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Geldpolitik und Kreditwesen in der COVID-19-Krise (Monetary Policy and Credit in the COVID-19 Crisis)
WIFO-Monatsberichte, 2021, 94(4), S.309-320
Online seit: 06.05.2021 0:00
 
Neben der COVID-19-Pandemie prägten 2020 vor allem die umfangreichen Interventionen der Europäischen Zentralbank die Entwicklungen auf den Finanzmärkten und im Kreditwesen im Euro-Raum. In Reaktion auf die Krise gestaltete die EZB ihre Geldpolitik 2020 besonders expansiv. Ein zentrales Element war die Einführung des Pandemie-Notfallankaufprogrammes (PEPP), das die Sekundärmarktrenditen auf 10-jährige Staatsanleihen stabilisierte. Die kurzfristigen Zinssätze im Euro-Raum blieben 2020 im negativen Bereich. Dies schuf stabile Finanzierungsbedingungen. Die Kreditvergabe durch die Banken stützte die Liquidität der Unternehmen. Die regulatorischen Kennzahlen des Bankwesens in Österreich blieben unverändert. Trotz der kurzfristig erfolgreichen Stabilisierung bestehen weiterhin Gefahren für die Wirtschaft und das Bankensystem. Diese drohen u. a. bei einer Überschuldung der Unternehmen, einer Verschärfung der Finanzierungsbedingungen oder einem verzögerten Anstieg der Insolvenzen.
JEL-Codes:E52, G21, G32, G52
Keywords:Geldpolitik, Kreditwesen, Unternehmensfinanzierung, Sparen der privaten Haushalte
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik
Sprache:Deutsch

Monetary Policy and Credit in the COVID-19 Crisis
In addition to the COVID-19 pandemic, developments on the financial markets and in the credit sector in the euro area in 2020 were dominated by the extensive interventions of the European Central Bank. In response to the crisis, the ECB made its monetary policy particularly expansionary in 2020. A key element was the introduction of the Pandemic Emergency Purchase Program (PEPP), which stabilised secondary market yields on 10-year government bonds. Short-term interest rates in the euro area remained in negative territory in 2020. This created stable financing conditions. Bank lending supported corporate liquidity. The regulatory ratios of the banking industry in Austria remained unchanged. Despite the successful stabilisation in the short term, there are still risks to the economy and the banking system. Among other things, these loom in the event of corporate overindebtedness, a tightening of financing conditions or a delayed rise in insolvencies.

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