Sozialpartnerschaft und makroökonomische Performance (Social Partnership and Macroeconomic Performance)
Monographien, März 2014, 84 Seiten
Unter Mitarbeit von Thomas Leoni
Auftraggeber: Wirtschaftskammer Österreich
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Online seit: 09.07.2014 0:00
 
Entwicklung und Niveau wesentlicher makroökonomischer Kennzahlen unterscheiden sich zwischen den Ländern und über die Zeit. Die Studie befasst sich mit der Frage, ob beobachtbare Unterschiede zwischen den Lohnverhandlungssystemen dafür mitbestimmend sind. Der Vergleich umfasst die Länder Österreich, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien und Großbritannien für den Zeitraum 1990/2012. Zur Operationalisierung der makroökonomischen Performance dienen die Größen Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes, Arbeitslosigkeit, Beschäftigung, Einkommensverteilung und Löhne. Wie die theoretische und empirische Literatur zeigt, münden koordinierte, sozialpartnerschaftlich organisierte Systeme tendenziell in einer besseren makroökonomischen Performance. Eine deskriptive Analyse auf Basis aktueller Daten bestätigt diese Schlussfolgerung. Insbesondere die Entwicklung der Löhne und der Niedriglohnbeschäftigung divergiert aber zwischen Ländern mit sozialpartnerschaftlich organisierten Lohnverhandlungen erheblich.
Forschungsbereich:Makroökonomie und europäische Wirtschaftspolitik – Arbeitsmarkt, Einkommen und soziale Sicherheit
Sprache:Deutsch

Social Partnership and Macroeconomic Performance
Development and level of important macroeconomic indicators vary between countries and over time. We aim to find out the influence of observable differences between the wage bargaining systems on these differences. The study uses data for Austria, Belgium, Denmark, Germany, Finland, France, Greece, Ireland, Italy, Netherlands, Norway, Portugal, Sweden, Switzerland, Spain and the UK for the period 1990-2012. Macroeconomic performance is measured by real GDP growth, unemployment, employment, income distribution and wages. As the theoretical and empirical literature shows coordinated, social partnership-based systems tend to lead to a better macroeconomic performance. A descriptive analysis on the basis of current data confirms this conclusion. However, the development of wages and the low-wage employment diverge significantly between countries with social partnership-organised wage negotiations.
With the co-operation of Thomas Leoni

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WIFO-Monatsberichte, 2014, 87(8), S.555-567
Online seit: 19.08.2014 0:00
 
Die Wirkung grundlegender ökonomischer und politischer Institutionen auf verschiedene Aspekte der gesamtwirtschaftlichen Performance findet seit Jahrzehnten wirtschafts- und sozialwissenschaftliches Forschungsinteresse. Eine zentrale Fragestellung ist, ob und wieweit ein Zusammenhang zwischen "sozialpartnerschaftlicher Intensität" von Lohnverhandlungssystemen und wichtigen makropolitischen Zielvariablen wie Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit, Beschäftigung und Einkommensverteilung besteht. Wie die Analyse eines Samples von 16 europäischen Ländern im Zeitraum 1990/2012 zeigt, weisen Volkswirtschaften mit hoher sozialpartnerschaftlicher Intensität eine überdurchschnittliche makroökonomische Performance auf. Dies gilt auch für die Zeit seit dem Ausbruch der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise.