WIFO-Monatsberichte

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Update der mittelfristigen Prognose der österreichischen Wirtschaft 2016 bis 2020 (Update of the Medium-term Forecast for the Austrian Economy from 2016 to 2020)
WIFO-Monatsberichte, 2016, 89(4), S.219-225
Online seit: 28.04.2016 0:00
 
Nach der schwachen Entwicklung von 2012 bis 2015 (+½% p. a.) dürfte die heimische Wirtschaft mittelfristig zwar etwas stärker, aber noch immer verhalten expandieren (2016/2020 +1½% p. a.). Vor allem der Außenbeitrag und die öffentlichen Konsum- und Investitionsausgaben tragen weniger zum Wirtschaftswachstum bei als vor der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise. Der private Konsum erhält durch den Anstieg der verfügbaren Einkommen infolge der Steuerreform 2015/16 und durch die zusätzliche Nachfrage aus der Flüchtlingsmigration Impulse und dürfte im Prognosezeitraum um 1,4% p. a. zunehmen (2011/2015 +0,5% p. a.). Die leichte Expansion der heimischen Wirtschaft ermöglicht zwar eine Ausweitung der Beschäftigung (2016/2020 +1,1% p. a.), diese reicht aber nicht aus, um einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit bis 2018 zu verhindern, da das Arbeitskräfteangebot aus dem Inland und vor allem aus dem Ausland (nicht zuletzt auch durch die Flüchtlingsmigration) insgesamt stärker wächst. Die Arbeitslosenquote dürfte 2017 knapp 10% (gemäß AMS-Definition) erreichen und auf diesem Niveau verharren. Der Inflationsdruck bleibt mittelfristig mäßig (+1,7% p. a.), aber höher als im Euro-Raum, sodass der Realeinkommenszuwachs in Österreich geringer sein dürfte. Ein ausgeglichener Staatshaushalt (sowohl strukturell als auch nach Maastricht-Definition) dürfte aufgrund des prognostizierten Konjunkturverlaufs und der angenommenen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen im Prognosezeitraum nur schwer zu erreichen sein.
Keywords:Mittelfristige Prognose, Öffentliche Haushalte, Österreich
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
Sprache:Deutsch

Update of the Medium-term Forecast for the Austrian Economy from 2016 to 2020
Following a period of sluggish growth averaging ½ percent p.a. from 2012 to 2015, economic activity in Austria is expected to pick up over the medium term, averaging at a moderate pace of +1½ percent p.a. between 2016 and 2020. Foreign trade, government consumption and investment spending will contribute less to economic growth than prior to the financial market crisis and the recession 2008-09. Growth of private consumption should pick up from 0.5 percent p.a. 2011-2015 to 1.4 percent p.a. over the forecast period, receiving stimulus from higher disposable income due to the tax reform 2015-16, and from additional demand due to refugee immigration. While the moderate GDP growth will allow employment to increase by 1.1 percent p.a. from 2016 to 2020, the creation of new jobs will not prevent unemployment from rising further until 2018, since labour supply, both domestic and from abroad (driven also by the inflow of refugees), will outpace demand. The rate of unemployment may reach almost 10 percent (national definition) by 2017 and change little thereafter. Inflationary pressure will remain moderate over the medium term, at an annual rate of 1.7 percent. The inflation rate will be thus higher than the average in the euro area, making for somewhat smaller real income gains in Austria. Given the projected cyclical profile and the assumptions on the economic policy settings, a balanced general government budget, whether in nominal (Maastricht definition) or structural terms, may be difficult to achieve over the forecast horizon.

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Funktion: Ökonom (Senior Economist), Schriftleiter WIFO-Monatsberichte und WIFO Bulletin

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