Sozialpartnerschaft und makroökonomische Performance (Social Partnership and Macroeconomic Performance)
WIFO-Monatsberichte, 2014, 87(8), S.555-567
Online seit: 19.08.2014 0:00
 
Die Wirkung grundlegender ökonomischer und politischer Institutionen auf verschiedene Aspekte der gesamtwirtschaftlichen Performance findet seit Jahrzehnten wirtschafts- und sozialwissenschaftliches Forschungsinteresse. Eine zentrale Fragestellung ist, ob und wieweit ein Zusammenhang zwischen "sozialpartnerschaftlicher Intensität" von Lohnverhandlungssystemen und wichtigen makropolitischen Zielvariablen wie Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit, Beschäftigung und Einkommensverteilung besteht. Wie die Analyse eines Samples von 16 europäischen Ländern im Zeitraum 1990/2012 zeigt, weisen Volkswirtschaften mit hoher sozialpartnerschaftlicher Intensität eine überdurchschnittliche makroökonomische Performance auf. Dies gilt auch für die Zeit seit dem Ausbruch der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise.
Keywords:Sozialpartnerschaft, Lohnverhandlungssysteme, makroökonomische Performance
Forschungsbereich:Arbeitsmarkt, Einkommen und soziale Sicherheit
Sprache:Deutsch

Social Partnership and Macroeconomic Performance
For decades, the impact that pivotal economic and political institutions have on distinct aspects of overall economic performance has attracted researchers of various fields. One central question concerns the extent to which a country's degree of social partnership is related to important macro-political variables such as economic growth, unemployment, employment and the distribution of income. For a sample of 16 European countries covering the period of 1990 to 2012, the article presents evidence which is consistent with the view that a strong social partnership is associated with better-than-average macroeconomic performance, both in general and in the wake of the latest financial and economic crisis.

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Monographien, März 2014, 84 Seiten
Unter Mitarbeit von Thomas Leoni
Auftraggeber: Wirtschaftskammer Österreich
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 09.07.2014 0:00
 
Entwicklung und Niveau wesentlicher makroökonomischer Kennzahlen unterscheiden sich zwischen den Ländern und über die Zeit. Die Studie befasst sich mit der Frage, ob beobachtbare Unterschiede zwischen den Lohnverhandlungssystemen dafür mitbestimmend sind. Der Vergleich umfasst die Länder Österreich, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien und Großbritannien für den Zeitraum 1990/2012. Zur Operationalisierung der makroökonomischen Performance dienen die Größen Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes, Arbeitslosigkeit, Beschäftigung, Einkommensverteilung und Löhne. Wie die theoretische und empirische Literatur zeigt, münden koordinierte, sozialpartnerschaftlich organisierte Systeme tendenziell in einer besseren makroökonomischen Performance. Eine deskriptive Analyse auf Basis aktueller Daten bestätigt diese Schlussfolgerung. Insbesondere die Entwicklung der Löhne und der Niedriglohnbeschäftigung divergiert aber zwischen Ländern mit sozialpartnerschaftlich organisierten Lohnverhandlungen erheblich.