Evaluierung der Eingliederungsbeihilfe des Arbeitsmarktservice Österreich: Einsatz, Wirkung und Gestaltungsoptionen
Die vorliegende Studie untersucht Rolle, Ausgestaltung und Wirksamkeit der Eingliederungsbeihilfe. Zur kausalen Wirkungsanalyse wird ein dynamisches Matching-Design mit mehreren kontrafaktischen Vergleichsszenarien verwendet, ergänzt um Schätzungen von Mitnahmeeffekten. Die Ergebnisse zeigen deutliche positive Wirkungen auf Beschäftigung und Erwerbseinkommen. Geförderte Personen weisen höhere Beschäftigungswahrscheinlichkeiten, deutlich mehr Beschäftigungstage sowie höhere kumulierte Erwerbseinkommen auf. Den Schätzungen zufolge wäre zwar nahezu die Hälfte der geförderten Beschäftigungsaufnahmen auch ohne Förderung zustande gekommen, dennoch verbleiben deutliche positive Langfristwirkungen. Die zentrale Wirkung der Eingliederungsbeihilfe liegt im erleichterten Zugang zu Beschäftigung; zusätzliche Effekte innerhalb bestehender Beschäftigungsverhältnisse sind gering. Besonders starke Wirkungen und zugleich geringe Mitnahmeeffekte zeigen sich bei älteren Arbeitslosen, gesundheitlich eingeschränkten Personen und Langzeitbeschäftigungslosen. Die Ergebnisse sprechen daher für einen weiterhin zentralen Einsatz der Eingliederungsbeihilfe – insbesondere zugunsten der wachsenden Gruppe älterer Arbeitsloser –, zugleich aber für eine noch stärkere Zielgruppenorientierung und Differenzierung des Fördereinsatzes, insbesondere der Förderintensität, nach Unterstützungsbedarf, erwarteten Wirkungen und Mitnahmeeffekten. Die Analysen zur Förderintensität liefern keinen robusten Hinweis darauf, dass höhere Förderprozentsätze oder längere Förderdauern innerhalb bereits realisierter Förderungen systematisch bessere Erwerbsverläufe bewirken. Dies spricht für eine moderate Standardförderung mit gezielter Intensivierung bei Personen mit stärkeren Vermittlungshemmnissen, geringen ungeförderten Beschäftigungschancen, niedrigen Mitnahmeeffekten und höherem Stabilisierungsbedarf.