WIFO-Studien

Die Auftragsarbeiten des WIFO werden regelmäßig als Studien publiziert. Sie stehen wie die laufenden Publikationen (z. B. Konjunkturprognose, Bundesländerberichte) als Print- und Online-Version gegen Kostenbeitrag zur Verfügung.

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Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose
Gemeinschaftsdiagnose #2-2022 – Energiekrise: Inflation, Rezession, Wohlstandsverlust (Joint Economic Forecast for the German Economy #2-2022 – Energy Crisis: Inflation, Recession, Loss of Prosperity)
Monographien, September 2022, 84 Seiten
Auftraggeber: ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 20.10.2022 0:00
Die Studie enthält eine detaillierte kurzfristige Prognose bis zum Jahr 2024 sowie eine mittelfristige Projektion der Wirtschaftsentwicklung bis zum Jahr 2027. Das Schwerpunktthema behandelt die konjunkturellen Folgen eines Gasmangels in Deutschland. Die krisenhafte Zuspitzung auf den Gasmärkten belastet die deutsche Wirtschaft schwer. Durch die reduzierten Gaslieferungen aus Russland ist ein erheblicher Teil des Angebots weggefallen und auch das Risiko gestiegen, dass die verbleibenden Liefer- und Speichermengen im Winter nicht ausreichen, um die Nachfrage zu decken. Die Gaspreise sind in den Sommermonaten in die Höhe geschossen, und auch auf den Terminmärkten zeigen sich für einen längeren Zeitraum deutlich höhere Notierungen. Die dadurch stark steigenden Verbraucherpreise schmälern insbesondere die Kaufkraft der privaten Haushalte. Die Wirtschaftsleistung dürfte im III. Quartal bereits leicht gesunken sein. Im Winterhalbjahr ist ein deutlicher Rückgang zu erwarten. Dass dieser nicht noch kräftiger ausfällt, ist dem hohen Auftragspolster im Verarbeitenden Gewerbe zu verdanken. Insgesamt dürfte die Produktion in diesem Jahr trotz des Rückgangs in der zweiten Jahreshälfte um 1,4% ausgeweitet werden. Damit halbieren die Institute ihre Prognose vom Frühjahr für dieses Jahr annähernd. Für das kommende Jahr ist zu erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt um 0,4% zurückgeht. Im Frühjahr erwarteten die Institute noch einen Anstieg von 3,1%. In dieser Revision zeigt sich das Ausmaß der Energiekrise. Im Jahr 2024 expandiert das Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt mit 1,9%. Die Inflationsrate dürfte sich in den kommenden Monaten weiter erhöhen. Jahresdurchschnittlich ergibt sich für das Jahr 2023 mit 8,8% eine Teuerungsrate, die leicht über dem Wert des laufenden Jahres (8,4%) liegt. Erst im Jahr 2024 wird die 2%-Marke allmählich wieder erreicht.
JEL-Codes:B22, E66
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
Sprache:Deutsch

Joint Economic Forecast for the German Economy #2-2022 – Energy Crisis: Inflation, Recession, Loss of Prosperity
The study contains a detailed short-term forecast up to 2024 and a medium-term projection of economic development up to 2027. The main topic deals with the economic consequences of a gas shortage in Germany. The crisis on the gas markets is having a severe impact on the German economy. Reduced gas supplies from Russia have eliminated a significant part of the supply and also increased the risk that the remaining supply and storage volumes will not be sufficient to meet demand in winter. Gas prices soared in the summer months, and forward markets also showed significantly higher prices for a longer period. The resulting sharp rise in consumer prices is reducing the purchasing power of private households in particular. Economic output is already expected to have fallen slightly in the third quarter. A significant decline is expected in the winter half-year. The fact that this will not be even more severe is due to the high order backlog in the manufacturing sector. Overall, production is expected to expand by 1.4 percent this year despite the decline in the second half of the year. The institutes have thus almost halved their spring forecast for this year. For the coming year, gross domestic product is expected to decline by an annual average of 0.4 percent. In the spring, the institutes still expected an increase of 3.1 percent. This revision reflects the extent of the energy crisis. In 2024, GDP will expand by an annual average of 1.9 percent. The rate of inflation is likely to increase further in the coming months. At 8.8 percent, the annual average inflation rate for 2023 is slightly higher than the current year's figure (8.4 percent). The 2 percent mark will not be gradually reached again until 2024.

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