Auswirkungen der Wirtschaftssanktionen der EU und Russlands auf Wertschöpfung und Beschäftigung in Österreich und der EU
Monographien, Dezember 2016, 11 Seiten
Auftraggeber: Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung – Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel
Online seit: 23.12.2016 0:00
 
Die vorliegende Studie analysiert und quantifiziert die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der EU-Sanktionen gegen Russland auf Österreich und die anderen EU-Länder. Im Gegensatz zu vergangenen Arbeiten, in denen die Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte der Exporteinbußen insgesamt im Mittelpunkt standen, werden nun mittels komplexer ökonometrischer Verfahren die konkreten Sanktionseffekte gemessen – also die Wirkungen jener Exportverluste, die nicht auf sonstige externe Faktoren (Rohölpreisverfall, Abwertung des Rubels usw.), sondern auf die Sanktionen und die damit einhergehende Verschlechterung der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Russland zurückzuführen sind. Die volkswirtschaftlichen Wirkungen dieser sanktionsbedingten Exporteinbußen werden dabei anhand des weltweiten gesamtwirtschaftlichen Input-Output-Modells ADAGIO simuliert.
Forschungsbereich:Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb – Strukturwandel und Regionalentwicklung
Sprache:Deutsch

Effects of the EU-Russia Economic Sanctions on Value Added and Employment in Austria and the EU
The ongoing trade conflict between the EU and Russia could have noticeable effects on the European economy given the importance of EU exports to Russia. After a decline of Austrian exports to Russia in the wake of the economic crisis exports performed well in recent years. When the economic situation in Russia worsened and the sanctions became effective in the summer of 2014 trade relationships deteriorated considerably: Austrian exports declined by more than 7% in 2014 and by more than a third in the past year. Exports developed in a very similar pattern in most other EU countries as well. The current study provides estimates of the economic consequences of the export sanctions approved by the European Council as well as the counter sanctions enacted by the Russian Federation on all EU countries. While past studies focused on value added and employment effects of total export losses, complex econometric methods are applied now to measure the specific effects of the sanctions – this is the economic impacts linked to exports lost due to the sanctions as opposed to other external factors (e.g., devaluation of the Russian Rubel, decline of oil prices, etc.). For this purpose, a multi-country econometric input-output model is used.

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Franz Sinabell (WIFO), Sigrid Egartner, Karin Heinschink, Karlheinz Pistrich, Thomas Resl, Christoph Tribl (AWI)
Monographien, März 2015, 49 Seiten
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung – Bundesanstalt für Agrarwirtschaft
Auftraggeber: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Online seit: 11.03.2015 0:00
Die Russische Föderation verhängte am 7. August 2014 eine Importblockade für ausgewählte Agrarprodukte und Nahrungsmittel aus der EU und anderen Ländern. Betroffen sind davon rund 30 Produktkategorien von unverarbeiteten und verarbeiteten Gütern. Das relevante Exportvolumen Österreichs beträgt etwa 100 Mio. €. In der Studie wird untersucht, welche direkten und indirekten wirtschaftlichen Auswirkungen von der Beschränkung der Exporte der österreichischen Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft zu erwarten sind. Dabei wird zwischen kurz- und langfristigen Folgen unterschieden. Maßnahmen zur Minderung der wirtschaftlichen Schäden werden dargestellt und Optionen zur Bewältigung der Herausforderungen aufgezeigt. Der Fokus der Analyse liegt auf Österreich. Eine Bewertung der Auswirkungen für das Jahr 2014 zeigt, dass Österreichs Agrarexporte nach Russland um knapp 50 Mio. € geringer waren als 2013.
Monographien, Dezember 2014, 35 Seiten
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Auftraggeber: Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
Online seit: 18.02.2015 0:00
Der aktuelle Handelskonflikt zwischen der EU und Russland, der eine Folge der politischen Destabilisierung der Ostukraine ist, kann angesichts der großen Bedeutung des Russlandexports beträchtliche Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft haben. Diese makroökonomischen Effekte beschränken sich nicht auf einzelne Güter, die unter die Sanktionen fallen. Sie sind vielmehr ein Ergebnis der generellen Verschlechterung der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Russland. Unter der Annahme einer nur temporären Dämpfung von Export und Tourismus (Extrapolation der tatsächlichen Einbußen aller EU-Länder im 1. Halbjahr 2014, keine weitere Verringerung von Konsum und Investitionen) ergeben sich für Österreich Einbußen von rund 9.000 Arbeitsplätzen und von rund 0,6 Mrd. € an Wertschöpfung. Eine längerfristige Verringerung der Export- und Tourismusnachfrage (zusätzliche Reaktion von Einkommen und Konsum in den einzelnen EU-Ländern) würde die Beschäftigung in Österreich um 24.000 und die Wertschöpfung um 1,5 Mrd. € dämpfen. Sollte sich der Konflikt verschärfen (Exporteinbußen um ein Viertel höher als bisher), dann würde Österreich einen Verlust von 45.000 Arbeitsplätzen und von 2,9 Mrd. € an Wertschöpfung verzeichnen.
Abgeschlossene Forschungsprojekte
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Abgeschlossen: 2014
Der aktuelle Handelskonflikt zwischen der EU und Russland, der eine Folge der politischen Destabilisierung der Ostukraine ist, kann angesichts der großen Bedeutung des Russlandexports beträchtliche Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft haben. Diese makroökonomischen Effekte beschränken sich nicht auf einzelne Güter, die unter die Sanktionen fallen. Sie sind vielmehr ein Ergebnis der generellen Verschlechterung der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Russland. Unter der Annahme einer nur temporären Dämpfung von Export und Tourismus (Extrapolation der tatsächlichen Einbußen aller EU-Länder im 1. Halbjahr 2014, keine weitere Verringerung von Konsum und Investitionen) ergeben sich für Österreich Einbußen von rund 9.000 Arbeitsplätzen und von rund 0,6 Mrd. € an Wertschöpfung. Eine längerfristige Verringerung der Export- und Tourismusnachfrage (zusätzliche Reaktion von Einkommen und Konsum in den einzelnen EU-Ländern) würde die Beschäftigung in Österreich um 24.000 und die Wertschöpfung um 1,5 Mrd. € dämpfen. Sollte sich der Konflikt verschärfen (Exporteinbußen um ein Viertel höher als bisher), dann würde Österreich einen Verlust von 45.000 Arbeitsplätzen und von 2,9 Mrd. € an Wertschöpfung verzeichnen.
Monographien, Juni 2015, 24 Seiten
Auftraggeber: Leading European Newspaper Alliance
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 03.07.2015 11:00
The ongoing trade conflict between the EU and Russia could have noticeable effects on the European economy given the importance of EU and Swiss exports to Russia. This study provides estimates of the potential economic consequences of the export sanctions approved by the European Council and the Swiss parliament as well as the counter sanctions enacted by the Russian Federation on all EU countries. Using a multi-country econometric input-output model the study estimates real value added and employment effects associated with a decline in commodity exports and tourism demand as observed in recent months. The weak performance of EU and Swiss exports to Russia, however, is not only the result of export restrictions on sanctioned goods and the worsening of economic relations between Russia and the EU plus Switzerland, but also a consequence of slackening economic growth in Russia. The uncertainty about the true economic impacts of the sanctions is addressed by estimating different scenarios and distinguishing between short and long-run effects.
Monographien, September 2017, 59 Seiten
Auftraggeber: Europäisches Parlament
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung – Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel
Online seit: 10.10.2017 0:00
This report summarises empirical facts about the economic impact of the EU sanctions against Russia and the Russian countersanctions, both implemented in the summer of 2014. The observed decline in trade volumes between the EU and Russia is not only due to the sanctions, but also by other economic factors, such as the downturn of the Russian economy, largely caused by the falling oil price and the ensuing ruble depreciation. Furthermore, empirical evidence suggests that European and Russian companies alike managed to partly divert trade flows to other international markets in response to the deteriorating trade relationships. Overall trade diversion, however, cannot nearly compensate for losses of EU exports to Russia and thus mitigate the economy-wide negative impacts. Finally, descriptive evidence and additional information seem to indicate that compliance with the sanctions was partly circumvented right after the implementation of the sanctions in 2014, in particular for agri-food goods via countries of the Eurasian Economic Union. Legal trade diversion through countries unaffected by the sanctions has also taken place. It is important to emphasise that this study does not assess the political costs or effectiveness of the sanctions, but merely analyses potential economic costs caused by all sanction measures in place.
Abgeschlossene Forschungsprojekte
Auftraggeber: Europäisches Parlament
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Abgeschlossen: 2017
Abgeschlossene Forschungsprojekte
Auftraggeber: Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Abgeschlossen: 2016
Nach einer Steigerung der EU-Exporte nach Russland bis 2013 ist seit 2014 ein massiver Rückgang des Warenhandels zu beobachten. Diese Exportverluste sind auf eine Kombination mehrerer Faktoren zurückzuführen: Zum einen verfielen die Erdölpreise seit etwa Mitte 2014, mit massiv negativen Auswirkungen auf den russischen Staatshaushalt. Bereits etwas früher, aber durch diesen Erdölpreisverfall beschleunigt, verlor die russische Währung signifikant an Wert. Schließlich wurden die Exporte nach Russland auch durch die Wirtschaftssanktionen beeinträchtigt, die die EU im Juli 2014 angesichts der russischen Politik gegenüber der Ukraine verhängte, sowie durch Gegensanktionen Russlands im Agrarsektor. Die vorliegende Studie quantifiziert den Einfluss der Wirtschaftssanktionen auf die Exporttätigkeit unabhängig von anderen wesentlichen Faktoren und schätzt damit die "reinen" Sanktionswirkungen sowie die mit diesen Exportströmen verbundenen Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte für Österreich und die anderen EU-Länder.
Vortragsreihe "WIFO-Extern", WIFO, 1030 Wien, Arsenal, Objekt 20, Kleiner Sitzungssaal, 12.10.2016 13:15, veranstaltungen@wifo.ac.at
Veranstalter: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 04.10.2016 0:00
Sanctions are one of the favourites in the toolbox of foreign policy. In a diplomatic conflict, they aim to elicit a change of policies of foreign governments by damaging their economy through restrictions on trade, financial transactions and the movement of people. However, they are not costless for the sending economy, where domestic firms involved in business with the target countries might incur collateral damages. This paper evaluates the cost, in terms of export losses, of the diplomatic crisis between the Russian Federation and Western countries over the Ukrainian conflict. We first gauge the global impact of the sanctions regime using a structural gravity framework and quantify the trade loss in a general equilibrium counterfactual analysis. We estimate this loss at 60.2 billon $ over the period from 2014 until mid-2015. Interestingly, we find that the bulk of the impact stems from products that are not directly targeted by Russian retaliations – suggesting that most of the loss is not attributable to the Russian retaliation, but to Western sanctions. We then investigate the underlying mechanism at the firm-level using French customs data. Results indicate that neither consumer boycotts nor perceived country risk can account for the decline in exports of non-targeted products. Instead, the disruption of the provision of trade finance services is found to have played an important role.
Abgeschlossene Forschungsprojekte
Auftraggeber: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung – Bundesanstalt für Agrarwirtschaft
Abgeschlossen: 2014
Die Russische Föderation verhängte am 7. August 2014 eine Importblockade für ausgewählte Agrarprodukte und Nahrungsmittel aus der EU und anderen Ländern. Betroffen sind davon rund 30 Produktkategorien von unverarbeiteten und verarbeiteten Gütern. Das relevante Exportvolumen Österreichs beträgt etwa 100 Mio. €. In der Studie wird untersucht, welche direkten und indirekten wirtschaftlichen Auswirkungen von der Beschränkung der Exporte der österreichischen Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft zu erwarten sind. Dabei wird zwischen kurz- und langfristigen Folgen unterschieden. Maßnahmen zur Minderung der wirtschaftlichen Schäden werden dargestellt und Optionen zur Bewältigung der Herausforderungen aufgezeigt. Der Fokus der Analyse liegt auf Österreich.