Ralf Kronberger, Yvonne Wolfmayr
Liberalisierung des Dienstleistungshandels im Rahmen des GATS (Liberalisation of Trade in Services under the GATS)
WIFO-Monatsberichte, 2005, 78(6), S.443-463
 
Der internationale Handel mit Dienstleistungen war erstmals im Rahmen der Uruguay-Runde (1986 bis 1994) Gegenstand multilateraler Liberalisierungsverhandlungen. Die Liberalisierung des Dienstleistungssektors ist auch Teil der laufenden Doha-Welthandelsrunde. Freiwillige, sektorspezifische Verpflichtungslisten erlauben eine äußerst flexible Form der Liberalisierung. In der Folge wurde über das Festschreiben des Status quo der Regulierungen hinaus kaum zusätzliche Marktöffnung erreicht.
Keywords:Liberalisierung Dienstleistungshandel GATS Verhandlungen
Forschungsbereich:Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb
Sprache:Deutsch

Liberalisation of Trade in Services under the GATS
During the Uruguay Round, international trade in services for the first time entered the multilateral liberalisation agenda. The talks resulted in the General Agreement on Trade in Services (GATS) which has since provided the general multilateral framework for liberalising trade in services. The services sector is also an important part of current negotiations under the Doha Development Agenda. This article first describes the most important developments and stylised facts in the trade in services since 1995. This analysis highlights the impressive growth of financial and other business services driven by innovations in ITC technologies and the related structural shift in other commercial services gaining importance at the cost of transportation and tourism, i.e., the more traditional traded services. Estimates further suggest that most services are traded by the commercial presence mode of delivery. Furthermore, most trade is among industrialised countries, with the EU 15 as the world's largest exporter of services. While high-income countries specialise in business services, the greatest part of the trade in other countries is in tourism.

Verwandte Einträge

Projektberichte (in Arbeit), Juli 2016
Endbericht zum Jubiläumsfondsprojekt Nr. 15491 (Projektleitung: Michael Pfaffermayr)
Mit finanzieller Unterstützung von: Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Technologischer Wandel, die weltwirtschaftliche Verflechtung des Handels und Liberalisierungen im Dienstleistungssektor begünstigten die kontinuierliche Ausweitung des grenzüberschreitenden Handels im tertiären Sektor. In drei Beiträgen untersucht die Studie das Internationalisierungsverhalten von Dienstleistungsunternehmen und dessen Rückwirkungen auf den heimischen Arbeitsmarkt auf Basis von Unternehmensdaten der OeNB und des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger. Wie die Analyse der Bestimmungsfaktoren für die Entscheidung von Unternehmen zur Erschließung ausländischer Märkte über Exporte oder Tochterunternehmen (ausländische Direktinvestitionen) zeigt, engagieren sich produktivere Dienstleistungsunternehmen tendenziell stärker im Export. Die Dienstleistungserbringung vor Ort erfolgt verstärkt in schwächer entwickelten Zielländern, während Handelsrestriktionen und Distanz den Dienstleistungsexport deutlicher hemmen. Steigender Importdruck in einzelnen Dienstleistungsbranchen wirkt sich, so zeigt die Analyse der Beschäftigungsentwicklung in Österreich, negativ auf das Unternehmenswachstum aus und erhöht die Austrittswahrscheinlichkeit von Unternehmen signifikant. Diese Effekte sind stärker, je unproduktiver die Unternehmen und je höher der Wettbewerb aus den ostmitteleuropäischen Ländern sind. Ein wesentlicher Teil des Gesamtbeschäftigungseffektes ist dabei auf den Austritt von Unternehmen zurückzuführen. Wie die Untersuchung der durch internationalen Wettbewerb ausgelösten Beschäftigungsströme in und aus der Arbeitslosigkeit bzw. zwischen Wirtschaftssektoren zeigt, erhöht stärkerer Importdruck die Wahrscheinlichkeit des Arbeitsplatzverlustes. Beschäftigungsströme zwischen Sektoren sind quantitativ gering und vor allem nur in den unternehmensbezogenen Dienstleistungssektoren zu beobachten.
Buchbeiträge, Frankfurt am Main, Jänner 2000, S.201-244
Online seit: 03.02.2016 11:00
Yvonne Wolfmayr (Projektleitung)
Internationalisierung von Dienstleistungsunternehmen: Markteintrittsmodus und Beschäftigungseffekte (The Modes of Internationalisation in Services and the Impact on Home Country Employment)
Abgeschlossene Forschungsprojekte
Auftraggeber: Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Abgeschlossen: 2016
Die Internationalisierungsstrategien von Dienstleistungsunternehmen und deren Auswirkungen auf den heimischen Arbeitsmarkt werden in zwei Teilprojekten untersucht. Die erste Studie identifiziert die Bestimmungsgrößen für die Wahl des Markteintrittes und die internationale Bereitstellung von Dienstleistungen von Unternehmen. In der zweiten Studie werden die Auswirkungen der Internationalisierung auf den heimischen Arbeitsmarkt im Dienstleistungssektor näher beleuchtet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Auswirkungen von Exporten und ausländischen Direktinvestitionen auf Unternehmenswachstum, Markteintritte bzw. Marktaustritte und die daraus entstehenden Nettobeschäftigungseffekte sowie die Beschäftigungsströme zwischen Sektoren und die Statusmobilität auf dem Arbeitsmarkt.
Klaus Nowotny, Peter Huber, Dieter Pennerstorfer
Internationalisierungsstrategien von Dienstleistungsunternehmen am Standort Wien. Eine Individualdatenuntersuchung (Internationalisation Strategies of Service Firms in Vienna. An Analysis of Individual Data)
Monographien, Mai 2009, 108 Seiten
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Auftraggeber: Magistrat der Stadt Wien, MA 27
 
Die besondere Lage Wiens bietet auch Dienstleistungsunternehmen mit beschränktem Marktradius die Möglichkeit zur Nutzung dynamischer Absatzmärkte in den neuen EU-Ländern. Dies gilt insbesondere für wissensintensive Dienstleistungsunternehmen, über deren Internationalisierung bisher kaum empirische Untersuchungen vorliegen. Die Studie bietet daher erstmals auf Individualdatenebene empirische Evidenz zu den internationalen Aktivitäten von Wiener Dienstleistungsunternehmen mit beschränktem Marktradius, die Dienstleistungen auch über die Entsendung von Arbeitskräften erbringen können. Eine – im Vergleich mit Betrieben aus anderen grenznahen Regionen – höhere Internationalisierungsneigung der Wiener Unternehmen kann zwar durch Unterschiede in der Unternehmens- und Branchenstruktur erklärt werden, Wiener Unternehmen in den untersuchten Sektoren sind jedoch häufiger in den neuen EU-Ländern tätig und nutzen den Standort Wien häufiger als Drehscheibe für den Handel mit West- und Osteuropa. Zudem besteht in Wien ein signifikantes Potential an internationalisierungswilligen Dienstleistungsunternehmen. Diese meist wissensintensiven Kleinst- und Kleinbetriebe können als Adressatengruppe für wirtschaftspolitische Maßnahmen identifiziert werden.
Klaus Nowotny, Gerhard Palme
Fokus Ostintegration: Grenzüberschreitende Dienstleistungserbringung in die neuen EU-Länder (Focus on Eastern Integration: Cross-Border Trade in Services Rendered with the New EU Member Countries)
FIW – Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft, Juni 2008, 190 Seiten, https://www.fiw.ac.at
Arbeitspaket N°1 Dienstleistungsexport: Modul 3, Teilmodul 3.3 • Projektkoordination: Yvonne Wolfmayr, Irene Langer
Studie von: Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
 
Diese Studie bietet einen detaillierten Überblick über die Internationalisierungsaktivitäten von Dienstleistungsunternehmen mit begrenztem Marktradius in der Grenzregion Österreichs zu den neuen EU-Ländern auf Basis einer in Kooperation mit Statistik Austria durchgeführten Unternehmensbefragung. Die Dienstleistungsunternehmen in der Grenzregion weisen eine ähnliche Internationalisierungsneigung auf wie in vergleichbaren Studien (13%). Diese unterscheidet sich jedoch relativ stark nach Sektoren und Unternehmensgröße. Der Großteil der Dienstleistungen wird über die temporäre Entsendung von Arbeitskräften erbracht, aber auch Niederlassungen und Kooperationen spielen eine bedeutende Rolle. Mehr als die Hälfte der international tätigen Unternehmen erbringen Dienstleistungen auch auf den Märkten der neuen EU-Länder, das Potential der dynamischen Volkswirtschaften Ost-Mitteleuropas als Absatz-, aber auch Bezugsmarkt wird jedoch noch nicht von allen Unternehmen realisiert.