Wiens Industrie in der wissensbasierten Stadtwirtschaft. Wandlungsprozesse, Wettbewerbsfähigkeit, industriepolitische Ansatzpunkte (Vienna's Manufacturing Sector in the Knowledge-based Urban Economy. Developments, Competitiveness, Industrial Policy Topics)
Monographien, Dezember 2013, 212 Seiten
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Auftraggeber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien
 
Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über die Möglichkeiten einer "Re-Industrialisierung" von hochentwickelten Ländern und Regionen erarbeitet die Studie eine theoretisch und empirisch fundierte Einschätzung zu Bedeutung und Zukunftschancen industriell-gewerblicher Produktion in der Stadtregion Wien. Dazu werden die Argumente der Vertreter einer "neuen industriellen Revolution" zunächst mit jenen Erkenntnissen konfrontiert, welche die ökonomische Forschung zu den Bestimmungsgründen der bisher vorherrschenden "De-Industrialisierung" an hochentwickelten Standorten beibringen konnte. Danach scheint eine echte "Re-Industrialisierung" urbaner Standorte wie Wien auf der Beschäftigungsseite unwahrscheinlich, eine Stabilisierung des Sektors auf der Outputseite scheint aber möglich. Die regionalen Ausgangsbedingungen dazu werden in der Folge in umfangreichen empirischen Analysen offengelegt. Dabei kommt nicht zuletzt ein neuer Datensatz zum Einsatz, welcher es erstmals ermöglicht, die Entwicklung der Industrie in Wien auf der Ebene der funktionalen Stadtregion (Stadt und Umland) jener in den anderen 255 Metropolregionen in Europa gegenüberzustellen. Demnach weist die Stadtregion Wien auch im Vergleich der urbanen Konkurrenzstandorte in Europa mittelfristig eine ungünstige Arbeitsplatzentwicklung in der Industrie auf und ist zuletzt selbst in diesem Vergleich stark "de-industrialisiert". Allerdings hatte die Redimensionierung auch eine Konzentration auf hoch- und mittel-hochtechnologische Industriebranchen und eine im Städtevergleich günstige Produktivitätsposition zur Folge, sodass der Anteilsverlust der Industrie an der Wertschöpfung gering war. Die regionalen Standortbedingungen für die Industrieproduktion sind zudem in Wien im Metropolenvergleich nicht ungünstig, und die verbliebenen Industrieunternehmen sind in Hinblick auf Forschungsorientierung und Einbindung in die internationalen Märkte sehr wettbewerbsfähig. Vor dem Hintergrund dieser nicht ungünstigen Ausgangslage werden Überlegungen zu Design und Ausrichtung einer "modernen" Industriepolitik für den städtischen Raum angestellt, welche in der Lage ist, die weitere Entwicklung einer modernen, wissensbasierten Industrie in Wien begleitend zu unterstützen.
Forschungsbereich:Strukturwandel und Regionalentwicklung
Sprache:Deutsch

Vienna's Manufacturing Sector in the Knowledge-based Urban Economy. Developments, Competitiveness, Industrial Policy Topics
Based on recent debates of opportunities to "re-industrialise" highly developed countries and regions, the study develops a theoretically and empirically founded assessment of the importance and future role of manufacturing in the urban region of Vienna. To this end, the arguments of the "new industrial revolution" advocates are confronted with the findings of economic research on the determinants of de-industrialisation in highly developed locations. From this it appears that any genuine "re-industrialisation" of urban locations such as Vienna is unlikely at the employment side albeit it might be possible to stabilise the sector on the output side. Subsequent empirical analysis takes an in-depth look at the regional requirements for such a course, using, i.a., a new dataset that for the first time allows comparing the development of industry in Vienna to that in the other 255 European metropolitan regions at the level of a functional urban region (the city and its surroundings). It was found that the urban region of Vienna shows a negative job development for manufacturing in the medium term, also when compared to urban competitors in Europe, making it strongly "de-industrialised" even in this context. Nevertheless, the redimensioning effort found a concentration of high- and medium-high-tech industrial sectors and a productivity position that is favourable compared to other urban regions, so that manufacturing loses little of its share in outputs. The locational terms offered to manufacturing are not too bad in Vienna, and the remaining manufacturing operations are highly competitive when it comes to their research focus and inclusion in international markets. Seen against this generally favourable background, consideration is given to the design and focus of a "modern" industrial policy for the urban region which should be able to foster and support the development of a modern, knowledge-based industry in Vienna.