Lohnstückkostenposition der Warenherstellung 2013 durch Wechselkursentwicklung und Konjunkturflaute leicht verschlechtert
WIFO-Monatsberichte, 2014, 87(9), S.619-630
Online seit: 17.09.2014 0:00
 
Die aufgrund der Konjunkturschwäche verhaltene Entwicklung der Beschäftigtenproduktivität hatte 2013 einen Anstieg der Lohnstückosten um rund 2,1% gegenüber dem Vorjahr zur Folge. Zusammen mit der ungünstigen Wechselkursentwicklung (+1,8%) schlug sich dies in einer leichten Verschlechterung der Lohnstückkostenposition der österreichischen Warenherstellung relativ zum Durchschnitt aller Handelspartner nieder. Im Vergleich zu Deutschland ergab sich dennoch wie im Vorjahr eine geringfügige Verbesserung. Längerfristig hat sich die Lohnstückkostenposition der Warenherstellung in Österreich relativ zu den Handelspartnern seit 2003 kaum verändert.
Forschungsbereich:Arbeitsmarkt, Einkommen und soziale Sicherheit – Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb
Sprache:Deutsch

Unit Labour Cost Position for Goods Production Deteriorated Slightly in 2013 Due to Foreign Exchange Rate Development and Economic Stagnation
Hampered by the slow economy, sagging growth in workers' productivity caused a rise in unit labour costs in 2013 by some 2.1 percent over the previous year. Combined with an unfavourable exchange rate (+1.8 percent), this affected the unit labour cost position for Austrian goods producers compared to the average of Austrian trade partners. A comparison with Germany nevertheless found a slight improvement, same as last year. In the long term, however, the unit labour cost position of goods producers in Austria has hardly budged relative to its trading partners since 2003.

Verwandte Einträge

In 2008, Austria ranked ninth in the international labour cost hierarchy. Labour was most expensive in Norway, Belgium, Switzerland and Sweden. As the Austrian economy was less affected by the global economic crisis than the economies of its trading partners, Austria's labour productivity and international unit labour cost position improved in 2008. A decline is expected in 2009.
In der internationalen Arbeitskostenhierarchie lag Österreich 2008 an der 9. Stelle. Am teuersten war die Arbeitsstunde in Norwegen, Belgien, der Schweiz und Schweden. Da die österreichische Wirtschaft 2008 von der weltweiten Wirtschaftskrise weniger betroffen war als die der Handelspartner, verbesserten sich in Österreich die Beschäftigtenproduktivität und die internationale Lohnstückkostenposition. 2009 ist eine Verschlechterung zu erwarten.
WIFO-Monatsberichte, 2017(10), S.783-795
Online seit: 25.10.2017 0:00
Den jüngsten Daten zufolge verschlechterte sich die internationale Lohnstückkostenposition der österreichischen Volkswirtschaft in der Herstellung von Waren im Jahr 2016 gegenüber dem gewichteten Durchschnitt aller Handelspartner. Diese Entwicklung war vor allem auf den stärkeren Anstieg der Arbeitskosten in Österreich zurückzuführen. Auch im Vergleich mit den EU-Handelspartnern und mit Deutschland erhöhten sich die Lohnstückkosten in Österreich. Längerfristig entwickelten sie sich – abgesehen von den Krisenjahren 2008/09 – relativ stabil, mit einer Verschlechterung der Lohnstückkostenposition seit 2013.
Monographien, August 2017, 66 Seiten
Auftraggeber: Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 01.09.2017 0:00
Aufbauend auf Daten aus der europäischen Arbeitskostenerhebung analysiert dieser Bericht die Entwicklung und Zusammensetzung der Arbeitskosten im internationalen Vergleich. Besonderes Augenmerk gilt länderspezifischen Unterschieden in der Höhe und Struktur der Lohnnebenkosten, die auch im Lichte eines detaillierten Vergleichs zwischen Österreich, Deutschland, Schweden und den Niederlanden untersucht werden. Abschließend wird das Verhältnis zwischen Arbeitskosten und Produktivität anhand der Entwicklung der Lohnstückkosten und der österreichischen Lohnstückkostenposition dargestellt.
Aktuelle Forschungsprojekte (in Arbeit)
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
WIFO-Monatsberichte, 2016(9), S.655-666
Online seit: 21.09.2016 0:00
Trotz des nur mäßigen Wirtschaftswachstums verbesserte sich die internationale Lohnstückkostenposition der Hersteller von Waren in Österreich relativ zum gewichteten Durchschnitt aller Handelspartner. Dies war vor allem der günstigen Wechselkursentwicklung zuzuschreiben. Im Vergleich mit den EU-Handelspartnern ergab sich dagegen 2015 wie im Vorjahr eine leichte Verschlechterung. Längerfristig (seit 2005) veränderte sich die relative Lohnstückkostenposition der österreichischen Warenherstellung nur wenig, mit einer tendenziellen Verschlechterung seit 2009.
WIFO-Monatsberichte, 2015(9), S.707-718
Online seit: 24.09.2015 0:00
Die Konjunkturschwäche hatte in Österreich nach 2013 auch im Jahr 2014 in Verbindung mit einer Erhöhung der Arbeitskosten eine Steigerung der Lohnstückkosten in der Herstellung von Waren zur Folge. Relativ zum gewichteten Durchschnitt aller Handelspartner verschlechterte sich die österreichische Lohnstückkostenposition zum zweiten Mal in Folge. In einer längerfristigen Betrachtung unterliegt die relative Lohnstückkostenposition der österreichischen Warenherstellung seit 2003 vergleichsweise geringen Schwankungen, bis 2008 mit einem tendenziell konstanten, seither leicht negativen Verlauf.
Aktuelle Forschungsprojekte (in Arbeit)
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
WIFO-Monatsberichte, 2013(9), S.781-792
Online seit: 20.09.2013 0:00
Die Konjunkturschwäche bestimmte in Österreich 2012 die Entwicklung der Lohnstückkosten. Die Arbeitskosten erhöhten sich in der Warenproduktion um 3,2%, während die Arbeitsproduktivität sich sehr schwach entwickelte (+0,1%). Daraus ergibt sich ein konjunkturbedingter Anstieg der Lohnstückkosten um rund 3%. Die internationale Wettbewerbsposition relativ zum Durchschnitt aller Handelspartner wie auch relativ zu Deutschland verbesserte sich 2012 aber dennoch leicht, weil sich die Produktivität bei den Handelspartnern 2012 noch ungünstiger entwickelte.
In der internationalen Arbeitskostenhierarchie lag Österreich 2005 an 9. Stelle. Am teuersten ist die Arbeitsstunde in Norwegen, Dänemark und Deutschland. 2005 kostete die Arbeiterstunde in Österreichs Sachgütererzeugung 21,40 €, um 1¾% weniger als im EU-Durchschnitt. Von Mitte der neunziger Jahre bis 2002 hatte sich die relative Lohnstückkostenposition der österreichischen Sachgütererzeugung durch günstige Währungsrelationen, unterdurchschnittlichen Lohnauftrieb und hohe Produktivitätszuwächse kontinuierlich um rund 20% verbessert. Weil die Produktivitätszuwächse nachließen und der Euro aufwertete, erhöhten sich die Lohnstückkosten seither in Relation zum Durchschnitt der Handelspartner um rund 6%. Zuletzt (2005) blieb die internationale Lohnstückkostenposition der Sachgütererzeugung unverändert.
WIFO-Monatsberichte, 2005(11), S.751-760
In der internationalen Arbeitskostenhierarchie lag Österreich 2004 an neunter Stelle. Am teuersten war die Arbeitsstunde in Dänemark, Norwegen und Deutschland. 2004 kostete die Arbeiterstunde in Österreichs Sachgütererzeugung 20,80 €, um 2¼% weniger als im EU-Durchschnitt. Seit Mitte der neunziger Jahre hat sich die relative Lohnstückkostenposition der österreichischen Sachgütererzeugung durch günstige Wechselkursrelationen, niedrigeren Lohnauftrieb und hohe Produktivitätszuwächse kontinuierlich um rund 20% verbessert. 2004 sanken die Lohnstückkosten um 3,5%; auch in Relation zu den Handelspartnern gewann Österreich an Boden.
In der internationalen Arbeitskostenhierarchie lag Österreich 2003 an neunter Stelle. Am teuersten war die Arbeitsstunde in Norwegen, Dänemark, Deutschland und der Schweiz. In der Sachgütererzeugung Österreichs kostete eine Arbeitsstunde mit 20,62 € so viel wie im EU-Durchschnitt. Seit Mitte der neunziger Jahre hat sich die relative Lohnstückkostenposition der österreichischen Sachgütererzeugung durch günstige Währungsrelationen, mäßigen Lohnauftrieb und hohe Produktivitätszuwächse kontinuierlich um 16,6% verbessert. Zuletzt verschlechterte sich die Lohnstückkostenposition der österreichischen Wirtschaft allerdings 2003 durch die Abwertung der Währungen einiger Handelspartner gegenüber dem Euro.
In der internationalen Arbeitskostenhierarchie liegt Österreich an 10. Stelle. Am teuersten ist die Arbeitsstunde in Norwegen, der Schweiz, in Dänemark und in Deutschland. 2002 kostete die Arbeiterstunde in Österreichs Sachgütererzeugung 20,93 €, um 3% mehr als im EU-Durchschnitt. Seit Mitte der neunziger Jahre hat sich die relative Lohnstückkostenposition der österreichischen Sachgütererzeugung durch günstige Währungsrelationen, schwächeren Lohnauftrieb und hohe Produktivitätszuwächse kontinuierlich um rund 15% verbessert. Zuletzt sanken die Lohnstückkosten leicht. Auch in Relation zu den Handelspartnern verbesserte sich die Lohnstückkostenposition 2002.
WIFO-Monatsberichte, 2002(9), S.573-579
Online seit: 24.09.2002 0:00
In der internationalen Arbeitskostenhierarchie liegt Österreich nach Norwegen, Deutschland und der Schweiz, den anderen skandinavischen Ländern, Japan, den USA und den Niederlanden an 11. Stelle. 2001 betrugen die Kosten der Arbeitsstunde in der Sachgütererzeugung Österreichs 20,31 €, um 4% mehr als im EU-Durchschnitt. Nach einer deutlichen Verschlechterung in der ersten Hälfte der neunziger Jahre verbesserte sich die relative Lohnstückkostenposition seit Mitte der neunziger Jahre durch unterdurchschnittlichen Lohnauftrieb, anhaltend hohe Produktivitätszuwächse und stabilere Währungsrelationen um rund 15%. Zuletzt stiegen 2001 die Lohnstückkosten der Sachgütererzeugung Österreichs um gut 2%, blieben aber in Relation zu den Handelspartnern in einheitlicher Währung unverändert.
WIFO-Monatsberichte, 2001(9), S.547-552
Online seit: 24.09.2001 0:00
In der internationalen Arbeitskostenhierarchie nimmt Österreich nach Deutschland, der Schweiz, skandinavischen Ländern, Japan, den USA und den Niederlanden die 11. Stelle ein. 2000 betrugen die Kosten der Arbeiterstunde in der Sachgütererzeugung Österreichs 270,4 S, um ein Viertel mehr als in der deutschen. Nach einer deutlichen Verschlechterung in der ersten Hälfte der neunziger Jahre hat sich die relative Lohnstückkostenposition der österreichischen Sachgütererzeugung seit Mitte der neunziger Jahre durch niedrigeren Lohnauftrieb, anhaltend hohe Produktivitätssteigerung und stabilere Währungsrelationen um fast 15% verbessert. 2000 sanken die relativen Lohnstückkosten in einheitlicher Währung um 6,4%.
WIFO-Monatsberichte, 2000(9), S.541-546
Online seit: 20.09.2000 0:00
In der internationalen Arbeitskostenhierarchie liegt Österreich nach Deutschland, den skandinavischen Ländern, der Schweiz, den Niederlanden und Japan an 10. Stelle. 1999 betrugen die Kosten der Arbeiterstunde in der Sachgütererzeugung Österreichs 265,2 S; die deutsche Sachgütererzeugung zahlte um 25% mehr. Nach einer merklichen Verschlechterung in der ersten Hälfte der neunziger Jahre hat sich die relative Lohnstückkostenposition der österreichischen Sachgütererzeugung seit Mitte der neunziger Jahre durch niedrigeren Lohnauftrieb, anhaltend hohe Produktivitätssteigerung und stabilere Währungsrelationen um fast 5% verbessert; allein 1999 sanken die relativen Lohnstückkosten in einheitlicher Währung um 1,4%.
WIFO-Monatsberichte, 2000(2), S.113-122
Online seit: 25.02.2000 0:00
Die Lohnnebenkosten sind in Österreich relativ hoch. Eine Möglichkeit zur Senkung ergibt sich in den nächsten Jahren dadurch, dass zu erwartende Überschüsse zweckgebundener Fonds nicht für Ausgabensteigerungen oder zur Budgetkonsolidierung, sondern für Beitragssenkungen verwendet werden. Dies betrifft vor allem die Fonds im Bereich des Familienlastenausgleichs, der Insolvenz-Entgeltsicherung, der Unfallversicherung, der Wohnbauförderung und der Arbeitslosenversicherung. Der Spielraum zur Senkung der Lohnnebenkosten beträgt etwa 16 Mrd. S.
Projektberichte (abgeschlossen), Dezember 1999
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten
Monographien, November 1999, 60 Seiten
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten
Die Lohnnebenkosten sind in Österreich relativ hoch. Dies liegt vor allem an den Arbeitgeberbeiträgen zur Sozialversicherung, an den lohnsummenabhängigen Abgaben und an den Ausfallzeiten. Eine Senkung der Lohnnebenkosten könnte die internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern, den Anreiz zur Schwarzarbeit etwas vermindern und die Substitution von Arbeitskräften durch Automatisierung verlangsamen – zumindest aus beschäftigungspolitischer Sicht ein wünschenswerter Effekt. Ein Spielraum zur Senkung der Lohnnebenkosten ergibt sich in den nächsten Jahren vor allem dadurch, daß zu erwartende Überschüsse der Fonds im Bereich der sozialen Sicherheit nicht für Ausgabensteigerungen, sondern für Beitragssenkungen verwendet werden könnten. Weitere Möglichkeiten zur Senkung der Lohnnebenkosten würde eine Verringerung der Ausfallzeiten bringen.
WIFO-Monatsberichte, 1999(9), S.643-649
Online seit: 21.09.1999 0:00
Bisher bezog sich die Arbeitskostenanalyse des WIFO auf die Daten der Industrie. In der vorliegenden Arbeit wird die gesamte Sachgütererzeugung (Industrie und Gewerbe) berücksichtigt. Dadurch sind die durchschnittlichen Kosten der Arbeiterstunde im Jahr 1998 mit 256,8 S um 20 S niedriger als gemäß dem Bericht aus dem Vorjahr. Hatte sich die internationale Lohnstückkostenposition Österreichs nach einer Verschlechterung in der ersten Hälfte der neunziger Jahre 1996 und 1997 deutlich verbessert, so verlor Österreich 1998 leicht an Boden. Die Lohnstückkosten der Sachgütererzeugung Österreichs sanken wohl um 0,7%, im gewichteten Durchschnitt der Handelspartner verringerten sie sich aber um 1,2%.
Beilagen zu den WIFO-Monatsberichten, 1955, (30), 14 Seiten
Projektberichte (abgeschlossen), 1994
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Auftraggeber: Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen
Die internationale Lohnstückkostenposition der Industrie Österreichs hatte sich in den Jahren 1988 bis 1991 kontinuierlich verbessert, 1992 war eine Verschlechterung zu verzeichnen. Durch die Abflachung der Konjunktur schwächte sich das Produktivitätswachstum ab, und die Lohnstückkosten stiegen – nach einem Jahrzehnt der Stagnation – um 2,2%. Obwohl der Lohnstückkostenauftrieb für den Durchschnitt der Konkurrenten um 1½ Prozentpunkte stärker war als in Österreich, nahmen die relativen Lohnstückkosten der Industrie Österreichs in einheitlicher Währung um 0,4% zu, da sich für den Schilling aus den Währungsturbulenzen im Herbst 1992 eine effektive Aufwertung um rund 2% ergab.
Während sich 1991 der Lohnauftrieb beschleunigte, hat sich die Steigerung der Produktivität deutlich abgeschwächt. Die gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten weisen daher den höchsten Zuwachs seit 1981 aus, und die Lohnquote, die in den achtziger Jahren kontinuierlich gesunken war, hat sich wieder etwas erholt. Da aber im Ausland der Lohnkostenauftrieb höher war als in Österreich, sind die relativen Lohnstückkosten gesunken, und die preisbestimmte Wettbewerbsposition hat sich verbessert.
Nachdem die Lohnstückkosten der Industrie Österreichs im Durchschnitt der zweiten Hälfte der achtziger Jahre stagniert hatten, nahmen sie 1991 um 1,6% zu. Dennoch verbesserte sich die internationale Lohnstückkostenposition der österreichischen Industrie im Vorjahr deutlich, da in den Konkurrenzländern der Lohnauftrieb stärker war. In einheitlicher Währung stiegen die Lohnstückkosten um 3 Prozentpunkte langsamer als im Durchschnitt der wichtigsten westlichen Handelspartner und um rund 2 Prozentpunkte weniger als in Westdeutschland.
Die internationale Wettbewerbsposition der österreichischen Industrie hat sich 1990 trotz stabiler Lohnstückkosten verschlechtert. Das kräftige Arbeitskostenwachstum von 7,1% pro Stunde wurde wohl durch gleich hohe Produktivitätszuwächse ausgeglichen; da aber der Schilling durch die starke Abwertung einiger Währungen effektiv um 3,4% aufwertete, hat sich die internationale Lohnstückkostenposition der Industrie gegenüber den Handelspartnern um 0,7% verschlechtert. Die Kosten der Arbeitsstunde betrugen 1990 in der verarbeitenden Industrie Österreichs 202 S. Sie lagen damit im Durchschnitt der EG-Industrieländer und etwa auf dem Niveau Frankreichs und Italiens. Österreichs Sachgüterproduktion hat seit 1970 einen Produktivitätsrückstand gegenüber der BRD von einem Drittel aufgeholt und 1990 das Produktivitätsniveau der BRD erreicht.
Obwohl die Stundenverdienste real deutlich rascher wuchsen als in anderen Ländern konnte Österreichs verarbeitende Industrie 1989 ihre internationale Wettbewerbsposition verbessern. Starke Produktivitätssteigerungen ließen die Lohnstückkosten gegenüber dem Durchschnitt der Handelspartner um 3¼% und im Vergleich zur BRD um 1½% sinken. Der Wettbewerbsvorsprung dürfte sich heuer weiter vergrößern. Damit wird eine Verschlechterung in den Jahren 1986/87 wettgemacht, als eine Reihe von Währungen gegenüber dem Schilling kräftig abwertete. Die internationale Lohnstückkostenposition der Industrie in einheitlicher Währung ist heute ebenso günstig wie zu Anfang der siebziger Jahre. Die Arbeitsstunde kostete 1989 im Durchschnitt 189 S an Lohn- und Lohnnebenkosten und war damit gleich teuer wie in Italien und den USA. Unter den Industrieländern war sie nur in Großbritannien und Frankreich billiger.
WIFO-Monatsberichte, 1989(10), S.613-619
Nach dem Konzept der produktivitätsorientierten Lohnpolitik sollen sich die Löhne nach der langfristigen Entwicklung der Arbeitsproduktivität richten. Dann bleiben die Arbeitskosten je Produktionseinheit unverändert. Dieses Konzept gilt jedoch nur für eine Volkswirtschaft, die sich im Gleichgewicht befindet; es gilt nicht für Zeiträume, in denen bestehende Ungleichgewichte berichtigt werden. Die Entwicklung der Wirtschaft Großbritanniens und jene der Verstaatlichten Industrie Österreichs dienen hiefür als Beispiele. Die tatsächlich gemessene Arbeitsproduktivität ist keine von außen gegebene Größe, sondern wird über Substitutionsprozesse durch die Lohnentwicklung beeinflußt. Die Lohnpolitik kann daher nicht nach der Entwicklung der Produktivität, sondern muß nach den üblichen Eckdaten der Wirtschaftspolitik beurteilt werden.
Mäßige Lohnzuwächse und rascher Produktivitätsfortschritt haben der österreichischen Industrie in den letzten zehn Jahren beträchtliche Vorteile im internationalen Kostenwettbewerb verschafft. Diese Verbesserung der relativen Lohnstückkostenposition wurde allerdings zeitweise von starken Wechselkursänderungen überlagert. Anders als noch vor vier Jahren kostet nun die Arbeitstunde in Österreich mehr als in den USA, in Frankreich oder Italien. 1988 hat sich die Wettbewerbsposition Österreichs wieder gefestigt, sie sollte sich auch heuer weiter verbessern.
WIFO-Monatsberichte, 1997(8), S.477-483
Nach einer Verschlechterung in der ersten Hälfte der neunziger Jahre besserte sich die internationale Lohnstückkostenposition der Industrie Österreichs 1996 deutlich. Durch anhaltend hohe Produktivitätszuwächse und geringere Lohnkostensteigerungen sanken die Lohnstückkosten um 1%, während sie im Durchschnitt der Handelspartner um ½% zunahmen. Da sich die Wechselkurse einiger wichtiger Handelspartner erholten, wertete der Schilling effekiv um 1,5% ab, sodaß die relativen Lohnstückkosten der österreichischen Industrie gegenüber dem Durchschnitt der Handelspartner um 3% sanken.
Hatte sich die internationale Lohnstückkostenposition der Industrie Österreichs in den achtziger Jahren verbessert, so verschlechterte sie sich seit Anfang der neunziger Jahre merklich. Trotz deutlich höherer Produktivitätszuwächse konnten der relative Anstieg der Arbeitskosten und die Höherbewertung des Schillings nicht wettgemacht werden, sodaß die Lohnstückkosten gegenüber dem Durchschnitt der Handelspartner pro Jahr um gut ½% stiegen. 1994 und 1995 verstärkte sich diese Entwicklung mit Positionsverlusten von 1,8% gegenüber allen Handelspartnern und von 1,5% gegenüber der EU.
Waren die Lohnstückkosten der Industrie Österreichs 1992 um über 3% gestiegen, so stagnierten sie 1993 (+0,2%). Der schwächere Lohnauftrieb (+4½%) wurde durch höhere Produktivitätszuwächse weitgehend wettgemacht. Dennoch hat sich internationale Lohnstückkostenposition der Industrie Österreichs weiter leicht verschlechtert (–0,4%), da die stärkeren Lohnkostensteigerungen in den Konkurrenzländern durch eine Reihe von Abwertungen mehr als ausgeglichen wurden.
Die internationale Lohnstückkostenposition der Industrie Österreichs verbesserte sich – nach einer Verschlechterung in der ersten Hälfte der neunziger Jahre – 1996 und 1997 deutlich. Durch anhaltend hohe Produktivitätszuwächse und geringere Lohnkostensteigerungen sanken die Lohnstückkosten in Österreich 1996 um 1% und 1997 um 5%, im Durchschnitt der Handelspartner um 0,2% bzw. 2,1%. Da sich die Währungen einiger wichtiger Handelspartner erholten, wertete der Schilling 1996 um 1,5% und 1997 um 2% ab, sodaß sich in einheitlicher Währung die relativen Lohnstückkosten der österreichischen Industrie gegenüber dem Durchschnitt der Handelspartner um 2,2% bzw. 4,9% verbilligten.
Hatte sich die internationale Lohnstückkostenposition der Industrie Österreichs in den achtziger Jahren pro Jahr um 0,7% verbessert, so verschlechtert sich seit 1990 pro Jahr um ½%. Trotz anhaltend hoher Zuwächse konnten die Produktivitätsgewinne in den neunziger Jahren den Lohnauftrieb und den Wertgewinn des Schillings nicht ausgleichen. 1994 sanken die Lohnstückkosten in der österreichischen Industrie durch eine deutliche Steigerung der Produktivität um 3,6%. Da sich jene der Handelspartner noch stärker verringerten, verschlechterte sich aber die internationale Wettbewerbsposition.
Die Konjunkturerholung nach der Wirtschaftskrise ging in Österreich auch 2011 mit einer Senkung der Lohnstückkosten in der Herstellung von Waren einher. Obwohl dieser Rückgang den Anstieg der Lohnstückkosten in den Jahren 2008 und 2009 nur zum Teil kompensierte, verlief die Lohnstückkostenentwicklung seit Beginn der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise insgesamt günstiger als im gewichteten Durchschnitt der Vergleichsländer. Die kostenbestimmte Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exportwirtschaft dürfte sich allerdings etwas besser entwickelt haben, als es aus den Lohnstückkostendaten für den Bereich "Herstellung von Waren" ersichtlich ist.
Die österreichische Lohnstückkostenposition verbesserte sich dank der Konjunkturerholung und des damit verbundenen Produktivitätsanstiegs wieder. Die Arbeitskosten pro Kopf stiegen in der Sachgütererzeugung nur mäßig, die Beschäftigtenproduktivität erhöhte sich stärker. Insgesamt entwickelten sich die Lohnstückkosten der Sachgütererzeugung in Österreich etwas weniger günstig als bei den EU-Handelspartnern und in Deutschland. Eine Betrachtung der Entwicklung über die vergangenen fünf bzw. zehn Jahre bringt aufgrund konjunkturbedingter Sondereffekte mehr Aufschluss.
Die Wirtschaftskrise beeinflusste die Lohnstückkostenposition der österreichischen Sachgütererzeugung 2009 erheblich. Sie bewirkte einen Einbruch der Produktionsleistung je Arbeitskraft, einen Anstieg der Arbeitskosten und in der Folge eine erhebliche Erhöhung der Lohnstückkosten. Gleichzeitig beeinträchtigte die Krise jedoch wegen der Sondereffekte aus konjunkturpolitischen Maßnahmen und des international unterschiedlich starken Rückgangs von Produktion und Beschäftigung die Aussagekraft der Lohnstückkosten als aktueller Indikator der kostenbestimmten Wettbewerbsfähigkeit.
In der internationalen Arbeitskostenhierarchie lag Österreich 2007 an 11. Stelle. Am teuersten war die Arbeitsstunde in Norwegen, Belgien, Schweden, Dänemark und Deutschland. 2007 kostete die Beschäftigtenstunde in Österreichs Sachgütererzeugung 29,9 €. Nach einer deutlichen Verbesserung im Jahr 2006 verschlechterte sich die österreichische Lohnstückkostenposition in Relation zum Durchschnitt der Handelspartner im Jahr 2007 um knapp 1%.
In der internationalen Arbeitskostenhierarchie liegt Österreich an 11. Stelle. Am teuersten ist die Arbeitsstunde in Norwegen, Belgien, der Schweiz, Schweden und Deutschland. 2006 kostete die Beschäftigtenstunde in Österreichs Sachgütererzeugung 29,15 €. Nach einer deutlichen Verbesserung in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre hatten zwischen 2003 und 2005 geringe Produktivitätszuwächse und die Aufwertung des Euro eine Verschlechterung der österreichischen Lohnstückkostenposition in Relation zum Durchschnitt der Handelspartner zur Folge. 2006 verbesserte sie sich erstmals wieder, und zwar um fast 2%.