Peter Mayerhofer (Projektleitung)
FiWiSTEP – Fiskalische Wirkungen von Stadtentwicklungsprojekten. Eine Fallstudie anhand zweier Vorhaben der Stadt Wien (FiWiSTEP – Fiscal Impact Analysis on City Development Projects. A Case Study Based on Two Projects of the City of Vienna)
Abgeschlossene Forschungsprojekte
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung – Technische Universität Wien
Auftraggeber: Magistrat der Stadt Wien
Abgeschlossen: 2011
Zusammen mit dem Department für Raumentwicklung, Infrastruktur- und Umweltplanung der TU Wien untersuchte das WIFO die fiskalische Rentabilität von Stadtentwicklungsprojekten anhand zweier Entwicklungsvorhaben der Stadt Wien. Dabei wurden in einer Wirkungsanalyse alle mit dem Entwicklungsprojekt verbundenen – auch langfristigen – öffentlichen Ausgaben den aus dem Projekt langfristig zu erwartenden Einnahmen mit Budgetwirkung gegenübergestellt. Die Berechnungen beziehen sich auf einen Zeithorizont von 40 Jahren und berücksichtigen die verschiedenen Phasen der Planung, Entwicklung und Nutzung des Stadtentwicklungsgebietes. Einem Szenario auf Basis der derzeit zugrunde gelegten Plangrößen wurden dabei Szenarien auf Basis alternativer Planungsgrößen gegenübergestellt, um Aufschluss über die Sensitivität der Ergebnisse gegenüber alternativen Festlegungen bezüglich Siedlungsstruktur und Städtebau zu gewinnen. Nicht zuletzt sollten die Ergebnisse der Fallstudie eine Grundlage für die Entwicklung eines standardisierten Verfahrens zur fiskalischen Wirkungsanalyse im Regelbetrieb der Verwaltung bilden.
Keywords:TP_Wettbewerbsfaehigkeit
Forschungsbereich:Strukturwandel und Regionalentwicklung
Sprache:Deutsch

FiWiSTEP – Fiscal Impact Analysis on City Development Projects. A Case Study Based on Two Projects of the City of Vienna
Together with the Department of Spatial Development, Infrastructure and Environmental Planning of the Vienna University of Technology, WIFO investigated the fiscal profitability of urban development projects on the basis of two development projects of the City of Vienna. In an impact analysis, all public expenditures associated with the development project – including long-term public expenditures – were compared with the revenues with budget effects expected from the project in the long term. The calculations are based on a time horizon of 40 years and take into account the various phases of planning, development and use of the urban development area. Scenarios on the basis of alternative planning parameters were compared with a scenario based on the currently used plan parameters in order to obtain information on the sensitivity of the results to alternative determinations regarding settlement structure and urban development. Last but not least, the results of the case study should form the basis for the development of a standardised procedure for fiscal impact analysis in the regular operation of the administration.

Verwandte Einträge

Peter Mayerhofer, Stefan Schönfelder (WIFO), Johann Bröthaler, Gerlinde Gutheil-Knopp-Kirchwald, Peter Calließ (IFIP)
FiWiStep – Fiskalische Wirkungen von Stadtentwicklungsprojekten (FiWiStep - Fiscal Impacts of Urban Development Projects)
Monographien, Jänner 2012, 237 Seiten
Auftraggeber: Magistrat der Stadt Wien, MA 18
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung – Fachbereich Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik im Department für Raumentwicklung, Infrastruktur- und Umweltplanung der Technischen Universität Wien
 
Ziel des Forschungsprojektes FiWiStep war es, eine anwendungsorientierte Methodik zur Schätzung der Budgeteffekte von Stadtentwicklungsprojekten in Wien zu entwickeln und im Rahmen eines Pilotversuches für zwei ausgewählte Fallstudiengebiete (Tokiostraße und Donaufeld) zu testen. Im Zentrum stehen dabei die fiskalischen Effekte einer Variation grundlegender Planungsparameter, vor allem der Baudichte. Das dazu entwickelte Rechenwerk basiert auf der Methodik der fiskalischen Wirkungsanalyse. Dabei werden alle im Zusammenhang mit der Entwicklung und Nutzung eines Stadtteils im Gemeindehaushalt entstehenden einmaligen und laufenden Ausgaben (vor allem Infrastrukturausgaben und einwohnerbezogene Ausgaben) sowie Einnahmen (in erster Linie Gebühren und Steuern) abgegrenzt und auf Basis von Modellrechnungen und Informationen aus der Planungspraxis quantifiziert. Die so ermittelten fiskalischen Effekte werden über einen Zeitraum von 50 Jahren saldiert und über Kennzahlen der fiskalischen Rentabilität abgebildet. Das Modell umfasst acht funktionsspezifische Module, die fiskalisch relevante Vorgänge in den Bereichen Demographie und Wirtschaft, technische Infrastruktur, Grünraum, öffentlicher Personennahverkehr, soziale Infrastruktur, Immobilientransaktionen, Abgabeneinnahmen und sonstige Nettoausgaben modellieren. Neben detaillierten Ergebnissen zur Rentabilität der beiden untersuchten Stadtentwicklungsprojekte wurden folgende allgemeine Erkenntnisse gewonnen: 1. Siedlungsentwicklung ist nicht kostenlos: Auch in Wien mit seinen Besonderheiten als Land und Gemeinde ist nicht von einem automatischen Fiskalgewinn durch Bevölkerungswachstum und Zuzug auszugehen. 2. Die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Stadt hängt nicht zuletzt von einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Wohn- und Arbeitsbevölkerung ab, da ein Teil der einwohnerbezogenen Infrastruktur durch Steuereinnahmen aus betrieblicher Nutzung finanziert wird. 3. Die kumulierten "Folgekosten" einer Projektentwicklung sind im Regelfall wesentlich höher als die Investitionskosten, ihre frühzeitige Berücksichtigung in Planungsentscheidungen ist damit notwendig. 4. Dichtebezogene Festlegungen beeinflussen die Rentabilität eines Projektes: Dichter bebaute Siedlungsentwicklungen sind im fiskalischen Sinn "rentabler", solange Sprungkosten oder dichtebedingte Qualitätsverluste (Fehlen von Freiflächen, selektive Abwanderung der Bevölkerung u. a.) diesen Effekt nicht umkehren. 5. Der fiskalische Effekt hängt nicht zuletzt vom städtebaulichen Kontext der jeweiligen Projektentwicklung ab, mit deutlichen Vorteilen einer Innenentwicklung.