Bildungsstruktur der österreichischen Bevölkerung und Haushalte bis 2040 (Educational Structure of the Austrian Population and Households Up To 2040)
WIFO Working Papers, 2017, (538), 62 Seiten
Online seit: 20.06.2017 0:00
Die Einbeziehung von Humankapital zu Schätzung künftiger demographischer Entwicklungen gewinnt an Bedeutung, da bildungsspezifische Unterschiede in Fertilität, Mortalität und Migration die Entwicklung der Bevölkerung und somit wirtschaftliche Trends (etwa auf dem Wohnungsmarkt) wesentlich beeinflussen. In diesem Beitrag werden bildungsspezifische Unterschiede erstmals auf Ebene der Haushalte für Projektionen für Österreich bis 2040 angewandt. Aufbauend auf einer Multi-State-Bevölkerungsprognose werden mithilfe von Headship-Quoten die Haushaltsprojektionen nach höchster abgeschlossener Ausbildung berechnet. Die vier berücksichtigten Szenarien unterscheiden sich durch Annahmen zur Bildungsentwicklung der Bevölkerung (Basisszenario und Szenario mit Anstieg der höheren Ausbildung) und zu weiteren Entwicklung der Headship-Quoten (konstantes und Trendszenario). Die Zahl der Haushalte wird bis 2040 durch den anhaltenden Rückgang der Haushaltsgröße kontinuierlich wachsen. Der stärkste Anstieg ist in jenem Szenario zu erwarten, bei dem das Bildungsniveau der Bevölkerung steigt und der Trend der Haushaltsformation fortgeschrieben wird: Zwar ist der Bevölkerungszuwachs geringer als im Basisszenario, jedoch wird dies durch den Anstieg des Anteils der Bevölkerung mit Universitätsabschluss und die damit einhergehende Verringerung der Haushaltsgröße in diesem Segment kompensiert. Die Einbeziehung von Humankapital in Haushaltsprojektionen kann somit etwa zur Schätzung der künftigen Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt eingesetzt werden.
Forschungsbereich:Strukturwandel und Regionalentwicklung
Sprache:Deutsch

Educational Structure of the Austrian Population and Households Up To 2040
The inclusion of human capital in estimating future demographic developments is becoming increasingly important, as educational differences in fertility, mortality and migration have a major impact on population development and thus on economic trends (e.g., in the housing market). In this paper, education-specific differences are applied for the first time at household level for projections for Austria up to 2040. Based on a multi-state population forecast, headership ratios are used to calculate household projections after the highest level of education. The four scenarios considered differ in assumptions about the educational development of the population (baseline scenario and scenario with increase in higher education) and about the further development of the headship rates (constant and trend scenario). The number of households will grow continuously until 2040 due to the continuing decline in household size. The strongest increase is expected in the scenario in which the educational level of the population rises and the trend of the household formation continues: although the population growth is lower than in the baseline scenario, this is compensated by the increase in the proportion of the population with university degrees and the resulting reduction in the size of the household in this segment. The inclusion of human capital in household projections can thus be used to estimate future developments in the housing market.