gesamten Abgabenvolumens weg von bestimmten Steuerbasen (Entlastung) hin zu anderen Steuerbasen (und damit auch deren höhere Besteuerung). Die stärkere Besteuerung bestimmter Steuerbasen sollte nicht nur der Erschließung kurzfristiger Gegenfinanzierungspotentiale zur Kompensation von Steuerausfällen dienen. Vielmehr sollte das Leitprinzip einer zukunftsfähigen Steuerpolitik sein, aufbauend auf einer Vision für ein "Abgabensystem 2025" in einem längerfristigen Stufenplan die gesamte Abgabenlast schrittweise umzuschichten. Kern einer Abgabenstrukturreform ist eine Verringerung der hohen Abgabenbelastung des Faktors Arbeit vor allem für niedrige und mittlere Arbeitseinkommen, die im Rahmen eines ökosozialen Abgabenreformkonzeptes kompensiert wird durch die Anhebung von Umweltsteuern und bestimmten vermögensbezogenen Steuern sowie den Abbau von steuerlichen Ausnahmen vor allem in der Einkommen- und der Umsatzsteuer. Unabhängig von der Abgabenstruktur kann die Abgabenquote umso stärker gesenkt werden, je mehr es gleichzeitig gelingt, Einsparungspotentiale auf der Ausgabenseite zu realisieren, die parallel zur Senkung der Abgaben auf den Faktor Arbeit die Ausgabenquote verringern.
 
Online seit: 19.02.2015 0:00

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