Die Wirkung zentraler Interventionen des AMS im Prozess der Vermittlung von Arbeitslosen (The Effects of Major Public Employment Service Interventions in the Job Placement Process)
Monographien, April 2016, 106 Seiten
Datenaufbereitung: Georg Böhs
Auftraggeber: Arbeitsmarktservice Österreich
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 23.09.2016 0:00
 
Wie die Analyse der Wirkung ausgewählter Interventionen des Arbeitsmarktservice im Rahmen des Arbeitslosenversicherungssystems und Vermittlungsprozesses auf das Abgangsverhalten aus Arbeitslosigkeit zeigt, können die Beschäftigungschancen von Arbeitslosen durch die Unterstützung bei der Arbeitssuche – etwa durch Vermittlungsvorschläge – effektiv verbessert werden. Hingegen ist das Wirkungspotential von stärkerem Druck zu einer Arbeitsaufnahme begrenzt. Eine Verlängerung der möglichen Bezugsdauer von Arbeitslosengeld zieht eine längere Dauer der Arbeitslosigkeit und des Leistungsbezuges nach sich, da Personen, die sich sonst aus dem Arbeitsmarkt zurückziehen würden, länger Arbeitslosengeld beziehen. Von einer kürzeren Bezugsdauer sind ebenso wie von einem häufigeren Einsatz von Sanktionen kaum raschere Beschäftigungsaufnahmen zu erwarten. Dadurch wird eher der Austritt aus dem Arbeitskräfteangebot befördert. Die Ergebnisse verweisen zudem auf einen möglichen Konflikt zwischen den Zielen einer zügigen Wiedereingliederung und der Qualität von Arbeitsverhältnissen, die Arbeitslose aufnehmen.
Forschungsbereich:Arbeitsmarkt, Einkommen und soziale Sicherheit
Sprache:Deutsch

The Effects of Major Public Employment Service Interventions in the Job Placement Process
Placing job-seekers to job vacancies and counseling provided by the Public Employment Service (PES) are complex processes. They cover a broad variety of activities designed to influence the job search strategies and employability of the unemployed. This study sheds light on the impact of several important rules or measures on transitions into employment and out of the labour force. The empirical results suggest that job search assistance, for example in the form of placement offers, is effective in enhancing the employment prospects of the unemployed. By contrast, more pressure to take up a job has little potential in boosting employment. An increase in potential unemployment insurance benefit duration leads to longer unemployment, because workers remain in the unemployment system and receive benefits longer instead of withdrawing from the labour force. A shorter benefit entitlement, as well as a more intensive use of sanctions cannot be expected to trigger faster transitions to employment, but would rather cause more exits from the labour market. The results further indicate that there is a possible trade-off between rapid reintegration and the quality of jobs taken up by job-seekers.
Data management: Georg Böhs

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Abgeschlossene Forschungsprojekte
Auftraggeber: Arbeitsmarktservice Österreich
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Abgeschlossen: 2016
Die Arbeitsvermittlung und die Beratung der Arbeitslosen bei der Arbeitsplatzsuche sind vielschichtige Prozesse. Sie umfassen eine große Bandbreite an Aktivitäten, mit denen Einfluss auf die Suchstrategien und Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitslosen genommen werden soll. In diesem Projekt wird die Wirkung ausgewählter Regelungen und Interventionen auf die Übergänge in Beschäftigung und die Austritte aus dem Erwerbsleben ermittelt. Diese umfassen zum einen die Dauer und Höhe von Arbeitslosengeld bzw. Notstandshilfe und zum anderen Aspekte des Vermittlungsprozesses, die mit Druck zu einer Beschäftigungsaufnahme bzw. der Teilnahme an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme verbunden sind: Vermittlungsvorschläge, die Zuweisung zu Maßnahmen und Sanktionen in der Form von Sperren des Arbeitslosengeldes.