Volkswirtschaftliche Auswirkungen eines ausgewogenen Drei-Säulen-Modells in der Altersvorsorge
Jedes Pensionssystem verfolgt neben der Konsumglättung zwischen Erwerbstätigkeit und Ruhestand Versicherungs- und Umverteilungsziele. Eine ausgewogene Kombination von Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren ermöglicht eine Erreichung dieses Zielbündels mit geringen Nebenwirkungen auf Güter-, Arbeits- und Kapitalmärkten. Im europäischen Vergleich zeigt Österreich hohe Einkommensersatzraten in einem überwiegend im Umlageverfahren finanzierten Pensionssystem. Dies hat Auswirkungen auf kleinere Anleihe- und Aktienmärkte, einen größeren Anteil von Klein- und Mittelbetrieben, einen höheren Einfluss von Kernaktionären auf die Unternehmensführung, einen höheren Immobilienanteil im Nettovermögen der Privathaushalte und einen kleineren Risikokapitalmarkt. Eine Kapitaldeckung der Pensionsansprüche kann dazu beitragen, die Pensionsleistungen von der heimischen Wirtschaftskraft unabhängiger zu machen. Portfolioanalysen zeigen, dass der optimale Anteil des Kapitaldeckungsverfahrens in den meisten Ländern positiv ist. In manchen Berechnungen erreicht der Anteil 100% des Pensionsportfolios.