Designoptionen für einen EU-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM)
Die EU setzt zur Erreichung ihrer Klimaziele auf die Bepreisung von CO2-Emissionen, wo durch europäische Produzenten gegenüber ausländischen Wettbewerbern mit niedrigeren oder keinen CO2-Preisen unter Druck geraten. Der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) soll diesem Problem begegnen, weist in seiner aktuellen Ausgestaltung jedoch erhebliche Schwächen auf. Die vorliegende Studie quantifiziert die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen des EU-CBAM und vergleicht ihn mit zwei Alternativen – einem Leakage Border Adjustment Mechanism (LBAM) und einer Klimaabgabe – mittels eines allgemeinen Gleichgewichtshandelsmodells, das auf die GTAP-11-Datenbank kalibriert ist und 65 Länder sowie 25 Industriesektoren umfasst. Die Ergebnisse zeigen, dass alle Grenzausgleichsinstrumente einer Situation ohne Ausgleich deutlich überlegen sind, jedoch keines über alle Dimensionen dominiert: Der EU-CBAM bietet die stärksten Dekarbonisierungsanreize im Ausland, benachteiligt aber nachgelagerte Industrien; der LBAM verhindert Carbon-Leakage breit und bürokratiearm, setzt aber keine Emissionsminderungsanreize; die Klimaabgabe ist administrativ am einfachsten, verlagert die Kosten jedoch auf die Konsumenten. Die Wahl des Instruments hängt letztlich davon ab, ob die EU globale Klimawirkung, Industrieschutz oder administrative Praktikabilität priorisiert.